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Stiefsohn lenkt bei Babygespräch sofort ab

Frage von Uschi34  -  07.02.2016
Der Sohn (3) meines Mannes lebt als 3. von vier kindern (von vier Väter) bei seiner Mutter. Wir haben ihn 2x wöchentlich halb-, bzw ganztags. Das vierte Kind seiner Mutter kam als er ca. 2 Jahre war. Sein Verhalten wurde damals deutlich anders. Er war zunehmend anhänglich und wollte nur noch getragen werden. Auch kaute er an den Fingernägeln und war sehr unausgeglichen. Wenn wir über sein kleines Brüderchen sprechen wollen schaltetet er sofort ab, wird ganz still und lenkt kurzerhand mit irgendetwas vom Thema ab. Das geht auch heute noch so. Er erwähnte den Bruder bisher maximal 2 Mal namentlich und wenn wir den Namen nennen wird sein Blick glasig und er ignoriert uns und lenkt vom Thema ab. Wir dachten zeitweise bereits dass das Kind schon nicht mehr bei der Mutter wohnt.
Mein Mann und ich vermuten, dass er erfersüchtig war und ist und schlecht auf den neuen Bruder vorbereitet wurde, keine Chance hatte sich psychisch darauf vorzubereiten, dass Mama jetzt für ein Baby sorgen muss. Sein Papa und ich erwarten in einigen Wochen unser erstes gemeinsames Kind und versuchen seit geraumer Zeit den "Großen" darauf vorzubereiten und ihm klar zu machen, dass er die Nr.1 bleiben wird. Er versteht schon dass der Bauch so groß ist weil ein Baby drin ist und dass der Kinderwagen für das Baby ist. Aber wenn wir, auch mit Kinderbüchern das Thema anschneiden kommt sofort der glasige Blick, ein inneres Rollo geht herunter, schweigen und sofort ablenken, zB."Draußen scheint die Sonne". Wir wollen nicht dass er wieder eine schlechte Erfahrung macht und wollen auch spätere Konflikte vermeiden. Ich glaube er mag seinen Bruder überhaupt nicht, das wollen wir natürlich verhindern. Was kann man denn da machen??

Stiefsohn lenkt bei Babygespräch sofort ab

Antwort von Limayaya  -  07.02.2016
Was ihr tun könnt? Ehrlich sein!

jetzt versetzt euch mal in den kleinen Kerl: er sieht seinen Papa gerade mal 2 für ein paar Stunden, auch zu dir scheint er eine gute Beziehung zu haben....

Nun weiß er: da kommt ein kleines Geschwisterchen, das euch rund um die Uhr hat.....das aus eurer "Teilzeitfamilie mit Besuchskind" eine "richtige Familie" macht....Und da soll er euch glauben, dass er die Nummer eins bleibt?
Glaubt ihr wirklich, er weiß nicht, dass das leere Worte sind? Und übrigends: m. E. sollte man NIEMALS, egal in welcher Situation einem Kind erklären, dass es die Nummer eins bleibt. Und wenn ich 20 Kinder hätte, hätte es jedes Kind ein recht drauf, dass ich es genausoviel liebe, wie die anderen 19 und bstimmt nicht schon vor der Geburt eine Rangfolge fest gelegt habe.

Was ihr tun könnt: nicht reden, sondern den Kleinen mit einbeziehen: falls es jetzt noch Dinge zu kaufen gibt, versucht es auf Tage zu legen, wo er da ist.....dann darf er (als Beispiel) zwischen zwei Stramplern entscheiden, welches denn nun das kleine Geschwisterchen bekommt)

Wenn Baby da ist, versucht ihn so viel wie möglich zum "stolzen großen Bruder" zu machen: lasst ihn mithelfen, wo immer es geht! und wenn er nur den Kinderwagen bei euren Spaziergängen schiebt....lasst ihn helfen, indem er bewusst auch Aufgaben bei euch übernehmen darf, die ein Baby eben noch nicht kann (Tisch decken.....dir während du Stillst ein Glas Wasser aus der Küche holen....) und vergesst nicht, ihn ausdrücklich zu loben, dafür dass er so toll hilft und "zum Glück bist du scho so groß und uns so viele Hilfe"....

Schaut, dass der Junge auch genug Zeit zumindest mit seinem Vater alleine verbringt....ungefähr im Sinne von "die Mama kann sich jetzt auch mal alleine um das Baby kümmern...wir zwei großen Jungs gehen jetzt 'ne Runde auf den Abenteuerspielplatz/ins Schwimmbad/Fußballspielen" Oder eben: du gehst dann vielleicht mit dem Baby mit, setzt dich aber bewusst mit Kinderwagen an den Rand (also nicht, das, was man dann auf dem Spieli oft sieht: Mutter UND Vater sitzen mit dem Baby irgendwo, während das große Kind wieder alleine spielen muss....)

Dann wird der Sohn auch eher einsehen, dass umgekehrt es eben auch mal Zeiten gibt, in denen das Baby mal eure ganze Aufmerksamkeit bekommt....

 
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Stiefsohn lenkt bei Babygespräch sofort ab

Antwort von Hexhex  -  08.02.2016
Hallo,

ich würde nicht zuviel in dieses Verhalten hinein interpretieren. Früher bekamen Frauen 12 Kinder, und es wurde auch nicht jedes ältere Kind mit Hilfe psychologischer Vorlese-Bücher seelisch darauf vorbereitet. Es war einfach etwas Natürliches, Normales. Ich denke, der Sohn Deines Partners findet den Babybruder einfach komplett uninteressant, deshalb erwähnt er ihn auch nicht. Da es bereits vier Geschwister insgesamt sind, hat er ja bereits "Bruder-Erfahrung", das neue Kind kann also eigentlich kein Schock gewesen sein.

Klar hat er trotzdem auch große Probleme. Aber wohl eher nicht speziell mit diesem kleinen Bruder, sondern mit dem unsteten Lebenswandel der Mutter, den häufigen Trennungen usw. Das ist richtig schlimm für ein kleines Kind. Ich würde aber jetzt nicht groß herum-pädagogisieren mit ihm (mit Büchern und Erklärungen) - sondern ich würde ihm einfach möglichst viel Wärme, Liebe, Akzeptanz geben. Das hilft ihm beim Heilwerden, und es gibt ihm in Deiner Nähe ein gutes Gefühl - das wird es ihm auch erleichtern, das neue Kind zu akzeptieren.

LG

Stiefsohn lenkt bei Babygespräch sofort ab

Antwort von 2auseinemholz  -  09.02.2016
Hallo!

ich glaube Du interpretierst zu viel Psycho-Kram da rein!

Für das Kind ist ein Bruder vollkommen abstrakt.
Was willst Du da vorbereiten, Du machst ihn eher kirre, wenn Du was vom dicken Bauch mit Baby drin erzählst - das konnte seinerzeit mein 7-jähriger absolut nicht begreifen dass in so einem Bauch ein ganzes Baby drin ist, welches sich bewegt!
Er hätte Dich aufklären können, wie es zum Baby kommt, dass die Tragezeit 9 Monate ist, etc. aber ein Baby im Bauch war echt abstrakt.

Der KiA meinte mal, dass ein kleineres Geschwisterchen, vor allem für den Erstgeborenen eine erste Lebenskrise ist, weil er definitiv entthront wird. Die Prognose diese aus eigener Kraft zu meistern ist aber sehr gut - trau dem Kind was zu.

Was uns die Hebamme empfohlen hatte, war beim 1. Besuch im KH soll das ältere Geschwisterchen (bei uns war es 3,5 Jahre alt) dem Jüngeren ein Willkommensgeschenk bringen und umgekehrt soll das Baby auch "eines dabei haben". Und trotzdem meinte der Große seinerzeit, dass man "ES nicht mit nach Hause nehmen muss, ES kann auch dort bleiben." ES ist aber mitgekommen und die Familie musste halt zusammenwachsen! Verwandschaft kann man sich eben nicht aussuchen!


LG, 2.

Stiefsohn lenkt bei Babygespräch sofort ab

Antwort von Sternenschnuppe  -  07.02.2016
Meiner war 3,5 als der kleine Bruder kam. Gespräche darüber haben ihn nicht die Bohne interessiert.
Er ist auch nie darauf eingegangen.
Gehe mal in Dich und überlege ob die "Dramatik" da gerade eher von Euch kommt.
Dein Stiefsohn hat zwei ältere Geschwister, ein jüngeres, für ihn ist das völlig normal. Nichts Besonderes.
Für Dich ja, ist ja das erste Baby wie ich lese.

Mein Sohn liebt seinen Bruder vom ersten Tag an als er dann da war, er ihn sehen, anfassen konnte. Thematisiert hat er das woanders aber auch nach der Geburt nicht groß. Der war dann eben da.

Setzt ihn nicht auf einen Thron, er wird nicht Eure Nummer eins bleiben. Es gibt kein Kinderranking, zumindest ist das sehr ungesund.

Und vergesst nicht dass er gerade mal 3 ist, das ist noch sehr sehr klein.
Aktuell sieht er Deinen dicken Bauch, das beim anderen Baby bei der Mutter kann er vermutlich gar nicht mehr erinnern als sie schwanger war.
Lasst ihn Dinge mit aussuchen, überlegt zusammen Namen, aber alles locker und als ob es völlig normal ist, ohne Drama dahinter.

Mich würde dennoch interessieren was Du zwischen den Zeilen schreibst.
Denkst Du er ist bei seiner Mutter nicht gut aufgehoben ? Warum ?

Stiefsohn lenkt bei Babygespräch sofort ab

Antwort von fsw  -  09.02.2016
Ich unterschreibe bei dir gaaa...nz DICK und FETT!!!

Stiefsohn lenkt bei Babygespräch sofort ab

Antwort von mf4  -  15.02.2016
Dem kann ich nur zustimmen...
1. ist er erst 3, selbst noch so klein und...
2. weiß er bereits, dass sich mit Baby alles ändert und für ihn weniger Platz ist

Worte wie "du bist 2 mal in der Woche zu Besuch aber so wichtig wie das Baby, welches immer bei Papa ist" würde ich lassen, denn das könnte er glauben und dann kann er nur enttäuscht werden.

Stiefsohn lenkt bei Babygespräch sofort ab

Antwort von Alexxandra  -  09.02.2016
Als meine Tochter geboren wurde, haben meine Schwiegereltern und mein Mann seinem Sohn ständig erklärt, er wäre und bliebe Nr. 1, er wäre der einzige Sohn etc, damit er nicht eifersüchtig werden würde, obwohl er damals von der mütterlichen Seite schon einen jüngeren Bruder hatte, er kannte es also schon.

Der Beziehung zwischen den Geschwistern, also meiner Tochter und dem Sohn meines Mannes, hat das nicht gut getan, der Junge war irgendwie immer der Prinz und meine Tochter hat bald eine große Eifersucht entwickelt. Es wäre besser gewesen, mein Mann und seine Familie hätten akzeptiert, dass Kinder eben Geschwister bekommen und man als Erstgeborener nicht mehr Rechte hat.

Stiefsohn lenkt bei Babygespräch sofort ab

Antwort von mf4  -  15.02.2016
DAS würde mich auch interessieren.

Die Vermutung, dass das Baby nicht mehr da wäre und die Erwähnung, dass es das 4.Kind vom 4.Mann ist...

Es scheint, als ob die Ex nicht gut da steht und vielleicht merkt der Kleine ja, dass er ausgefragt wird und man nicht gut über seine Mama denkt?

Stiefsohn lenkt bei Babygespräch sofort ab

Antwort von Nurit  -  09.02.2016
Was Du da machst, ist nicht nachvollziehbar. Bedenklich finde ich auch die Schlüsse, die Du daraus ziehst...Der Junge ist noch viel zu klein, um das alles zu begreifen. Altersgerecht ist das alles nicht.

Worauf das alles hinaus soll, kann man sich gleich denken, wenn man Deine Einleitung liest: Mutter hat vier Kinder von vier Vätern. Na und? Dein Mann war ja wohl offensichtlich einer der Väter, oder?

Ich finde es immer wieder toll, dass die Next immer (!!!!) die besseren Mütter sind (jedenfalls in der eigenen Wahrnehmung).

Stiefsohn lenkt bei Babygespräch sofort ab

Antwort von fsw  -  09.02.2016
O.k. ich unterschreibe bei euch allen vor mir.


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