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Beitrag aus dem Forum Babypflege Elternforum

Schlafzeiten

Frage von Ani123 - 03.10.2011

Ich bin Erzieherin und arbeite nebenher als Kinderfrau in verschiedenen Familien. U.a. habe ich gerade (nach mehr als 2,5 Jahren) mal wieder Säuglinge mit in der Betreuung.

Familie 1: Drei Kinder. 4,5 Monate, 2,5 Jahre und 4 Jahre. Die Kleine schläft selten und wie ich finde unruhig. Meist schläft sie, wenn ich sie im Kinderwagen schiebe, aber mal stehen bleiben, dann wacht sie auf. Ist das normal? Ich kenne es vom Mittleren (den ich vo Geburt an auch betreute) ganz anders. Er schlief auch im stehenden Kinderwagen ein und dann auch bis zu 2 Stunden. Umbetten, von Kinderwagen in Kinderbett, kein Problem. Er schlief einfach weiter. Das ging bis er 1,5 Jahre war prima. Bei der Kleinen geht es garnicht. Schaffe ich es wirklich mal sie mit ihrer Schale ins Haus zu bekommen brauche ich garnicht daran zu denken, sie umzubetten. Dann wacht sie garantiert auf. Nur schläft sie in der Schale auch nur noch max. 15 Minuten. Würde ich weiter schieben durchaus auch bis 1,5 Stunden. Feste Schlafzeiten hat sei keine. Sie kann schlafen wie sie will. Dann schläft sie durchaus auch mal bsp. von 17-19 Uhr und um 20 Uhr soll ihre Nachruhe starten, laut Mutter, was dann aber mehr "ich schreie mich in den Schlaf" als wirklich "ich schlafe ruhig ein" ist. Inzwischen mache ich es oft schon so, dass ich bewusst gegen 18 Uhr nach Hause fahre, sie mit hochnehem (in der Schale) und dann wacht sie ja gegen 18:15 Uhr spätestens von selbst auf. Durchschalfen macht sie nicht. So ab 1 Uhr ist sie alle ca.2 Stunden wach. Die Mutter ist völlig fertig und bräuchte eigentlich eine Auszeit. Ich bin da und habe dann die Kleine, aber sie möchte dann Mutter für die Großen sein (verständlich wie ich finde). Aber wenn sie wirklich mal freie Zeit hat (mal 2 Stunden), dann nurzt sie diese nicht zum Sclafen, Entspannen, oder so, sondern zum Einkaufen, Termine wahrnehmen, usw.. Sie hat viel Stress (meiner Meinung nach) und entlastet sich null. Inzwischen schlafen alle drei nachts im Ehebett, weil die Großen nicht mehr in ihrem Ehebett einschlafen und durchschlafen wollen. Dadurch, dass die Kleine nachts so oft wach ist, zieht Mutter mit Baby meist gegen 3 Uhr aufs Sofa um und seit ein paar Tagen bespielt sie die Kleine auch 1-2 Stunden in der Nacht. Morgens wacht die Kleine meist gegen 8:30 Uhr auf.
Wichtiger Hinweis: Die Kleine wird voll gestillt. Sie wird überwiegend von der Mutter betreut oder aber stundenweise von mir (mal 1-2,5 Stunden). Der Vater hat das Kind unregelmäßig, da Mama es sehr an sich zieht und kaum jemanden anderes dran lässt.
Die Mutter ist gegen Abpumpen, was ihr zwischenzeitlich einen Freiraum geben könnte (denke ich). Da Papa auch oft zu Hause ist, würde er die Kleine dann auch nehmen.

Familie 2: Zwei Kinder. Fast 3 Monate und 4 Jahre. Die Kleine schläft oft. Anfangs war sie nur zum Stillen wach, inzwischen auch mal zwischendrin. Sie wird allerdings seit einer Woche nur noch halb gestillt und bekommt halb Flaschennahrung (mal das eine, mal das andere). Abgepumpte Muttermilch über die Flasche bekommt sie seit sie ca.6 Wochen ist und macht es super mit. Die Mutter wird auch ab Mitte des Monats wieder Teilzeit (30h/Woche) arbeiten gehen. Das Kind ist seit es 8 Wochen ist bei einer Tagesmutter. (Daher auch Trinken über die Flasche, da die Arbeitsstelle 45 Minuten vom Wohnort entfernt liegt.)
Das Kind schläft gut. Nachts meist von ca.23-5 Uhr durch. Das fordern die Eltern aber, was nicht bedeutet, dass sie nachts kein Trinken bekommt, wenn sie es fordert. Das Kind soll in ihrem eigenen Bett einschlafen, was ab und zu auch klappt. Ich muss sie dann viel streicheln, Hand auf den Kopf legen, usw.. Oft ist sie aber unruhig (ich habe sie abends) und ich nehme sie dann doch auf den Arm. Da schläft sie meist binnen 15 Minuten ein. Umbetten ist möglich, allerdings erst ca.15 Minuten später. Vorher (vor den 15 Minuten) wacht sie immer auf und quengelt dann auch. Die Eltern (insbesondere die Mutter) möchte nicht, dass die Kleine bei mir auf dem Arm schläft. Sie soll in ihrem Bett einschlafen (was in diesem Fall der Laufstall ist, da sie nur unter Aufsicht schlafen soll). Desweiteren soll sie abends von 20-23 Uhr auch nicht mehr schlafen, da sie dann evtl. morgens länger schläft. Allerdings ist die Kleine abends so ko, dass ein Wachhalten (ich habe es ausprobiert) nur mit Quengeln von ihr möglich ist und ich bin der Meinung, dass das nicht sein muss. Sie ist noch keine 3 Monate alt und da denke ich, wenn sie abends auch nochmal 3h schläft und dann gestillt wird (oder die Flasche bekommt) und dann 6h schläft, sollte es anfangs ok sein. Ich denke mir mit der Zeit wird es sich ändern. Zumal sie quasi 9h schläft, mit einer Unterbrechung von ca.0,5h. Bei einem fast 3 Monate alten Kind finde ich das super.
Vielleicht ein paar Punkte vom älteren Kind dazu. Er ist immer nur auf dem Arm eingeschlafen. Umbetten war ok, nach einer gewissen Zeit. Die Eltern haben ihn von Anfang an, besonders abends, immer auf dem Arm zum Einschlafen gebracht. Als ich kam (da war er gerade 1 Jahr alt) habe ich es auch so gemacht und es ging so, bis er 3 Jahre war, weil das Umgewöhnen auf "ich schlafe im Bett ein" sehr schwer war und ein riesen Desaster war (sehr anstrengend und in Verbundenheit damit, mit bis zu 2,5h am Bett sitzen zu bleiben). Der Große hatte u.a. auch das Problem, dass er ein 7-Stunden-Schläfer war. Bedeutet: Egal wann er schlafen gelegt wurde, sei es um 20 Uhr oder aber erst um 24 Uhr, er hat immer 7 Stunden geschlafen und dann war er wach. Ihn allerdings nach 21 Uhr noch gut wachhalten zu können, ohne das er quengelt, bedarf ein sehr gutes Programm und an, ich mache nebenei noch ein Haushalt oder decke den Tisch ab, war gar nicht zu denken. Er hat dann meist von 21-4 Uhr geschlafen und ab 4 Uhr war er richtig wach und hat bis 11/12 Uhr durchgehalten und dann 1-3 Stunden Mittagsschlaf gemacht und war dann bis 21 Uhr wach. Diese Zeit, des ich schlafe nur 7 Stunden startete so als er 6 Monate war, als er in einen Rhythmus reinkam, und endete er erst als fast 3 Jahre war, denn dann plötzlich wurde es mal 5 Uhr, mal 6 Uhr, und rigendwann dann 19:30 Uhr Schlafenszeit (da war er aber schon 3,5 Jahre). Inzwischen schläft er von ca.19:30-6 Uhr. Aber der Weg bis dahin war sehr schwer.
Ich glaube, dass die Eltern Angst davor haben, dass die Tochter auch so wird, denn es schlauchte schon sehr, wenn er nach 7 Stunden richtig wach war, aber als Eltern wollte man gerne noch schlafen. Ich meine, ich stehe auch ungern um 4 Uhr auf und gebe Programm. Und immer sich um 21 Uhr mit schlafen legen geht auch nicht, denn als Eltern möchte man evtl. auch mal Spielfilm schauen, der bis 22:15 Uhr dauert, vom Homeoffice arbeiten oder einfach mal als Paar ausgehen.

Was denkt ihr darüber? Kind schlafen lassen, so wie das Kind es wil? So wie ins Bsp. Familie 1. Kind schläft dann, wenn es das will. Kann sein, dass es von 8:30-17 Uhr wach ist, dann schläft, aber abends eigentlich nicht in den Schlaf kommt. Oder aber doch einen Rhythmus reinbringen, wie in Familie 2, und sagen, abends ab 23 Uhr ist Ruhe? Ich meine, es ist evtl. ein Lernding, denke ich, und die Kleine aus Familie 2 macht es gut mit und schläft auch ab 23 Uhr super (hatte sie gerade vorgestern zum ersten Mal bis 2:30 Uhr nachts und ab 23 Uhr hat sie super geschlafen, ohne Wach zu werden). Vielleicht ist das frühe Erlernen auch der Weg zum "Durchschlafen" und "feste Schlafzeiten" haben. Ich meine, der Große aus Familie 2 hat immer zuverlässig seine 7 Stunden geschlafen und war da nie wach (außer er war krank). Ansonsten waren das feste Zeiten, seit er 6 Monate alt war. Bei Familie 2 stört es mich auch, dass das Kind alles entscheiden darf, alles machen darf, es Mama dabei sehr schlecht geht, und ich frage mich, ob da so richtig sein kann. Zumal ich der Meinung bin, dass dem Kind auch Schlafen beigebracht werden kann. Denn wenn ich es ab 14 Uhr habe schläft es meist von 15-16 Uhr und dann abends ab 20 Uhr wieder, was dan problemlos klappt. Und ich habe Bedenken davor, dass es so wird wie beim Mittleren, der erst mit dem 2.Geburtstag lernen sollte, durchzuschlafen (und es hat gedauert bis die Eltern da konsequent waren), und sich vorher im 2h-Rhythmus gemeldet hat und eine Flasche bekommen hat. Das muss, so denke ich, nicht sein.

Ich möchte einfach mal Erfahrungsberichte haben und wissen wann ihr damit gestartet habt, eurem Kind beizubringen, wann es schlafen soll? Also auch zeitlich? Und welche Zeiten habt ihr da am Anfang gewählt und wie habt ihr es gemacht? Und wie hat es euer Kind angenommen?
Ab wann seit ihr der Meinung sollte ein Kind durchschlafen (also so mind. 6h am Stück nachts schlafen)?

Re: Schlafzeiten

Antwort von dennethw - 04.10.2011

Das ist aber wirklich mal ein langes Posting von dir.
zu Familie 1: Genauso ging es mir mit meinem Sohn. Schlafen ging nur im sich bewegenden Kinderwagen, umbetten war nie möglich. Meine Kids brauchen beide wenig Schlaf. Schon als Babys. Feste Schlafenszeiten hatten sie da auch nie. Fange ich jetzt grad versuchsweise mit an. Der Kleine ist jetzt 15 Monate und geht in die Krippe. Mein Sohn hat auch nie eine Flasche akzeptiert, so dass ich mir die Mühe mit dem Abpumpen schnell gespart habe. Und das ein so kleines Kind nachts alle 2 Stunden an die Brust will, halte ich für völlig normal. Das mit dem Bespaßen in der Nacht, sollte sie etwas eindämmen. Nur ruhige leise Aktivitäten mit wenig bis gar keinem Licht. Wir wollen unsere Kids ja daran führen, dass es Tag und Nacht gibt. Das mit dem sich in den Schlaf schreien lassen, geht auch gar nicht. Entweder sie lässt das Baby noch wach bis es richtig müde ist, oder praktiziert einschlafstillen.
Ich lese eine leichte Unakzeptanz aus deinem Bericht heraus. z.b. der Vater hat das Kind selten. Leben sie nicht zusammen? Also ich würde mein vollgestilltes 4,5 M altes Baby auch nicht einfach so abgeben. Sollten sie dch zusammen leben, kann er sch doch kümmern. Sie wird ihm das Baby ja nicht aus den Händen reissen. Dann kann er mit Schaukeln und Tragen das Baby ja auch beruhigen.
zu 2. Das Leben ist kein Wunschkonzert. Bei einem so kleinen Baby versuchen den Schlafrhythmus zu bestimmen, funktioniert sowieso nicht.
Generell finde ich auch deine Sichtweise etwas schwierig. Natürlch kann man versuchen Schlafen beizubringen, aber noch keinem Säugling. Man kann den Abend ruhig gestalten, immer mit dem gleiche Ritual, Das Licht dimmen u.s.w. aber ein Garant fürs Einschlafen ist das nicht. Meine Tochter hat übrigens ab einem Alter von 8 Wochen durchgeschlafen. Einfach so. Mein Sohn kann es noch ncht.
LG

Re: Schlafzeiten

Antwort von Ani123 - 05.10.2011

@dennethw

zu Familie 1: Die Eltern leben zusammen, sind verheiratet seit drei Jahren. Der Vater ist auch stundenweise am Tag zu Hause (meist 2-3h mittags und tageweise auch die ganze Zeit) und würde da gerne auf die Kleine aufpassen und was mit ihr machen. Und sei es mal mit ihr einen Spaziergang machen. Aber das lässt die Mutter nur sehr selten zu, weil die Kleine könnte Hunger bekommen (wobei ich denke, dass der Vater dann auch mit ihr nach Hause kommen kann), sie könne die Windel voll machen (und der Vater kann auch wicklen, Wickelutensilien mitgeben) oder aber sie schreit und braucht mich (und das ist der Punkt: Für sie ist es unvorstellbar, dass die Kleine evtl. auch beim Papa mal lacht, mal zufrieden ist. Evtl. hat sie sogar Angst davor, dass die Kleine es bei ihm ist und er dann denkt, die Kleine ist ruhig und pflegeleicht und meine Frau hat einen negativen Einfluss auf die. Und für die Frau wäre es psychisch eine Belastung, wenn sie wüsste, dass die Kleine beim Papa wenig schreit/weint, bei ihr aber schon; umgekehrt aber auch, wenn sie dort schreien/weinen würde.) Die Mutter klettet das Kind so an sich.
Vielleicht sehe ich es aber nur so, weil es beim Mittleren so viel anders lief. Die Mutter hat nach vier Monaten stundenweise ihre Arbeit wieder aufgenommen. Das Kind war bei mir und wenn es mal nicht ging (aus beruflichen Gründen), dann hat der Papa sich frei genommen (wenn es früh genug fest stand) oder aber seine Arbeitszeiten noch irgendwie umgelegt oder das Kind ist mit in die Uni gekommen. Nicht nur einmal hat der Mittlere dort ein paar Stunden verbracht und auch als 1,5-Jährige fand er es noch sehr toll zwischen den ganzen Studierenden umher zu laufen. Und der Papa konnte somit Arbeit und Kind gut miteinander verbinden. Für die Frau war es völlig ok wenn das Kind mit dort war. Zumal sie ihre Arbeit auch schätzte und nicht aufgeben wollte. Daher ist ihr Verhalten jetzt "ich gebe mein Kind nicht an den Papa" für mich so fremd. Der Papa hat die Jungs von Anfang an mitbetreut. Bei den Mittleren habe ich es auch mit erlebt und nicht nur einmal war der Junge auch mit in der Uni, trotz das Mama zu Hause war. Und jetzt ist alles anders. Mag sein, dass es daran liegt, dass es jetzt ein Mädchen ist, aber so sehr? Ich meine, der Papa kann sich auch um ein Mädchen kümmern.

Zu Familie 2: Du hast schon Recht, dass das Leben kein Wunschkonzert ist und das Baby den Schlafrhythmus noch selbst bestimmt. Aber ich glaube, die sind einfach so "beängstigt" noch vom Großen, dass es wieder so ausartet (wobei dagegen nichts gemacht werden kann) und versuchen deshalb dieses Mal von Anfang an klare Regeln zu setzen. Bsp. ab 23 Uhr ist Nachtruhe.

Re: Schlafzeiten

Antwort von dennethw - 05.10.2011

Tja zu deiner ausführlichen Erklärung fällt mir jetzt höchstens noch ein, das es vielleicht entweder wirklich am Mädchen liegt (vielleicht hat sie sich schon lange eins gewünscht, oder denkt Papa kann vlt nicht mit Mädchen so gut...) oder aber weils ja höchst warscheinlich ihr letztes Baby ist und sie es danach nie wieder erleben wird und jetzt alles in sich aufsaugt. Trotzdem ist da wohl mal ein ausführliches Gespräch mit dem Mann notwendig. Jeder sollte schon seine Wünsche und seinen tandpunkt klarmachen und dann müssen sie einen Kompromis finden. Das kann man ja mal als Anregung mitgeben.
zu 2. Seh ich immer noch genauso. Klare Regeln helfen erst wenn der Säugling größer und verständiger ist. Schlechte Erfahrung hin oder her.
LG

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