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Geschrieben von Trini am 15.11.2005, 10:27 Uhr

Zufrieden mit dem Mittelmaß - kann das gut sein???

Erstmal Vorwarnung: es ist ziemliche Gedankensuppe, was jetzt kommt. Ich lese wohl zu viele Ratgeber.

Aber, ich habe den Eindruck gewonnen, daß es regelrecht gewollt ist, mit dem Mittelmaß zufrieden zu sein.

Ein Paar Beispiele:

- Ich habe mir große Kritik einer Realschullehrerin eingehandelt, als ich zugab, daß mich eine Drei meines Grundschulsohnes (3. Klasse) eben NICHT befriedigen kann.

- Eine Grundschulmutter (die des Klassenbesten) meinte jetzt, Gymasium MÜSSE doch gar nicht sein.

- Ein Klassenkamerad meines Sohnes will von vorn herein auf die Realschule, obwohl er auch gute Leistungen hat.

Ich finde es ja RICHTIG, daß man für sein Kind realistische Ziele setzt. Daß man also keine Einsen verlangt, wenn das Kind ernste Probleme in einem Fach hat. Aber, darf man denn über einen vergeigten Grammatiktest gar nicht sauer sein?? Darf man nicht auch mal zu Hause das Einmaleins oder die Uhr üben???

Muß ein Kind wirklich alles von allein können???

Oder - liegt DA die Ursache für die momentane deutsche Mittelmäßigkei???????

Warum studieren an der Musikhochschule Lübeck (die hat einen "Wunderkindbereich") fast nur noch Asiaten???

Warum hat Deuschland im unbezahlten (und teilweise auch im bezahlten) Sport nichts mehr zu vermelden???

Ex-Eissternchen Katharina Witt meinte einmal, daß heute keiner mehr bereit ist, sich zu quälen.

Überlassen wir Eltern nicht zu viele Entscheidungen unseren Kindern???

Ich weiß es nicht. Was meint Ihr??

Trini

 
51 Antworten:

Re: Zufrieden mit dem Mittelmaß - kann das gut sein???

Antwort von Schwoba-Papa am 15.11.2005, 10:58 Uhr

Also erstmal zweifle ich an der Feststellung wir hätten ein deutsches Mittelmaß bzw.eine momentane deutsche Mittelmäßigkeit ! Sehe ich trotz Pisa (was als Indikator gilt) nicht so !

Eine 3 ist wie ein Glas halbvoll oder halbleer. Tut er sich im Fach schwer ist eine 3 sicher befriedigend, ansonsten sollte die 2 angestrebt werden ! Ein Streben an das Optimum sollte schon sein und die Erziehung auch von etwas Ehrgeiz geprägt werden, dann kommt vieles von allein.

Aber ein Fördern kann schnell zum Fordern werden. Und eine Kati Witt musste sich trotz der Schinderei vor dem Playboy ausziehen und durch Eisrevues tingeln. :-)

Das Problem sind nicht die mangelnden Talente, sondern die mangelnde Förderung, vorallem im Sport !

Grüßle

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Re: Zufrieden mit dem Mittelmaß - kann das gut sein???

Antwort von wassermann63 am 15.11.2005, 10:58 Uhr

Hallo,

ich kann dir nicht sagen, wie ich miene Söhne erziehen werde, wenn sie in ein Alter kommen, in welchem der Leistungs- und Wettbewerbsdruck spürbar groß ist. Mit Sicherheit kann ich nur feststellen, dass ich selbst mit relativ geringem Druck, was schulische Leistungen anbelangt, erzogen worden bin (kann mich nicht daran erinnern, dass meine Mutter mir bei den Hausaufgaben geholfen hätte. Das liegt aber auch daran, dass ich sie ab ca. der 8. Klasse gar nicht mehr zu Hause gemacht habe, sondern während des Unterrichts, sozusagen vom blanken Blatt Papier aus ;-)

Tatsächlich war ich aber in gewissen Schuljahren auch nur mittelmäßig (nämlich in den Jahren, in welchen ich nur meine "Verknallten" im Kopf hatte).

Der natürliche Ehrgeiz kam erst in der Oberstufe, als ich mir eine Mitschülerin als Konkurrentin ausgesucht und meine Leistungen mit den ihrigen gemessen habe.

Vielleicht wäre es nicht schlecht gewesen, mehr Druck von meinen Eltern während der pubertären Jahre zu bekommen.
Auf der anderen Seite wären diese Versuche unter Umständen in jenen rebellischen Jahren gescheitert. Wer weiß.

Zuviel Druck ist aber mit Sicherheit nicht leistungsfördernd.

Das Mittelmaß als rechtes Maß der Dinge ist oftmals die bequemste, manchmal aber auch die einzig richtige Lösung. Bei schulischen Leistungen ist es offensichtlich die bequemste Lösung. Bei der Zufuhr von Nahrungsmitteln die einzig richtige ;-)

Wettbewerbsdenken und extremer Leistungsvergleich ist in Ländern wie Japan hoch angeschrieben. ABer wäre es sinnvoll, derartige Systeme auf uns zu übertragen? (So à la Kindergarten mit Leistungssport und Frühschulung?) MAl abgesehen davon, dass dieses System selbst in Japan anscheinend massive psychologische Probleme auslöst (was man halt so hört.., ich war aber nur einmal kurz in Japan und habe die Menschen eigentlich als recht heiter erlebt).

In D ist der Leistungsdruck noch relativ gering. Das wird sich aber ändern, wenn das amerikanische hire & fire-Prinzip hier erst einmal so richtig greift.

Kurz: meiner Meinung nach ist es o.k., die Leistungen der Sprösslinge zu beobachten und unterstützend einzugreifen, wenn selbige aus dem Ruder geraten. Aber nicht drillen. Ich denke, dass der natürliche Ehrgeiz nicht aus Drill entsteht.

LG
JAcky

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Re: Zufrieden mit dem Mittelmaß - kann das gut sein???

Antwort von fusel am 15.11.2005, 11:08 Uhr

Hi,

ich denke das hat was mit dieser neuen Erziehungtheorie zu tun. Bloss keinen Druck machen... Das fängt schon bei den Kleinsten an: Windel und Schnuller bis ins 5. Lebensjahr und wenn sie sich hauen: ja nicht dazwischen gehen. Die Kinder machen das schon selbst untereinander aus bzw. melden sich. Theoriegrundlage ist wohl das "kompentente Kind", irgendso eine tolle Weisheit die jeder meint 1:1 umsetzen zu müssen.
Auf der anderen Seite wird gefördert und gestresst das ein Kleinkind einen vollbelegteren Terminplan als ein Manager hat. Und Individualisiert: Mein Kind hat ADHS! Mein Kind ist hochbegabt!
Wenn man teilweise die Elternforen hier als Massstab nimmt ist Deutschland in 30 Jahren ein Hort an Übergabten und Zappeligen. Ich frage mich immer nur wie sichd as mit der Erkenntnis verträgt das Hochbegabung in Kleinkindalter noch garnicht so festlegbar ist und "nur" 5-10% aller Schulkinder ADHS haben, wobei ich diesen Wert auch schon sehr hochgegriffen finde.

Ich komme vom Thema ab.

Nein, also ich finde auch im Moment läuft alles so ein wenig quer. Da läßt man es schleifen, dort wird gestresst. Welches Kleinkind kann und soll schon! was mit dem Alphabet zu schaffen haben?
Dreiradfahren sollen sie lernen, Statik per Sandburgbauen üben und Hydraulik im Plantschbecken - mehr nicht. Das! ist altersgerecht und besser fürs Hirnchen als sich den Windelpo am Tisch plattzudrücken und Symbole zu pauken da mit Mutti(oder Vati) angeben kann.

Ich denke ein Kind kann auch dann verantwortungsvoll und "kompetent" sein, wenn man ihm einige Regeln vorgibt bzw. das fördert was für das Alter machbar ist.
Denn Regel werden sie später auch befolgen müssen, da heisst es eben Gesetze. Und Mühe geben auch, das steht dann auf dem Kontoauszug.
Lernen und Erfolg haben kann! auch Spass machen, Mittelmäßigkeit ist hingegen mittelmässig. Mehr nicht.
Es versuchen und gewinnen. Oder es versuchen und scheitern - ist auch kein Ding, aber man hat es eben versucht.

Sorry, ist etwas überspitzt. Aber wenn mir noch einmal eine Mutter von einem SchnulliKleinkindInWindel sagt das ihr Kind seinen Namen aufkritzeln kann werde ich zum Tier (o:

LG

fusel

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Re: Zufrieden mit dem Mittelmaß - kann das gut sein???

Antwort von vallie am 15.11.2005, 11:12 Uhr

mir geht es ganz genauso.
ich habe mir auch den unmut der lehrerin letztes jahr eingehandelt, weil auch ich gesagt habe, daß eine drei in der grundschule KEINE gute note ist.
jetzt ist valérie in der 4.klasse und wir versuchen in allen fächern eine zwei zu erreichen. sie ging bis vor etwa 6 wochen freiwillig in den hort und hat dort hausaufgaben gemacht, seitdem kommt sie nach dem essen heim zum hausaufgaben machen und geht danach wieder hin.
ich habe gemerkt, daß die hausaufgaben vor allem in deutsch so individuell und umfangreich sind, daß sie meine aufsicht braucht, bis jetzt hat sie auch überall zweier. um sie anzuspornen, habe ich ihr
im falle des übertritts das heißersehnte fotohandy versprochen, ob das pädagogisch richtig ist, ist mir wurscht.
hauptschule kommt für mich nicht in frage.

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Eltern-Kindbeziehung

Antwort von fusel am 15.11.2005, 11:14 Uhr

Hi,

ich denke ein wenig auf die Noten achtzugeben, sich mal hinzusetzen und helfen oder dran erinnern! und am "Puls" bleiben, das kann durchaus helfen.
Es vermittelt dem Kind nämlich auch das die Eltern sich kümmern. Mein Mutter hat anfangs mal mitgeschaut, aber irgendwann nicht mehr, mein Vater wusste z.B. auch nie in welche Klasse ich gehe. Die macht das schon - war der Slogan.
Und ich kann mich heute noch sehr schlecht diziplieren. Ob das nun ein Resultat davon ist, sei dahingestellt.

LG

fusel

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"...wir versuchen in allen Fächern eine 2 zu bekommen"...

Antwort von tinai am 15.11.2005, 11:36 Uhr

..wir haben die Masern,

..wir laufen schon

..wir schlafen schon durch.

Wir sollten aufpassen, dass sich Mütter nicht über die Leistung ihrer Kinder definieren. Das hält auf Dauer kein Kind aus und führt zu Selbstaufgabe bei der Mutter.

Mir fiel die Formulierung auf!

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Re:

Antwort von vallie am 15.11.2005, 11:46 Uhr

stimmt, gefiel mir beim nochmaligen lesen auch nicht, aber da war es schon zu spät.

doch keine angst, ich definiere mich nicht über die leistung meines kindes, sondern ich möchte, daß sie den bestmöglichen start ins berufsleben bekommt.

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@fusel

Antwort von tinai am 15.11.2005, 11:52 Uhr

Ich glaube nicht, dass Du heute disziplinierter wärst, wenn Deine Eltern Dir bei den Hausaufgaben mehr im Nacken gesessen hätten.

WIr sind zu Haus mehrere Kinder gewesen, ich das jüngste. Bei mir hat eh keiner mehr geblickt, was ich wann und wo mache. In der Grundschule wurde meine Mutter zur Lehrerin zitiert, was sie vor allem deshalb ärgerte, weil sie die Zeit investieren musste - worum es ging, weiß keiner mehr.

Im Gymnasium bin ich in der 5. fast abgestürzt (weil ich zu spät merkte, dass es nciht mehr nebenbei geht wie in der Grundschule). Bis zur 7. habe ich mich durchgehangelt und dann kam der Ehrgeiz von ganz alleine!

Meine Geschwister und ich sind was Disziplin angeht völlig verschieden. ICh würde sagen, dass ich eher mehr habe als meine beiden anderen geschwister aber weniger als mein Bruder. Wir wurden alle unterschiedlcih "angetrieben" oder nicht angetrieben. Einen Zusammenhang zwischen Disziplin, Durchhaltevermögen und Maß der Einmischung kann ich aber nicht erkennen.

Ich war immer heilfroh, dass sich unsere Eltern wenig gekümmert haben. Ich fand es superpeinlich, wenn die Mütter den anderen die Hausaufgabenhefte aus dem Rucksack nahmen und besser über Klausuren Bescheid wussten als ihre Kinder, da kamen dann auch so Sätze wie "Wir haben uns ja jetzt in Mathe auf eine 2 hochgearbeitet" grauenvoll!!!!!!

Unsere Eltern waren fast verblüfft als wir ihnen die Einladung zum Abiball brachten, die dachten wir wären ein Jahr später dran.

Kurzum: Ich glaube man sollte vielleicht etwas mehr beobachten als es meine Eltern gemacht haben, aber so wenig wie möglich eingreifen. Der Druck kommt durch die Konsequenz und das muss jedes Kind selbst kapieren, das kann man ihm natürlich auch mal erklären. Bei mir gehörten schlechte Noten dazu und eine Lehrerin, die mich einmal im Unterricht gnadenlos vorgeführt hat, um es zu kapieren. Hausaufgaben habe ich morgens im Bus gemacht, bis ich gemerkt habe, es reicht nicht. Als ich einen großen Durchhänger hatte und mit meinen Eltern gesprochen habe, bekam ich Latein-Nachhilfeunterricht. Hätte vielleicht so weit nicht kommen müssen, aber es war alles sehr lehrreich und ich bin meinen Eltern dankbar, dass sie uns vertraut haben. Die hätten uns auch die Köpfe nicht mit einem Realschulabschluss abgerissen (bei der Hauptschule hätten sie wohl doch eingegriffen).

Ich wurde einmal Ende der 6. "ins Gebet" genommen, da machten sie mir freundlich klar, dass es kein Drama ist, wenn ich auf die Realschule wechsel, ich dann aber noch ein Jahr wiederholen müsse (1. Fremdsprache Latein) und außerdem leider nicht studieren könne und auch meine Freundeskreis usw. verlieren würde. Das müsse ich halt wissen. Das saß nachhaltig!

Mit Entsetzen sehe ich im Freundeskreis die Kinder zum Teil 2 Stunden mit ihren Eltern über den Hausaufgaben brüten. Mit Geschrei und Getön, das belastet die Eltern-Kind-Beziehung nach meiner Auffassung zu einem sehr ungesunden Maß.
Man soll sich nicht raushalten, aber nur eingreifen, wenn was aus dem Ruder läfut.

Wie sollen Kinder lernen, selbst an einer Sache zu bleiben, selbst ihre Sachen zu packen, wenn Mami alles macht. "Wir haben heute Sport", "Wo ist unser Turnbeutel", "wir haben heute Mathehausaufgaben". Hausaufgaben müssen gemacht werden, aber ohne Interventionen. Und wenn sie nicht gemacht werden, dann lehrt die Schule, dass wer ohne Hausaufgaben da steht in einer misslich bis peinlichen Situation ist.

Gruß Tina

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@tinai

Antwort von vallie am 15.11.2005, 12:04 Uhr

das kann man nicht pauschalisieren. so ist deine geschichte, aber das ist nicht passend für alle.
meine mutter hat sich in der grundschule so gut wie gar nicht um meine schulischen leistungen gekümmert, als ich auf dem gymnasium nur 4er geschrieben habe, griff sie ein. die lateinischen vokabeln, die sie mit mir gepaukt hat, sitzen heute noch !!!
wohin ich auch in meinem bekanntenkreis schaue, die, die eine mindere ausbildung haben, bereuen alle, es nicht früher oder mit hilfe der eltern gerafft zu haben, daß man sich halt auf den hintern setzen muß.
mit sicherheit gibt es kinder, die so schlau sind, daß sie es immer alleine packen, aber es gibt auch andere, die ein bißchen anstoß brauchen. das will ich nicht verpassen.
und "wir" sage ich auch nie.

wie soll ein kind es lernen, wenn immer alles ihm selber überlassen bleibt und wenn alles nicht so schlimm ist ???

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Das beste dafür ist...

Antwort von tinai am 15.11.2005, 12:07 Uhr

..eine glückliche Kindheit und Eltern, die ihr Kind immer und bedingungslos annehmen mit all seinen Fehlern. So lernt es nämlich auszuhalten und durchzuhalten.

Sehr pathetisch, aber davon bin ich absolut überzeugt.

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Re: Das beste dafür ist...

Antwort von vallie am 15.11.2005, 12:09 Uhr

wie alt sind deine kinder ?

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Re: Zufrieden mit dem Mittelmaß - kann das gut sein???

Antwort von Rio am 15.11.2005, 12:14 Uhr

Hallo,

mal andersrum besehen: was ist schlimm an Mittelmaß?

Mittelmaß bedeutet das Feld, in dem sich die Mehrheit befindet. Ist es schlimm, wenn dein Kind sich in der Schule nicht bei den Besten befindet?

Ist es schlimm, wenn dein Sohn später mal "nur" einen mittelmäßigen Beruf macht und nicht Hochschuldozent, Astrophysiker oder Top-Manager wird?

Gibt es was gegen Bankangestellte, Schlosser oder Bäcker einzuwenden?
Meiner Meinung nach nicht.

Ich bin als Kind trotz Gymnasiumempfehlung auch "nur" auf die Realschule gegangen. Aus dem einfachen Grund, weil ich das so wollte. Da konnten Lehrer und Mutter predigen so viel sie wollten, ich war schon mit 10 ziemlich dickköpfig.

Auch nach der Realschule musste ich es in meinem pupertären Trotz erst durchsetzen, eine Lehre machen zu "dürfen". Erst als ich den Lehrvertrag unterschrieben in der Tasche hatte (und meinem pupertären Trotz nachgegeben worden war) fing ich an darüber nachzudenken, ob ich nicht doch lieber auf Gymnasium will und bis zum Abi weitermache. Hab ich dann auch gemacht. Aber erst, nachdem der Druck von allen Seiten weg war.

Druck erzeugt Gegendruck und fördert Trotz. Bin ich das beste Beispiel dafür.
Wenn meine Mutter und Lehrer nicht so unbedingt gewollt hätten, dass ich aufs Gymnasium gehe, wäre ich vielleicht direkt nach der Grundschule dort hin.

Wie man es als Eltern also macht, kann man es verkehrt machen.

Und wenn ich mir vorstelle, wie das Leben einer Kati Witt als Kind und Teenager war - nein danke. Das wollte ich für meine Kinder nicht. Dann sollen sie in ihrer Sportart lieber mittelmäßig bleiben und Spaß am Sport und am Leben aussenrum haben.

Ups - jetzt habe ich das böse Wort gesagt: Spaß. Ist ja heutzutage schon fast ein Verbrechen, wenn man von seinem Leben erwartet, dass es Spaß macht. Man denke nur an die verächtlichen Töne gegenüber der "Spaßgesellschaft".

Natürlich gibt es im Leben - auch für die Kinder schon - Pflichten und das Leben besteht nicht nur aus "Spaß". Aber der sollte meiner Meinung nach trotzdem im Vordergrund stehen.

Und weil du gerade die Japaner ins Spiel gebracht hast: hast du dir die Selbstmordrate bei denen mal angeschaut? Und die von japanischen Teenagern?
Ich empfinde diesen Zustand nicht als erstrebenswertes Vorbild.


Um noch mal auf die Schule zurückzukommen: ich fordere von meinen Kindern, dass sie sich bemühen. Es ist ihre Pflicht, die Hausaufgaben zu machen und in der Schule aufzupassen (meistens jedenfalls).
Ich kontrolliere im ersten Schuljahr jeden Tag die HA, im 2. noch fast jeden Tag und im 3. lasse ich das so langsam ausklingen und beschränke mich darauf, mir ab und an zeigen zu lassen, was denn in der Schule gerade so läuft.

Damit bin ich bei meiner Großen gut gefahren und habe es beim zweiten Kind vor, genauso zu handhaben.
Und wenn ein Kind irgendwo Schwächen hat, erwarte ich auch, dass es sich bei mir meldet und in diesem Fach auch mal etwas extra tut.
Aber ob dann am Ende eine 1 oder eine 3 auf der Arbeit steht tut meinem Stolz auf mein Kind keinen Abbruch. Wenn ich weiß, dass das Kind sich bemüht hat, würde ich auch bei einer schlechten Note (schlechter als 3) trösten statt sauer sein.

Ich habe kein Problem damit, wenn aus meinen Kindern später mal mittelmäßige Bundesbürger mit "mittelmäßigem" Beruf werden.

Viele Grüsse,
Rio

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Mann bin ich froh, daß es noch mehr...

Antwort von Trini am 15.11.2005, 12:17 Uhr

"Eislaufmütter" wie mich gibt.

Übrigens meinte mein Sohn gestern beim zweisamen Mittagessen, daß er sehr froh ist, daß ich mich für seine Leistungen interessiere und auch mal schimpfe.

Ihn würde ein "Das ist doch alles nicht so schlimm, ich liebe dich so wie du bist" nämlich gar nicht gefallen.

Trini

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Das schreibe icht nicht....

Antwort von tinai am 15.11.2005, 12:19 Uhr

.das Kind soll nicht sich selbst überlassen sein, das wäre falsch, aber es geht mir um "mehr beobachten" und in der Krise eingreifen, aber nicht permanent und dazu gehört bei mir die permanente Hausaufgabenintervention.

Einen höheren Bildungsabschluss schafft man auch im 2. Anlauf. Wer sagt "meine Mutter hätte mich mehr treten sollen" schiebt das vor, denn sonst würde er es wenigstens jetzt versuchen und nicht jammern.

Man darf Kinder auf keinen Fall sich selbst überlassen, aber sie müssen wissen, dass als erstes sie ganz alleine für ihre schulische Leistung und vor allem für ihre Hausaufgaben verantwortlich sind. Wenn sie das in der Grundschule nicht lernen, lernen sie es nie mehr.

Ich hatte 6 Abbrecher in der Klasse. Das waren die Kinder, die fast durchs Schuljahr geprügelt wurden. Jeden Tag lernen mit der Mutter, jeden Tag Hausaufgaben mit der Mutter und abends Vokabeln abfragen mit dem Vater. Jeden Sonntag noch ein Übungsdiktat usw usw. Es kommt der Punkt, da reicht die mütterliche Intervention nicht mehr, da scheitern viele Eltern selbst an der Aufgabenstellung. Ich habe vor kurzem eine Mutter im Krankenhaus gehört, die ihrem kranken Sohn, den Schulunterricht erklärte (Junge 9 Jahre - 3. oder 4. Klasse), sie erklärte ihm die Mondphasen. Das war hanebüchener Unsinn, was sie erzählt hat - je nachdem welcher Schatten die Erde auf den Mond wirft, haben wir Halbmond oder Vollmond - die hat Mondfinsternis und Mondphasen verwechselt. Die hats ja gut gemeint, aber der Schuss ging voll nach hinten. Wenn der Bub das in der Schule erzählt, dann ist er aufs Blut blamiert und glaubt seiner Mutter eh nichts mehr. Irgendwann funktioniert die Intervention nicht mehr und deshalb sollte frühzeitig versucht werden, die runterzuschrauben, so lange sie noch funktionieren würde - später gibts keine Wahl mehr.

Lieber ein vernünftiger Realschulabschluss und wenn die Kinder mit 15 möchten, Abitur im zweiten Anlauf. Als in der 7. oder 8. oder 11. das Gymnasium wegen schlechter Leistungen abbrechen zu müssen und dadurch Selbstbewusstsein und Schuljahre zu verlieren - meist auch noch in einer Zeit, in der die Eltern eh schwierig werden ( man nennt das Pubertät :-)).

Ich glaube, man unterstützt Kinder mehr, wenn man sich um die Dinge kümmert, die nicht Aufgabe der Schule sind. Z.B. darauf achtet, dass sie regelmäßig Sport treiben, der ihnen Spaß macht, aber auch dran bleiben, vielleicht ein Instrument erlernen oder etwas anderes, bei dem sie ebenfalls Anerkennung bekommen können und Leistung zeigen. Gerade Sport finde ich wichtig, wenn sie dann nämlcih in die Pubertät kommen und mit sich physisch und psychisch im Unreinen sind, ist Sport enorm stützend.

Gruß Tina

PS: Das "wir" war nicht auf Dich bezogen, sondern auf die zitierten Eltern. Zu Eurem "Wir" Schrieb ich ja oben schon.

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Re: Zufrieden mit dem Mittelmaß - kann das gut sein???

Antwort von Moneypenny77* am 15.11.2005, 12:21 Uhr

Ich finde, es kommt einfach darauf an, was in einem Kind steckt. Ich werde von meinen Kindern lediglich die schulischen Leistungen erwarten, die sie erbringen können und keine, die ihnen mangels Talent/Fähigkeiten/Intelligenz schier unmöglich sind. Natürlich gehört auch ein gewisser Druck dazu und die Umsicht der Eltern zu erkennen, WAS ein Kind kann und was nicht!

Ich war in der Schule immer gut in Mathe und Sprachen, dagegen eine totale Niete in (den anderen) Naturwissenschaften, Sport, Kunst und Musik. Da was besseres als eine 3 von mir zu verlangen wäre Quälerei und nicht drin gewesen. Aber das Abitur war für mich drin und da hat mein Vater sehr viel wert draufgelegt, denn es nicht zu machen wäre nur Faulheit gewesen.

So werden wir es auch machen: was schulisch drin ist, wird bis zum Abschluß rausgeholt und wenn es sein muß auch mal mit mehr Druck, aber unsere Kinder müssen keine Berge versetzen, wo es ihnen nicht möglich ist.

Was die sportliche Mittelmäßigkeit angeht, gebe ich Dir teilweise Recht: sich für den Sport zu schinden und auch mal die eigenen Grenzen zu überschreiten ist einfach nicht mehr "in". Aber Verhältnisse wie in Osteuropa, wo die Kinder für den Sport Gesundheit und Kindheit aufgeben, kann es auch nicht sein.

Klar setzen wir ein bißchen darauf, daß unser Sohn in unsere Bundesligastadt mal ein guter Fußballer wird (wir trainieren bereits weitsichtig den linken Fuß) oder auch gern ein versierter Golfer. Aber Bildung ist mir wichtiger! Da habe ich lieber einen HC 10 Golfer mit Abitur und "anständigem Job" zu Hause, als einen Fußballprofi der uns zum WM-Titel 2022 schießt, aber keinen klaren Satz rausbringen kann.

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Also solche Plattheiten lass ich mir nicht unterstellen...

Antwort von tinai am 15.11.2005, 12:22 Uhr

...ich plädiere doch nicht dafür, dass man sich nicht interessieren soll und immer nur sagen soll "ei wie toll".

Nee, das ist mir zu blöd.

Ich finde durchaus, dass es ein wichtiges Ziel ist, zu Leistung zu erziehen.

Ich habe lediglich eine andere Auffassung über den Weg dorthin.

Gruß Tina

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Re: Das schreibe icht nicht....

Antwort von Rio am 15.11.2005, 12:26 Uhr

Hallo,

möchte dir gerade mit den HA voll zustimmen. HA gehören von Anfang an von den Kindern alleine und selbstständig gemacht.
Wenn es mal hakt, dürfen sie gerne um Hilfe bitten.
Und hinterher kontrollieren tue ich anfangs jeden Tag - aber arbeiten müssen sie daran alleine.

Viele Grüsse,
Rio

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@Rio

Antwort von vallie am 15.11.2005, 12:26 Uhr

die wahl haben, das ist für mich entscheidend und für die wahl die passende ausgangssituation schaffen...

ich habe ziemlich locker flockig das abitur gemacht und danach wollte ich geld verdienen, zumal ICH wußte, daß bei mir ohne druck nicht viel geht, d.h. nix studieren, sondern eine lehre als hotelfachfrau. meine mutter hätte es liebend gerne gesehen, wenn ich zumindest danach studiert hätte, aber nein, ich entschied mich für ein saftschubsendasein, erst mal nur 6 monate, es wurden 11 jahre daraus.

ABER ich hätte gekonnt und genau das möchte ich meinen kindern auch ermöglichen.
das ist alles, was sie dann daraus machen, ist ihr ding, ich liebe die modedesignerin oder die friseurin so und so über alles.

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Danke Rio

Antwort von tinai am 15.11.2005, 12:29 Uhr

genau das ist meine Meinung auch.

Die Konsequenz tragen letztlich immer die Kinder und da ist es gut, wenn sie es früh lernen.

Das hat rein gar nichts mit Desinteresse oder Laisser-faire zu tun.

Ich selbst bin übrigens sehr autoritär erzogen worden. Wir hatten ganz feste Aufgaben im Haushalt, mussten superpünktlich zu Hause sein und im Bett, Fernsehen gabs eh nicht und mit "Belohnungen" wurde für Leistung gar nicht gearbeitet, finde ich auch im Nahchhine pädagogisch für völlig verkehrt! Aber unsere Eltern haben uns klar gemacht, dass wir für die Schule selbst verantwortlich sind, dass sie uns unterstützen, wenn wir danach verlangen, aber zu nichts zwingen werden und dafür auch nicht Kohlen aus dem Feuer holen, wenn wir zum dritten Mal wgen mangelnder Hausaufgaben nachsitzen müssen.

Gruß Tina

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Ich habe DIR doch gar nichts unterstellt.

Antwort von Trini am 15.11.2005, 12:32 Uhr

Wo ich allerdings wirklich nicht mit Dir konform gehe, ist der Standpunkt, daß Liebe und Verständnis reicht.

Manchmal muß es schon konkrete Hilfe sein.
Egal ob es (schulisch) das Abfragen des Einmaleins ist oder (sportlich) das gemeinsame Schwimmen gehen oder das Üben der Judogriffe vor einer Gürtelprüfung.
Gerade heute Morgen hat mein Großer gemeckert, warum ich bei ihm beim Schwimmen nie zusehe. Also werde ich das beim nächsten Mal tun.

Trini

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Leistung und Gegenleistung

Antwort von tinai am 15.11.2005, 12:33 Uhr

Die Methode, etwas zu versprechen für besonders gute Leistungen halte ich für pädagogisch äußerst fragwürdig.

Für ein Kind ist doch der Erfolg, der aus der Leistung resultiert "der Lohn". Sie sollen erst gar nicht in den Mechanismus kommen "wenn ich dies oder jenes tue, was bekomme ich dann dafür".

Die besten Azubis, die wir ausbilden, sind die, die von sich aus in der Schule Leistung zeigen. Die müssen auch bei uns nicht "angetrieben" werden sondern verstehen lernen und leisten vor allem als einen Dienst an sich.

Die die das als Dienst oder Gefälligkeit an anderen sehen, sind tatsächlich bei uns die mittelmäßigen (zum Glück hatten wir davon bisher nur sehr wenige).

Gruß Tina

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Liebe und Verständnis reichen nicht, aber ohne das geht gar nichts...

Antwort von tinai am 15.11.2005, 12:36 Uhr

..da habe wohl ich Dich missverstanden (dass ich Dein Posting auf meinen Beitrag bezog) und Du mich.

Gruß Tina

PS: Ich unterstütze meine Sohn z.B. beim Ballett. Er macht es gerne, kommt aber mit den anderen Mädchen nicht zurecht, will deswegen aufhören. DAmit bin ich wiederum nicht einverstanden. Also interveniere ich. Aber es ist vor allem sein Wunsch Ballett zu machen und ich achte darauf, dass er dran bleibt, aber sich auch nicht quälen muss - das bedeutet für mich die "Schule der Eltern).

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Re: Das schreibe icht nicht....

Antwort von vallie am 15.11.2005, 12:36 Uhr

du hast in vielem recht, natürlich soll man ein kind zu nichts prügeln, aber meine kleine lady ist so schludrig, daß man ihr halt manchmal ein wenig auf die finger schauen muß. was den sport betrifft, da habe ich keinerlei ehrgeiz, ich biete an und gut is. ich halte auch da nichts von zwang, denn wenn sie dann in die pubertät kommen, machen sie eh nur noch das, was sie wirklich wollen ( ich MUSSTE skifahren lernen und gitarre spielen, ich habe es gehasst !! )

das mit dem zweiten anlauf dauert halt alles ein bißchen länger, mein exmann hat z.b. erst mit 28 zu arbeiten angefangen deswegen, daher wünscht er sich, er hätte früher den ehrgeiz entwickelt...

wie ich aus manch deinen postings im babyundjob ersehe sind deine kinder noch nicht in der schule. ich habe es bis dieses jahr auch locker angehen lassen, dachte auch, ach ich hab das von alleine gekonnt, es ist leider nicht mehr so wie früher...

vielleicht sprechen wir uns mal wieder ??? :-)))

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Zu Druck und Gegendruck..

Antwort von tinai am 15.11.2005, 12:38 Uhr

..da gibts noch mehr Beispiele, fällt mir nur gerade ein.

Meine Großmutter versuchte mich immer davon zu überzeugen, mehr zu essen (ich war nach heutigem Standard ein miserabler Esser) - mit Belohnung, mit Drohung mit Ignorieren usw.

Ich habe das Essen daraufhin selbst bei Hunger verweigert. Ich hatte Macht!

Gottseidank - sie war eigentlich eine echt liebe Oma - war ich nicht so oft bei ihr und bei meiner Mutter war das nie ein Thema (nachdem der Arzt bestätigte, dass ich wohl von Luft und Liebe lebte, aber nicht vom Essen), sonst wäre ich wohl heute völlig essgestört. Ich merke nämlich selbst, dass ich in der ersten Reaktion noch blockiere, wenn mir Essen aufgedrängt wird. Könnte bei Leistung vielleicht genauso sein.

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Re: Zufrieden mit dem Mittelmaß - kann das gut sein???

Antwort von mamaselio am 15.11.2005, 12:39 Uhr

Interessante Frage...

Bin gespannt was bei uns passiert.
Mein Mann ist ehrgeizig und keinesfalls mit dem Mittelmass zufrieden.Er war ein hervorragender Schueler, bester Student seines Fachbereichs und ist heute Fuehrungskraft. Er sieht die Dinge aehnlich wie Vallie. Ich bin eher jemand der Druck hasst, in der Schule hab ich mich durchgemogelt und an der Uni irgendwie auch.Im Nachhinein glaube ich, dass etwas mehr Interesse seitens meiner Eltern mir gut getan haette.Was mir fehlt, ist Kultur. Das finde ich im Nachhinein sehr schade. Zwischen mir und meinem Mann liegen Welten.Ich bin nicht daemlich, aber halt jemand der von allem ein bischen weiss und immer irgendwie an der Oberflaeche bleibt.

Ich wuensche mir fuer mein Kind, dass er die Disziplin seines Vaters hat. Langfristig hat er dadurch Zugang zu Dingen, die mir wohl fuer immer verwehrt bleiben. Ich bin nach wie vor viel zu traege um mich durch gewisse Dinge zu quaelen. Bei klassischer Musik z. Bsp moechte ich sofort das allegro...ich will nicht erst "leiden"...

Im Augenblick bin ich immer sehr froh, wenn mein Mann mich in meiner laissez faire Haltung kritisiert. Er bringt mich zum Nachdenken. Man muss Kinder wohl auch fordern/foerdern und gewisse Regeln muessen sein. Ich tue mich da allerdings sehr schwer.

Gruss
Christiane

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Re: Leistung und Gegenleistung

Antwort von vallie am 15.11.2005, 12:41 Uhr

ich kann einen azubi nicht mit einer 10jährigen vergleichen.
ich habe es ja schon selbst in frage gestellt, ob es pädagogisch "wertvoll" ist, aber auch gesagt, daß mir das egal ist. sollte sie auf einer weiterführenden schule nicht klarkommen, werde ich abbitte leisten und sie runternehmen, aber auf der hauptschule bleibt sie nicht.

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@vallie

Antwort von tinai am 15.11.2005, 12:42 Uhr

stimmt, er kommt nächstes Jahr in die Schule und ist ein hoffnungsloser Träumer.

Beim Schuhebinden fängt er zwischenrein zu lesen an.

Die Erziehung zu Leistung und Disziplin beginnt aber ja auch nicht erst in der Schule, da wird sie nur evident.

Meine bisherigen Erfahrungen gehen vor allem auf meine Schulzeit zurück und auf das, was ich bei meinen Neffen unmittelbar erlebe.

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Re: Leistung und Gegenleistung

Antwort von tinai am 15.11.2005, 12:55 Uhr

Klar kann ich einen Azubi nicht mit einer zehnjährigen vergleichen, aber der Azubi war auch einmal 10 und hat es irgendwann kapiert.

Ich verurteile das Versprechen ja auch nicht - meine Güte ich bin meinen Prinzipien selbst nicht immer treu, ich finde es nur gefährlich, wenn es zu oft vorkommt.

Du kannst ja am allerbesten beurteilen, was Deine Tochter braucht und was nicht und welches Maß an Druck oder Anreiz.

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Auch an Rio

Antwort von Trini am 15.11.2005, 12:57 Uhr

Ganz sicher gibt es nichts gegen Facharbeiter aller Art einzuwenden.
Allerdings wird in den meisten Ausbildungsberufen zumindest der Realschulabschluß verlangt.

Bankkaufmann/-frau wird man nur mit Abitur.

Und unsere Schlosserazubis mit Hauptschulabschluß quälen sich auf das Heftigste in der Schule, weil ihnen insbesondere mathematisch so ziemlich alles fehlt.

Das will ich einfach nicht für mein Kind.

Und da kommen wir zu dem einen teilergebnis von PISA, das (ähnlich wie das Ding mit dem reichtum) so oft falsch interpretiert wird.

"Kinder von Akademikern haben höhere Chancen, das Abitur zu machen."

Das hat sicher nichts mit der Ausbildung der Eltern an sich zu tun, eher mit dem fördern und fordern zu Hause.

Trini

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DAS erinnert mich ...

Antwort von Trini am 15.11.2005, 13:01 Uhr

an die Judo-Probleme meines Sohnes.
es macht es gerne und gut, ist aber noch der jüngste und mit Abstand zarteste Gelbgurt in der Fortgeschrittenengruppe. Da kriegt er natürlich beim Randori keine Stiche. Und ist total unglücklich.

Aber aufhören ist ja auch nicht die Lösung. Ich hoffe momentan, daß bald noch ein paar achtjährige den Gelbgurt machen und dazu kommen.

Trini

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Re: Zufrieden mit dem Mittelmaß - kann das gut sein???

Antwort von wassermann63 am 15.11.2005, 13:05 Uhr

HAllole,

habe, wie immer, deinen Beitrag gerne gelesen und möchte dich jetzt kurz was fragen: was meinst du denn mit: dir fehle Kultur?

*blödguck*

Meinst du in Literatur, Kunst, Musik, Theater oder so? Oder Allgemeinkultur?

Kann ich mir alles gar nicht vorstellen.

Liebe Grüße
JAcky

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Bankkaufmann/-frau wird man nur mit Abitur...

Antwort von Moneypenny77* am 15.11.2005, 13:14 Uhr

...stimmt nicht. Da ich selbst aus der Branche komme, kenne ich nicht wenige Gegenbeispiele, die sich gegen die Abiturienten auch mit Mittlerer Reife durchsetzen konnten, weil sie bei dem Kampf um den Ausbildungsplatz deutlich höhere Durchstzungkraft, Ausdauer und Leidenschaft bewiesen.

Bei dem Leistungsniveau, daß heute beim Abitur verlangt wird, kann ich auch nicht sehen, daß Abiturienten über dem Mittelmaß schweben, ganz im Gegenteil. Mit der richtigen Fächerkombi, ein bißchen Fleiß und noch etwas Glück schafft das jeder Depp, ich bin der lebende Beweis.

Ich mache "Mittelmaß" auch nicht an externen, sondern an persönlichen Maßstäben fest. Mittelmaß ist man, wenn man grundsätzlich nur bereit ist, 60 bis 80 % aus sich und seinen Fähigkeiten herauszuholen, wofür auch immer. Wer sein Mittelmaß überragen will, muß aber auch mal bereit sein, sich mit 100 oder 120 % zu schinden. Dabei ist der, der mit den 120 % Jurist wird kein besserer Mensch, als der, der mit den 120 % "nur" Schlosser wird.

Mein Vater hat es mit 30 Jahren auf 150 % mit "nur" Hauptschulabschluß im Dauerkampf mit den "Besserbegabten" mit viel Ehrgeiz, Willen und Durchsetzungsvermögen zwar nicht soweit gebracht, wie wahrscheinlich, wenn er nicht in der 9 vom Gymnasium abgegangen wäre, weil er schlichtweg zu faul war und ihn niemand in den Hintern getreten hat, aber dennoch weiter, als manch' anderer seiner "Klasse". Davor ziehe ich weiß Gott eher den Hut als vor jemandem, der stromlinienförmig ohne großen Aufwand brav sein Abi gemacht hat, einen nett bezahlten 08/15-Job hat, aber sich in seinem Leben noch nichts erkämpft hat.

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Hmm, ich hänge irgendwie dazwischen

Antwort von Elisabeth mit Fumi & Temi am 15.11.2005, 13:17 Uhr

Einerseits habe ich meine Tochter jetzt quasi 3 Jahre "machen lassen". Ich habe abends die Hausaufgaben kontreooliert, aber gemacht wurden sie im Hort, und ich wollte auch eigentlich nichts damit zu tun haben.

Ergebnis: Sie kann das Einmaleins nicht und damit fehlt ihr das Handwerkszeug, um ihr Potential überhaupt ausschöpfen zu können.

Also wird jetzt doch - ganz gegen meine Überzeugung und auch ohne Spaß bei mir oder ihr - das Einmaleins gepaukt. Richtig gepaukt.

Beim Elternabend hat die Lehrerin im übrigen mir quasi vorgeworfen, daß ich das mit meiner Tochter nie geübt habe. Mir war nicht wirklich klar gewesen, daß ich das hätte üben sollen. Ich bin keine Lehrerin, ich kann das auch nicht gut, sonst wäre ich Lehrerin geworden. Aber offensichtlich wird das einfach erwartet.

Fumis Sportlehrerin hat MIR einen bösen Brief geschrieben, daß Fumi 3 Mal ohne Sportsachen gekommen wäre, und ich möge mich doch mal gefälligst darum kümmern. Ja, warum eigentlich???? Fumi ist 9, nicht 6, ich bin der schlichten Ansicht, daß sie sich da selber drum zu kümmern hat. Natürlich darf sie gerne zu mir kommen und mich bitten, ihr beim Aussuchen eines T-Shirts zu helfen, aber die Tatsache, daß sie die Sachen mitzubringen hat, ist doch ihr Problem und nicht meins, oder denke ich da so verquer????

Ich habe den Eindruck, daß die Lehrer zunehmend überfordert sind mit den Dingen, die sie den Kindern beibringen sollen, und dann sind die Mütter gefragt. Ich würde mich da gerne komplett rausnehmen, aber offensichtlich ist das so nicht vorgesehen.

Hängt das vielleicht auch vom Bundesland ab?

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@Elisabeth: *grins* ...

Antwort von Nina3Jungs am 15.11.2005, 13:32 Uhr

Vergiss es ;-) Ich muss auch bei F. immer wieder kontrollieren, dass er alles dabei hat und es gibt Tage, da hat er dennoch den halben Schulranzen zu Hause gelassen *g*
Du wirst leider nicht drumherum kommen das zu kontrollieren.

Zum Einmaleins hab ich nen guten Tipp, hat ninas auch gerade besorgt. Es gibt aus der Serie Kluger Daumen für etwa 5 Euro ein Kartenspiel zum Einmaleins. Kriegst Du ziemlich sicher bei Hugendubel. Mit dem pauke ich mit F. weil der sich bisher immer ganz gut mit "schnell-ausrechnen" durchlaviert hat. Wenn Du magst kannst Du es Dir bei mir ansehen oder auch mal ausleihen.

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Re: Hmm, ich hänge irgendwie dazwischen

Antwort von Moneypenny77* am 15.11.2005, 13:37 Uhr

Das sehe ich doch anders als Du. Lehrer sollen Wissen vermitteln, nicht mehr und nicht weniger, Erziehungsarbeit haben m.E. die Eltern zu leisten. Dazu gehört auch "Nachhilfe", wenn das Kind in gewissen Bereichen mit dem Stoff nicht hinterher kommt. Wie stellst Du Dir vor, daß die Lehrerin auf die Rechenschwäche Deiner Tochter eingehen soll? Der Rest der Klasse bleibt im Stoff hinten, bis auch Fumi es gepeilt hat, weil Du das nicht als Deine Aufgabe ansiehst? Oder die Lehrerin nimmt sich für Fumi nach dem Unterricht einfach noch mal 1 Stunde Zeit, weil Fumis Mutter die nicht hat oder nicht haben will? Dann hätte sie aber viel zu tun, denn fast jedes Kind hat individuelle Schwächen.

Und Du verlangst ernsthaft von einer 9jährigen, daß sie immer an alles denkt, was sie für die Schule braucht??? Ts, ts, ts... Controller ;-) (muß da immer an meinen üblichen Vertriebler-Clinch mit dem Controlling denken, die meinten immer, ich müßte an jede Piss-Regel denken, weil es sie nunmal gibt und es meine Aufgabe sei, diese zu beachten und nicht die Aufgabe anderer, mein Vergessen auszubügeln... Tja, dafür durfte ich aber die Kohle als Basis für die tollen Regeln ranholen). Kinder vergessen ständig irgendwas, irgendwie, irgendwo: es sind Kinder, keine Erwachsenen. Die sind mit ihren Gedanken oft meilenweit weg, das ist völlig normal, da muß man auch mal für sie mitdenken. Hat man nicht gerade dafür Eltern, daß sie einen auffangen, wenn man beim Erlernen, "seinen Weg allein zu gehen", mal nach links und rechts strauchelt?

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Re: Hmm, ich hänge irgendwie dazwischen

Antwort von Elisabeth mit Fumi & Temi am 15.11.2005, 13:48 Uhr

Das Einmaleins gehört für mich zur Schule, nicht zur Erziehung.

Es würde vielleicht zur Erziehung gehören, dem Kind die Disziplin zu vermitteln, sich das Einmaleins selber beizubringen. Aber mal anders gefragt: Wenn ich das Einmaleins nicht könnte, wie könnte ich es dann meiner Tochter vermitteln (und da denke ich auch an das Beispiel mit den Mondphasen von - wer hatte das geschrieben?)? Fumi hat ja Glück, ich kann es so grob ;-).

Was das Sportzeug angeht:
Ich hätte von Fumi irgendwie zumindest erwartet, daß sie nach dem 2. Mal sagt: "Mama, ich habe das Turnzeug heute schon wieder vergessen, erinnerst Du mich morgen daran, es einzupacken?". Dann hätte ich sie selbstverständlich daran erinnert (aber wahrscheinlich noch am Abend zuvor *grins*).

Wir als Controller verbringen im übrigen 50% unserer Zeit damit, Handlingsanweisungen, Merklisten und Formulare zu verfassen, um die Leute zu unterstützen, die immer alles vergessen. Leider vergessen die dann auch, sich die Liste aus dem Intranet herunterzuladen.....

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Re: @Elisabeth: *grins* ...

Antwort von Elisabeth mit Fumi & Temi am 15.11.2005, 13:54 Uhr

Deswegen fürchte ICH mich vor dem Gymnasium :-(.

Im Moment ist es noch so, daß Fumi alles in der Schule lassen kann und nur die Sachen zu Hause dabei hat, die sie für die Hausaufgaben braucht. Im Grunde muß ich also nur schauen, daß keine Schulsachen irgendwo herumliegen ;-).

Ich fürchte bloß, dass das im Gymnasium vorbei ist *grusel*.

Das Spiel schaue ich mir mal an. Ich muß am Samstag sowieso mit Fumi in die Stadt (sie braucht endlich Winterstiefel). Dann gehen wir auch zum Hugendubel.

Ich bin derzeit ernsthaft am überlegen, ob ich nur noch halbtags arbeiten soll. Ich sehe, daß MIR Fumis Schule über den Kopf wächst. Aber das Blöde ist, daß wir dann finanziell erheblich zurückstecken müßten, unter anderem müßten wir wohl umziehen.

Tut mir übrigens leid wegen Sonntag. Aber ich hatte schon zwei Aktren intus und war immer noch fast blind vor Schmerzen. Was macht Ihr nächstes WE?

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Kein Problem, auch wenn ihr leider einiges verpasst habt :-( ...

Antwort von Nina3Jungs am 15.11.2005, 14:01 Uhr

Hat Spaß gemacht. Wir waren bis kurz vor Ende dort.

Dieses WE? Keine Ahnung. Ich glaube, ich hab nichts vor.
Wir könnten uns ja irgendwo zum Spielen treffen *g* Ich hab Häckmäck gekauft und auch so noch einiges an Spielen da. Es geht nur leider nicht bei mir :-/

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Nachtrag @Elisabeth ...

Antwort von Nina3Jungs am 15.11.2005, 14:07 Uhr

Ich bin in Kürze weg, les aber heute abend noch mal nach. Ansonsten die Tage auf jeden Fall.

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Re: Kein Problem, auch wenn ihr leider einiges verpasst habt :-( ...

Antwort von Elisabeth mit Fumi & Temi am 15.11.2005, 14:09 Uhr

Dann komm doch zu mir. Gibt auch 'nen Kaffee.

(Aber nur, wenn Du mir keine Vorträge über aufgeräumte Kinderzimmer hältst *grins*.)

Mail Dich an....

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Re: Hmm, ich hänge irgendwie dazwischen

Antwort von Moneypenny77* am 15.11.2005, 14:12 Uhr

Klar lade ich mir die nicht runter: weil sie mich nicht interessieren, da ich meinen Job auch so ganz gut machen kann, ohne daß mir jemand, der ihn nur aus der Theorie kennt sagt, wie ich ihn am besten machen sollte (ist natürlich jetzt scherzhaft böse gemeint und der übliche Schabernack zwischen Vertrieb und Stab *lach*).

Was ich aber sagen wollte: wenn Du ein Kind hast, daß diese Eigenverantwortung aufbringt, dann ist ja auch alles o.k. Aber offensichtlich ist Deine Tochter eben noch nicht so weit. Meine beste Freundin habe ich im zehnten Schuljahr (unserem letzen gemeinsamen) nicht einmal morgens im Bus gesehen: sie hat ihn JEDEN Morgen verpasst!). Und da würdest Du Dir doch erst recht denken, in dem Alter müßte man nach ein paar Tagen wissen, daß man einfach 2 Minuten früher losgeht, oder? Aber die war so! Sie hat in jeder Stunde gemalt und geträumt... Super intelligent, aber total verträumt. Ich (alte Petze und Schleimerin) habe dann ihrer Eltern gesagt, daß es so nicht weitergehen kann... Antwort "Silvi ist alt genug, und das ist die Pubertät!" Sie hätte das Abi locker geschafft, weitaus lockerer als ich, aber nach dem sie die 12. mangels Anwesenheit auch im zweiten Anlauf nicht schaffte, ging sie ab. 3 Jahre Praktikum (!) als Fotografin und nun mit Ende 20 Mutter eines 5jährigen Sohnes, AE und macht eine Ausbildung und bereut zu tiefst, sich nicht reingehängt zu haben, sagt aber auch, daß ihre Eltern sie ruhig mal hätten "wecken" dürfen, als es noch was gebracht hätte.

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that´s it, moneypenny !!!

Antwort von vallie am 15.11.2005, 14:17 Uhr

genau das meine ich !!

und schluchz, valérie bringt gerade eine drei in hsu nachhause, warum ???
weil sie das falsche gelernt hat...
also manche schluderlis merken sich noch nicht mal, was sie lernen sollen...trotz ansage...grrr
aber ich habe sie umarmt und geküsst und gesagt, daß es das nächste mal bestimmt besser wird....

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Re: Zufrieden mit dem Mittelmaß - kann das gut sein???

Antwort von mamaselio am 15.11.2005, 14:24 Uhr

Huhu Jacky,

ja, mit fehlender Kultur meine ich, dass ich ueber Kunst, Literatur und vorallem Musik leider nur am Rande Bescheid weiss aber mehr noch gewisse Dinge einfach nicht schaetzen gelernt habe. Ich sehe den Unterschied zu meinem Mann. Er geniesst z.Bsp klassische Musik richtig.

Der Beitrag von Moneypenny passt gut zu mir. Ich gehoere zu den Leuten, die sich aus Bequemlichkeit mit 80% begnuegt haben. Das reichte aus um ueberall durchzuflutschen, manchmal sogar gar nicht schlecht denn das bischen was ich weiss/wusste kann ich extrem gut verkaufen. Aber ich weiss inzwischen, dass ich mich dabei um den Genuss gewisser Dinge gebracht habe und das man das nur schwer aufholen kann.

Ich war und bin oft sehr nachlaessig. Ich lese lieber schnell die Gazzetta als den Corriere, weil es einfacher ist und schneller geht und man oberflaechlich ja auch irgendwie informiert ist. Aber geniale Journalisten wie Pansa und Bocca schreiben nicht in der Gazzetta...

Fuer Elio wuensche ich mir mehr Disziplin und dass er sich vielleicht auch mal "quaelt" und versucht 120% zu geben. Fuer mich wird es schwer sein ihm das zu vermitteln, aber der Papa ist ja auch noch da. Ich glaube wir gleichen uns da ganz gut aus, denn der Papa uebertreibt es hin und wieder mit der Disziplin...Wenn Elio meine Oberflaechlichkeit (die zweifelsohne auch Vorteile hat) mit der Tiefe seines Vaters irgendwie verbinden kann, dann waer das toll.

LG
Christiane

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beitrag vorher war Antwort an Wassermann o.T.

Antwort von mamaselio am 15.11.2005, 14:25 Uhr

nnn

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@Elisabeth

Antwort von tinai am 15.11.2005, 15:12 Uhr

Ich sehe es genau wie Du. Ich wüsste auch gar nicht, wie ich ein Einmaleins pauken müsste, ich bin dafür nicht ausgebildet und müsste mir was einfallen lassen, würde ich wohl hinbekommen, aber was ist mit den anderen, deren Mütter das nicht können? Ich habe es nie auswendig gekonnt, sondern immer im Kopf gerechnet. Es hat sich aber auch niemand darum gekümmert (hätte sich vielleicht, wenn ich hängen geblieben wäre).

Also was ich so mitbekomme von meiner Lehrerinnencousine und der Umgebung wird von den Schulen und Lehrern sehr viel von den Eltern erwartet. Das war glaube ich nicht immer so.

Meine ganze Schulzeit waren wir immer über 33 Schüler von der Grundschule bis zur Oberstufe. Heute sind im Schnitt 20-25 Kinder in einer Klasse und man hört immer nur, wie schrecklich die Kinder sind. Wir hatten sehr strenke Lehrer und saßen in BAnkreihen hintereinander. Jetzt sitzen die Kinder in sechser-Gruppen, von denen zwei Kinder die Tafel nicht mehr sehen können, weil der Frontalunterricht verpönt ist. Stattdessen gibts dann einen Eintrag "lässt sich immer Ablenken".

Es gab schon bei uns sehr schnelle Kinder und langsmae - nicht umsonst gingen die einen aufs Gymnasium ohne einen Finger zu krümmen und die schlechtestesn Schrappten an der Sonderschule vorbei. Es ist Aufgabe eines Grundschullehrers genau darauf einzugehen.

Mein Neffe bekommt im Matheunterricht jedes Mal eine Sonderaufgabensammlung, die er anfangen darf, wenn er die reguläre Übung gemacht hat (die muss er machen) andere schaffen die reguläre Aufgabe nicht. Aber die Lehrerin kann offensichtlich ein Kind fördern ohne das andere auszubremsen.

Aber vallie hat recht, wir sprechen uns wieder, wenn meiner dann mal die Schulzeit angetreten hat.

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@elisabethfumi.

Antwort von teichlein am 15.11.2005, 15:16 Uhr

Und deine Tochter geht auf´s Gymnasium,trotzdem sie Matheprobleme hat,wie geht das?Sie ist doch 9,woher weiss du das jetzt schon...

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Re: Zufrieden mit dem Mittelmaß - kann das gut sein???

Antwort von fiammetta am 15.11.2005, 15:39 Uhr

Hi,

der Text der Klassenprimus-Mutter ist leicht dahingesagt und zeigt eigentlich, daß sie wohl eher die anderen als kleine Hinterherhinkerlein sehen möchte. Andererseits hat die Lehrerin, meines Erachtens nach, recht, denn nicht jeder ist immer in Topform und nicht immer kann man alles gleichermaßen gut. Natürlich ist es positiv, wenn sich die Eltern um die Förderung ihres Nachwuchses bemühen, sich um die Hausaufgaben kümmern, etc. - aber mit Maß und Ziel! Damit meine ich, daß auch die notwendigen Auszeiten respektiert werden und nicht jeder Dreier gleich zum Versagen und Huch-hast-Du-mich-aber-wieder-enttäuscht aufgebauscht werden. Wichtiger ist es oftmals, dem Kind mit Lob und Anerkennung Selbstvertrauen in seine eigenen Fähigkeiten zu vermitteln als es zu drillen. Der Erfolg stellt sich damit in den meisten Fällen eher ein. Mich widern immer die Mütter/Eltern an, die von ihrem Nachwuchs Höchstleistung erwarten, das Kind dabei aber völlig übersehen und überlasten und gleichzeitig nicht selbst zu dem in der Lage sind (Intelligenz/Faulheit?), was sie hier mit einer anmaßenden Selbstverständlichkeit fordern. Hiermit eigene Unfähigkeit für die Außenwelt zu kompensieren und sich dafür auch noch zu rühmen, ist ein Zeichen maximaler Idiotie und wird auch von vielen - Gottseidank! - als solches erkannt.

Ein paar Beispiele:
Ein Freund meines Mannes nahm sich letztes Jahr das Leben, weil sein Vater rücksichtslos das Letzte aus ihm "herauskitzeln" wollte und er nie seinen Ansprüchen genügte - der Vater konnte diese aber auch nie erfüllen. Toller Erfolg, wenn der Sohn tot und die Tochter mit dieser Methode schizophren ist.
Meine Schwägerin läßt ihre Kinder regelrecht exerzieren - gleicher lächerlicher Fall.
Eine ehemalige Ballett-Kollegin (wir haben dieselbe Ausbildung gemacht, am selben Theater getanzt, miteinander studiert) mußte außerdem noch eine Violistinnen-Karriere hinlegen. Was ist sie heute? Hausfrau, Mutter und gelegentlich erteilt sie privaten Geigen-Unterricht. Halleluja!
Was zeigt uns das? Gut-meinen ist oft das Gegenteil von gut-sein.

Mittelmaß in der Schulzeit heißt keinesfalls, daß das Kind nicht seinen Weg machen wird. Meistens sogar eher - so der Erfahrungswert - als die überdrillten Kids. Der Grund liegt wohl darin, daß sie Zeit zur eigenen Entfaltung und zur Entwicklung der eigenen Interessen hatten statt den Vorgaben der Eltern unter regelrechter Selbstverleugnung folgen zu müssen. Somit wird dann auch das Lernen nicht als zu stressig empfunden, da keine Psycho-Strafen (s.o.) o.ä. nicht zu erwarten sind.

LG,

Fiammetta

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Re: @elisabethfumi.

Antwort von Elisabeth mit Fumi & Temi am 15.11.2005, 15:42 Uhr

Sie geht auf die Grundschule, 4 Klasse, wir stehen vor der Entscheidung, ob sie in Gymnasium oder in die Realschule soll.

Außerdem hat sie keine Matheprobleme. Sie hat eine LRS, aber in Mathe ist sie gut. Nur das Einmaleins kann sie nicht.

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@Elisabeth

Antwort von tinai am 15.11.2005, 15:59 Uhr

Ich war auch immer in Mathe gut und rechne bis heute großes und kleines Einmaleins im Kopf.

Einmaleins lernen ist reiner Fleiß! Das hat nix mit Mathe zu tun. Ich habe vor 30 Jahren nicht eingesehen es zu lernen und verstehe auch heute nicht, warum man es lernen muss!

Viel Glück!

Gruß Tina

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Re: @Elisabeth

Antwort von Elisabeth mit Fumi & Temi am 15.11.2005, 16:06 Uhr

Mir geht es ja auch so: Ich hatte Mathe Leistungskurs, 15 Punkte im Abi, aber das Einmaleins kriege ich bis heute nicht hin. Wenn ich schlecht drauf bin rechne ich 4x8 mit dem Taschenrechner (sicher unterstützt durch die Tatsache, daß ich als Controller einen Taschenrechner immer greifbar auf dem Tisch stehen habe). Aber verrat das bloß meiner Tochter nicht *grins*.

Sie wird es wohl lernen müssen. Die Lehrerin schreibt jeden Montag einen Einmaleins-Kurztest (5 Minuten). Das versaut ihr die ganze Mathenote, wenn sie jede Woche eine 6 nach Hause bringt (von der Motivation will ich gar nicht reden).

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Re: @elisabethfumi.

Antwort von teichlein am 15.11.2005, 17:50 Uhr

Oh Entschuldigung,ich dachte...denn meine Tochter ist in der 2ten Klasse und gestern ist da ein Kind 9 geworden...

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