Forum Aktuell

Aktuelles und Neuigkeiten

Fotogalerie

Redaktion

 
Ansicht der Antworten wählen:

Geschrieben von Benedikte am 03.09.2005, 4:29 Uhr

wegen Kirchhof-@elisabeth, moneypenny, tina udn jordi, schwoba

Erstmal sorry, dass ich Euch nicht unten geantwortet habe, aber durch das Benzinthema seid Ihr sehr ans Ende gerutschst.

Elisabeth: Der Gewinn nach einem Kirchhof-Konzept soll darin liegen, dass Steuern nicht mehr nur in der Theorie anfallen, sondern auch in der Praxis gezahlt werde. Derzeit ist es so, dass es zwar offiziell einen Steuersatz von 42 % für Gut- und Besserverdiener gibt, aufgrund der Schlupflöcher die jedoch kaum einer bezahlt, so dass die 42 %illusorisch sind und die tatsächlich gezahlten Szeuern bei einem Bruchteil liegen, jedenfalls deutlich unter Kirchhofs 25 Prozent.Außerdem- sagt Kirchhof-würden dann viele Gutverdiener auch nicht mehr Deutschland verlassen, weil sie woanders billiger wegkommen ( Steffi Graf, Michael Schumacher, Thomas Gottschalk- die ja nach Amerika, Schweiz, Monaco gehen, weil sie dort moderatere Steuern zahlen. Derzeit zahlen sie in Deutschland ja keine Steuern.Und Kirchhof sagt, wenn unser steuersatz kompatibel wäre, würden die ihre Steuern hier zahlen. Und selbst wenn es nur 25 Prozent sind, die würden aber gezahlt und die jetzigen 42 Prozent nicht- weil die einen Steuerschluplöcher nutzen und die anderen gleich ins Ausland gehen.Von daher schon eine win-win Situation.

Tina und Jordi- klares jein,je nachdem, wie man es sagen will.Die wollen das heutige Ehegattensplitting abschaffen ( sagen das allerdings nur verhalten) und ein Familiensplitting einführen. FDas bedeutet, dass pro Kopf eine Kopfpauschale von 8000 als reibetrag gesetzt werden soll. Du kriegst also keinen AE-Freibetrag mehr( von daher ja, er wird gestrichen), sondern für Dich und Kind je einen Freibetrag von 8000 €, die Steuerpflicht beginnt erst danach( von daher- nein, Dein Freibetrag wir sogar höher). Wir sind zu sechst, sprich 48.000 € steuerfrei. Das reizt mich ungeheuer.

Schwoba- doch, hat der Steuerberater rausgeholt. Es war allerdings in dem Jahr, als unsere Kapitalvernichtungs-und Beschäftigungsanlage uns wieder mal den letzten Nerv raubte. Unseren Mieter hatten wir nach fünfjährigem rechtsstreit rausgeklagt ( Miete hatte er nur unregelmäßig gezahlt, aber das war das kleinste Übel) und mussten die Hütte rundum sanieren- neues BAd, da waren KAcheln rausgeschlagen,die Sanitärkeramik gesprungen und angeschlagen, neue Küche, Wände, Böden, durchschlagene Innentürblätter etc.pp. Da hat der Steuerberater uns gezeigt, wie man das so macht, dass das Finanzamt unseren Ärger mit uns teilt. Außerdem haben wir dann viel Zeit mit der Suche nach einer ordentlichen Mieterin für die Wohnung verbracht und konnten für die DAuer und Kosten der Suche auch nochmal einen anständigen Verlustvortrag hinlegen.Das hätte ich im einzelnen so nie hingekriegt.

Und Moneypenny,
wenn ich die Wohnung verkaufe, werde ich die mit Gewinn verkaufen. Ihr Wert ist über die letzten JAhre gestiegen, und bei der Sanierung nach dem letzten Mieter habe ich auch was an Qualität angeschafft. Und diesen Gewinn, also die Differenz zwischen dem, was sie gekostet hat ( wo sich das Finanzamt ja über Afa, Zinskosten, Werbungskosten etc. auch stark an der finanzierung beteiligt hat, wir also weniher bezahlt haben als die Wohnung tatsächlich gekostet hat) und dem, was ich mir in die TAsche stecke, ist absolut steuerfrei.

Genauso mit AKtien- Du hast recht, dass man in der Spekulationsfrist ab 500 € Gewinn versteuern muss. Aber ich habe relativ wenig spekuliert, mehr investiert.Ich hatte bspw. RWE Aktien 2002 oder 2003 für 23 € das Stück gekauft, die stehen jetzt bei über 50.Leider konnte ich den Fleisherhund in mir nicht bremsen und habe bei kanpp 40 € das Stück verkauft- alles steuerfrei, weil aus der Spekulationsfrist.

Zinsabschlagsteuer für Kapitalerträge fallen an, da hast Du recht. Aber auch da gibt es Gestaltungsmöglichkeiten. Ich habe vier Kinder- und die dürfen wesentlich mehr Zinsen als die 1500 verdienen, bis sie Steuern zahlen müssen und ihr Kindergeld gefährdet ist.

Aber das ist auch wieder die ASche- wer bitteschön, hat denn diese festverzinslichen wertpapiere, diese mündelsicheren Anlagen? Doch zu großen teilen kleine Sparer, die kaum die Inflationsrate reinholen.

jetzt aber: das wichtigste, was er sagt, ist, dass die Leute derzeit den Respekt vor dem recht, dem Steuerrecht, verloren haben- eben weil sie es als ungerecht, leistungsfeindlich, wenig transparent und überzogen empfinden.Und deshalb Steuerbetrug ein Volkssport ist. Und beis einem Konzept wäre der betrug erschwert, weil vieles, was bislang so gelogen würde, entfiele. Und ich kenne so viele, die mogeln- ganz einafche SAchen. Da werden Fahrgemeinschaften nicht angegeben, man gibt Krabktage als ARbeitstage an, übertreibt bei der Kilometerpauschale um ein paar Kilometer, wir haben jahrelang im steuerlich abgesetzten Arbeitszimmer verbotenerweise Sofa und Fernseher gehabt etc.pp. Und sowas entfiele alles bei einem irchhof-konzept, weil es eben keinen mehr interessiert, ob man nun einen Fernseher im Arbeitszimmer hat oder 7,9,oder 20 km von der arbeit entfernt ist, ob man zu 7,5,oder alleine fährt.

Würde vermutlich Millionen Finanzbemate arbeitslos machen- aber sonst?

Gruß, Benedikte

 
5 Antworten:

Was den Respekt vor dem Steuerrecht betrifft hast Du recht

Antwort von Schwoba-Papa am 03.09.2005, 9:41 Uhr

aber jede Reform birgt wieder andere Ungerechtigkeiten und Pauschalen sind schlecht für das Individium ! Der Spagat zwischen Gerechtigkeit und Notwendigkeit ist sehr schwer. Ich denke nicht das Eichel entgegen Kirchhof bisher alles dafür getan hat es zu verkomplizieren, doch ist eine Vereinfachung sehr, sehr schwer.
Vieles "Ungerechte" am Steuerrecht (in der privaten Anwendung) liegt auch an der mangelnden Kenntnis der Steuerpflichtigen. Meine Frau (vom Fach) sagt "Ausländische Mitbürger kennen das deutsche Steuerrecht oft besser und nutzen es auch besser aus (oft auch ohne zu mogeln)". Das gibt mir zu denken !

Also wäre eine Vereinfachung ohne Ungerechtigkeiten UND eine bessere Information durch die Steuerpflichtigen sinnvoll.

Grüßle

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Re: wegen Kirchhof-@elisabeth, moneypenny, tina udn jordi, schwoba

Antwort von Moneypenny77* am 03.09.2005, 13:07 Uhr

Aber mit dem Verkauf Deiner Wohnung solltest Du warten, bis sie aus der Frist für Veräußerungsgewinne aus Immobilien (10 oder 12 Jahre sind das, weiß ich grad nicht) fällt, denn sonst zahlst Du auf Deinen Gewinn auch Steuern.

Aber ansonsten gebe ich Dir ja völlig Recht! Wobei man bei der Aktiensache auch nicht verschweigen soll, daß ich auch Verluste (außer der Jahresfrist) nicht absetzen kann. No risk, no fun!

Das sind allerdings auch zwei verschiedene Themen.

Ich finde, es kann nicht sein, daß selbst ein "überdurchschnittlich intelligenter Mensch" nicht in der Lage ist, seine Steuererklärung selbst zu machen. Oft werden Fehler in der ESt-Erklärung schlichtweg auch unbewußt gemacht. Man kann ja nicht verlangen, daß der Bauarbeiter nach 12 Stunden harter Arbeit noch ein Steuerseminar besucht.

Und wenn ich sehe, daß ich dafür, das wir 300 € zurückbekommen, 200 € an den StB zahlen, nur damit wirklich alles wasserdicht ist, dann kann es das nicht sein!

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

es sind 10 Jahre ! O.T.

Antwort von Schwoba-Papa am 03.09.2005, 14:35 Uhr

.

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Re: wir sind uns einig und

Antwort von Benedikte am 03.09.2005, 16:18 Uhr

man darf bis zu drei Wohnungen nach zehn Jahren verkaufen ohne auf den veräußerungsgewinn Steurn zahlen zu müssen- bei mehr als drei gilt man als Gewerblicher und muss doch Steuern zahlen

und es ist halt so, dass ich mich bspw, für schon recht fit und interessiert an solchen Themen halte, aber eben doch immer nur weiss, dass es soviel zu wissen und getsalten gibt, dass man einen Afchmann braucht.Von daher money- genau das meine ich auch- es kann nicht sein, dass der Normalverbraucher sowas nicht alleine kann.

Und Schwoba- ja, genau das ist das Problem- dass die im einzelfall sinnvollen Steuererleicheterungstatbestände , die ja gerade Gerechtigkeit herbeiführen sollen, durch ihre Vielzahl und Komplexität nach heutigem Stand das Gegenteil bewirken.

Aber was letztlich das beste ist- who knows.Ich wollte nur sagen, dass ich bei genauerer Betrachtung im Kirchhof-Konzept auch viel soziales ( bspw. das Familinsplitting im Ggs. zum derezietigen Ehegattensplitting sehe) und oft den Eindruck habe, dass viele Leute einfach blind meinen, Rot-Grün wäre sozialer als schwarz. Und das ist eben vielfach nicht so.

In dem Sinne, schönes Wochenende, benedikte

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Wie wahr, wie wahr!!! o.T.

Antwort von Moneypenny77* am 03.09.2005, 20:07 Uhr

.

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Anzeige

HiPP mein Babyclub
Mobile Ansicht

Impressum Über uns Jobs Mediadaten Nutzungsbedingungen Datenschutz Forenarchiv

© Copyright 1998-2020 by USMedia.   Alle Rechte vorbehalten.