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Geschrieben von Linda in USA am 15.02.2003, 21:11 Uhrzurück

So harmlos und nett ist Saddam - aber wissen soll es keiner

Risiko wohl höher als gedacht

Die Gefahr eines Terroranschlags mit Biowaffen ist offenbar größer als von der Bundesregierung bislang eingeräumt. Laut einem „internen Regierungspapier“ verschweigt die Regierung seit August 2002 „dokumentierte Erkenntnisse“, wonach neben Nordkorea auch Irak illegal über Pockenviren verfügen soll, wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtet. Das Papier stamme aus dem Gesundheitsministerium.

Ohne Impfschutz sei mit Millionen Toten in Deutschland zu rechnen. Infizierte könnten allerdings noch mehrere Tage nachgeimpft werden, hieß es. Bund und Länder wollen den Angaben zufolge bis Ende März ihren Impfvorrat auf 70 Millionen Dosen aufstocken.

Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums verwies auf das für die Sicherheitslage zuständige Innenministerium. Dort war am Samstagabend zunächst niemand zu erreichen. Bisher hatte die Regierung erklärt, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Irak über Pockenviren verfüge.

Nach Angaben der Zeitung wird in dem Papier dagegen von „dokumentierten Erkenntnissen“ gesprochen. Im Falle eines Irak-Krieges sei zu befürchten, dass Irak „mit dem ihm zur Verfügung stehenden biologischen Kampfstoffen, also auch Pockenviren, reagiert“.

Bis zu 40 Prozent sterben

Bei den Pocken sterben 30 bis 40 Prozent der Erkrankten. Würden sich bei einem Pocken-Angriff alle 80 Millionen Bundesbürger anstecken und nicht geimpft werden, wäre demnach rechnerisch mit 25 Millionen Todesfällen in Deutschland zu rechnen. Bund und Länder wappnen sich allerdings für einen möglichen Angriff mit Pocken. Laut Zeitung bestätigte ein Ministeriumssprecher die Existenz des Papieres. Dieses sei eine Vorlage für den Haushaltsausschuss gewesen. Man habe eine „drastische Sprache“ gewählt, um die Experten zügig zu überzeugen, das Geld für den Einkauf von Impfdosen freizugeben.

Bund und Länder wollen bis Ende März ihre Impfreserven auf fast 70 Millionen Dosen aufstocken und damit eine weitestgehende Versorgung der Bürger sicherstellen. Bis Ende 2003 sollen es 100 Millionen Dosen sein. Außerdem sollen in Kürze vorsorglich 500 bis 1000 Menschen geimpft werden, die in Labors und Krankenhäusern arbeiten.

Vorsorgliche Massenimpfungen sind wegen der teilweise schweren Nebenwirkungen nicht geplant. Pocken zählen zu den ältesten und gefährlichsten Biowaffen.

Offiziell werden nur noch in zwei Hochsicherheitslabors in den USA und Russland Pockenviren aufbewahrt. Allerdings wird befürchtet, dass auch andere Länder an die Erreger geraten sein könnten. Nach dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 haben sich fast alle westlichen Staaten vor einem Anschlag mit Pockenviren gewappnet. So warnte die EU-Kommission im November 2001: „Wenn beispielsweise irgendwo auf der Welt eine Pockenepidemie ausbricht, sind sämtliche Länder weltweit gefährdet.“

Die Pocken breiten sich über kleinste Tröpfchen beim Sprechen, Husten oder Niesen von Mensch zu Mensch aus. Auch über Kleider oder Decken kann die Krankheit übertragen werden.

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