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Geschrieben von Moneypenny77* am 08.04.2004, 11:05 Uhrzurück

Re: Gestern bei

Grundsätzlich gebe ich Dir ja recht, möchte aber dennoch einige Punkte zu Bedenken geben:

1. Die Gehälter der Vorstandsvorsitzenden orientieren sich auch an der Entwicklung des Aktienkurses, der letztlich den Zustand des Unternehmens widerspiegelt. Der Kurs der DeuBa-Aktie konnte in 2002 deutlich zulegen und dies ist nicht zuletzt auf erfolgreiche Umstrukturierungsmaßnahmen seitens des Managements zurückzuführen. Von einem steigenden Aktienkurs profitieren auch Mitarbeiter -> Aktionäre -> das Finanzamt, also letztlich alle -> die dt. Wirtschaft.

2. Es ist auch kein Zuckerschlecken, Chef eines der größten Unternehmen Europas oder auch der Welt zu sein. Man ist für zehntausende Mitarbeiter verantwortlich und muß für alles seinen Kopf hinhalten und das nicht, wie der "normale" Mitarbeiter, der 38 Stunden die Woche arbeitet und danach ein gemütliches Wochenende hat, sondern 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag. Und ob es so "lustig" ist, ständig von einer Sitzung zu anderen rennen zu müssen, viel in Hotels zu schlafen und keinen richtigen Urlaub zu haben, wage ich zu bezweifeln. Damit will ich sagen, bis zu einem gewissen Grat sind hohe Gehälter auch als Schmerzensgeld zu sehen. Aber natürlich ist es richtig, daß ab gewissen Sphären jede Verhältnismäßigkeit fehlt, keine Frage.

Übrigens: mein Mann ist Geschäftsführer (leider verdient er aber keine 20 Millionen im Jahr, jedenfalls nicht ganz ;-)) und trotzdem ist ihm sein Familienleben wichtig. Spaß macht ihm das auch nicht immer, denn je wichtiger das Familienleben, desto höher das schlechte Gewissen. Z.B. schickte sein Chef ihn in meiner 38. SSW für eine Woche nach Süddeutschland. Ihm passte es gar nicht, mich so kurz vor Schluß allein lassen zu müssen. Aber sein Chef meinte, er habe selbst vier Kinder und habe die Geburten der ersten drei auch aus beruflichen Gründen verpasst. Was will man da noch sagen? Wir leben von dem Job meines Mannes und das alles andere als schlecht, da muß man auch mal in den ein oder anderen sauren Apfel beißen und ihn entbehren. Leider sind die Jobs selten, in denen man so viel verdient, das man seiner Familie "etwas bieten" kann (was ja auch in der Ausprägung immer subjektiv ist. Ich kann sagen, auch in materieller Hinsicht "wunschlos glücklich" zu sein, Frau Schrempp würde mich dafür wahrscheinlich auslachen und einen Scheck als Spende für uns ausstellen ;-)), aber gleichzeitig auch viel Zeit mit seiner Familie verbringen kann.

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