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1. Schuljahr - Elternforum 1. Schuljahr - Elternforum
Geschrieben von Mijou am 16.03.2005, 15:46 Uhr.

Re: Schlechte Erfahrungen mit Waldorf (Achtung lang)

Hallo,

über Montessori kann ich nichts sagen, aber über Waldorf schon. Mein Cousin ging auf eine Waldorf-Grundschule und später auf eine weiterführende Waldorfschule. Seine Mutter, meine Tante also, ist überdies Waldorf-Lehrerin.

Für meinen Cousin war diese Schulform verkehrt, obwohl er ebenfalls künstlerisch begabt ist. Er fühlte sich unterfordert (Lernen nach dem Lustprinzip), wurde zunehmend passiver, weil es jedem Kind selbst überlassen wurde, ob und wann es lernen/überhaupt am Unterricht teilnehmen wollte, oder lieber draußen spielen wollte.

Er ist heute 25 und hat keinen Schulabschluss, trotz überdurchschnittlicher Intelligenz. Er hat mehrere Berufsausbildungen abgebrochen, weil ihm nie jemand beigebracht hat, dass man im Leben auch mal Dinge zu Ende bringen muss, auch wenn man vielleicht nicht jeden Tag ununterbrochen Lust darauf hat. Er versucht immer noch (unreiferweise), total nach dem Lustprinzip zu leben und scheitert damit ständig. Er ist arbeitslos, hat ein beginnendes Alkoholproblem und schlägt sich als Schauspieler mit Gelegenheitsjobs durch.

Für ihn kann ich sagen, dass SEIN persönliches Potential in der Waldorfschule verschüttet gegangen ist. Es hat auch nicht nur an seiner speziellen Schule gelegen, durch einen Umzug hat er nämlich die Waldorf-Schule zwischendurch gewechselt, wo es genauso war. Es gab zu wenig Ansporn, zu wenig Anforderung. Letzterer Aspekt ist bei Waldorf oft ein Problem: Zwar überfordert die leistungsorientierte Regelschule die Kinder oft. Aber Waldorf macht leider das Gegenteil: Hier werden sie leicht unterfordert, weil man ihnen zu sehr selbst überlässt, ob und wann sie sich mal anstrengen oder engagieren wollen.

Die Anthroposophen glauben, dass Kinder immer wissbegierig sind und schon von selbst zum Lernen kommen. Dies stimmt aber nur zum Teil: Kinder haben auch immer mal faule Phasen oder lustlose Durststrecken, in denen sie etwas Ansporn und Ausdauer brauchen und lernen müssen, auch wenn es mal gerade nicht so arg doll Spaß macht.

Ich finde, dass Waldorf-Pädagogik die Kinder zu sehr auf eine heile Fantasiewelt vorbereitet, die so nicht existiert, und sie damit ein Stück weit auch betrügt.

Auch stört mich an den Anthroposophen ihr stark elitäres Bewusstsein, die ausdrückliche Meinung, Anthroposophen seien "Eingeweihte". So ein albernes Vokabular, das Menschen über andere erheben soll, benutzen nur Menschen, die noch nicht wirklich allzuviel Weisheit erlangt haben - und natürlich noch Sekten.

Mir selbst ist die Anthroposophie sehr unsympathisch, auch wenn Rudolf Steiner sicher einige gute Ideen hatte. Die elitären, sektenartigen, pseudo-religiösen (Teufels- und Engelsglaube) und dogmatischen Elemente, die diese Lehre hat, finde ich ausgesprochen bedenklich. Zum Beispiel wird auch den Eltern von Waldorf-Kindern - obwohl diese ja oft keine Mitglieder in der Anthroposophischen Gesellschaft sind - versucht vorzuschreiben, wie die Kindererziehung ZU HAUSE aussehen sollte (Fernsehverbot, Verbot bestimmter Sportarten wie Fußball oder Ballett etc.). All dies stößt mich persönlich ab.

Sicher haben Waldorf-Einrichtungen auch einige sehr schöne Aspekte: Ein breites künstlerisches Angebot, Förderung spezieller Begabungen und Interessen, weniger Leistungsdruck, eine ansprechendere Einrichtung, eine menschlichere Einstellung der Pädagogen usw. Und sicher gibt es auch Kinder, die von Natur aus so veranlagt sind, dass sie mit einer Waldorfschule gut zurechtkommen, einen guten Abschluss machen und ihren Platz im Leben finden, das ist außer Zweifel. Deshalb will ich diese Einrichtungen auch nicht generell verdammen, nur ihre Gefahren aufzeigen und meine persönliche Meinung dazu sagen.

Grüßle,

Mimi

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