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Geschrieben von ibag am 22.10.2005, 8:36 Uhrzurück

Was haltet ihr davon?.....

Vogelgrippe
Politiker werden zuerst geimpft

Von D. HOEREN und S. SCHNEIDER

Millionen Deutsche haben Angst vor einer durch die Vogelgrippe ausgelösten Pandemie (Mega-Seuche).

Bund und Länder haben zwar Arznei-Vorräte angelegt. Aber die reichen nur für einen Bruchteil der Bevölkerung.
Sie sollen bei einem Ausbruch der Grippe nach dem Notfallplan von Bund und Ländern vor allem an Personen ausgeben werden, die für die medizinische Versorgung zuständig, und an „Entscheider“, die für „die Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung“ verantwortlich sind.
Sind mit „Entscheider“ auch Minister und Staatssekretäre gemeint?

Die Bundesregierung hat jedenfalls größere Mengen – nach unbestätigten Angaben aus Regierungskreisen rd. 60 000 Packungen – vorbeugend wirkender Virenhemmer für die eigenen Mitarbeiter zurückgelegt.
Damit sollen nach Angaben des Sprechers des Bundesgesundheitsministeriums, Klaus Vater, z. B. Mitarbeiter des Robert-Koch-Instituts bei einer Seuche (Pandemie) versorgt werden. Zu dem Personenkreis gehöre aber auch „eine ganz begrenzte Anzahl von Mitarbeitern, die zur Aufrechterhaltung der Funktion des Ministeriums notwendig sind“. Ob dazu beispielsweise auch Ministerin Ulla Schmidt gehört, konnte der Sprecher nicht sagen.
Der Vize-Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) schlägt jetzt vor, u. a. Politiker bevorzugt mit Impfstoffen zu versorgen. Joachim Lenders zu BILD: „Sollte der unwahrscheinliche Fall einer Vogelgrippe-Pandemie in Deutschland eintreten, so müssen Polizisten, Feuerwehrleute, andere Rettungseinheiten und Politiker zuerst geimpft werden.“

Aber warum diese Extrawurst? Lenders: „Politiker werden für Aufrechterhaltung logistischer und organisatorischer Abläufe benötigt. Die Polizei muß dafür sorgen, daß das öffentliche Leben in Deutschland aufrechterhalten bleibt.“
Patientenverbände sind alarmiert. Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP), Wolfram Candidus:
„Die Politiker in den Bundesländern haben nicht genügend virenhemmende Medikamente eingekauft, um die Bevölkerung ausreichend vor einer Grippe-Pandemie zu schützen. Das ist schon schlimm genug. Wenn Politiker aber gleichzeitig für sich selbst Vorräte anlegen und bevorzugt mit den Medikamenten versorgt werden, wäre das ein Skandal. Auch Politiker sind Patienten wie du und ich. Für sie darf es bei der Versorgung mit Medikamenten keine Sonderbehandlung geben.“
Der Leiter des Instituts für Gesundheitsaufklärung, Adel Massad: „Es wäre zynisch, wenn ausgerechnet die Politiker bei einem Ausbruch der Grippe-Pandemie bevorzugt werden. Schließlich haben sie es zu verantworten, daß viel zu wenige Medikamente angeschafft wurden. Bei der Versorgung mit den virenhemmenden Mitteln muß gleiches Recht für alle gelten.“

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