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Geschrieben von cnegara am 27.10.2002, 23:38 Uhrzurück

Re: Sexualtäter-sorry lang

Hallo
ich finde auch, daß man der Sache nachgehen muß! Es ist schon ok wenn wir jetzt eine schlimme Woche erlebt haben. Aber ich finde schon U-Haft sehr schlimm und man kommt jetzt schon leicht rein. Ich glaube nicht, daß härtere Maßnahmen was bringen würden. Es ist einfach so, daß man die gesamte Ungebung und die Familie eines Mannes ruiniert wenn man einen Mann wegen Vergewaltigung anklagt. Ich kann es natürlich nicht beurteilen wie schlimm eine Vergewaltigung ist. Die Schwester meines Mannes aber wurde ironischerweise tatsächlich vom 2 Mann der Mutter vergewaltigt (sie wollte den Mann aber nicht anzeigen, ironischerweise wurde mein Mann für ein Verbrechen angezeigt was tatsächlich in der Familie mal passiert ist) und sie selbst findet es auch nicht, daß lieber mehr unschuldige ins Gefängnis gehen, damit sich die Chance erhöht, daß man die tatsächlichen Verbrecher findet. Sie hat eine sehr gute Beziehung zu meinem Mann und sie kennt Leute, die in U-Haft waren. Sie war auch völlig mit den Nerven am Ende statt sich zu freuen, daß mein Mann als Beispiel steht wie schnell das deutsche Rechtsystem solchen Anzeigen nachgeht. Mein Mann hat auch mal den Beamten gesagt, daß er findet, daß sie ja zu nett mit ihm umgehen würden, dafür, daß er angezeigt ist:-).
Wenn ein Mann vergewaltigt, dann bin ich auch dafür es mit alles Härte zu bestrafen und man MUSS solchen Anzeigen nachgehen, das ist ganz klar und es kann schon sein, daß man unschuldige trifft. Vergewaltigung ist ein furchtbares Verbrechen, das steht außer Frage. Es geht auch nicht darum, daß wir grundsätzlich den Behinderten auf Schmerzensgeld anzeigen wollen nur weil er meinen Mann angezeigt hat! Bei uns waren die Indizien aber soooo dünn, daß man schon eher nachdenken MUSS, bevor man zu so einem Schritt übergeht. Dieser Mann hat nicht mal den Namen meines Mannes richtig gehabt, es wurde ihm nicht mal ein Photo meines Mannes gezeigt, damit er ihn richtig identifizieren kann (sie haben schon öfters Freizeiten zusammen gemacht). Das ganze beruhte darauf, daß es Anzeichen gab, daß er auf der Freizeit Sex gehabt hat. Aber es war ja nicht mal klar, ob es überhaupt eine Vergewaltigung war. Da die Eltern des Mannes mit der Sexualität ihres Sohnes wohl nicht umgehen konnten, haben sie einfach denjenigen angezeigt, dessen Namen am nächsten stand, in dem Fall meinen Mann, wobei sie NUR die Mitarbeiter berücksichtigt haben, wie es sich später herausgestellt hat. Sie haben sich nicht mal die Mühe gemacht die Namen der Behinderten die mit ihrem Sohn im Zimmer waren herauszufinden (es gab einen, der hieß auch so ähnlich wie mein Mann, vielleicht war es der-mir auch egal). Jedenfalls gab es höchstens nur Sex und keine Vergewaltigung und dieser Behinderte hat entweder meinem Mann oder seinem Zimmersnachbarn gegenüber irgendwelche Phantasien entwickelt.
Mein Anliegen ist nur, darauf aufmerksam zu machen, welche Folgen so eine Anzeige haben kann und dadurch auch zu zeigen wie schnell man einen Mann anzeigen und anklagen kann. Unsere Woche ist bestimmt nicht so schlimm gewesen wie eine vergewaltigung, falls ich das so geschrieben habe, dann habe ich mich falsch ausgedrückt!! Aber ein halbes Jahr oder gar meht U-Haft immer mit der ständigen Angst, daß man ins Gefängnis muß, und auch eine Umgebung, die meint, wenn man angeklagt ist dann "ist schon was dran", oder wenn man größere Kinder hat die in der Schule fertig gemacht werden und so eine Rufschande noch jahrelang, das kann man bestimmt mit einer Vergewaltigung vergleichen(es ist beides sehr schlimm und tragisch). Eine Woche ist ja noch zu verkraften und ich und mein Mann finden es auch richtig, daß die Polizei so gehandelt hat. Aber einige Monate dieser Zustand ist wirklich Tortur! Deswegen finde ich es falsch zu sagen, man erwischt am besten viele, dann werden schon einige richtige dabei sein, was meiner Meinung nach passieren würde, wenn man noch härtere Maßnahmen treffen würde.
Ich will jetzt nichts ins Detail gehen was die Polizei alles gemacht hat, aber sie sind der Anzeige schon sehr auf der Spur gegangen, und das ist auch gut so!! Ich denke, die Maßnamen sind schon hart genug.
Ich weiß nicht, ob man nicht auch bei einer 100% Sicherheit nicht doch die Möglichkeit besteht, daß man falch lag. Ich meine besonders die 100% identifizierung. Vielleicht behauptet die eine Person ja auch nur was. Da ich so mißtrauisch bin, finde ich, daß der Mensch in Gefängnis seine Würde nicht verlieren soll. Ich bin einfach so mißtrauisch, ich würde auch seeehr ungern einen Vaterschaftstest machen zum beispiel, obwohl ich mir 100% sicher bin wer der Vater ist. Trotzdem würde ich Angst haben, daß irgendwas verwechselt wird und ein falsches Ergebnis herauskommt. Ich denke, wenn ein Mann einige Jahre wegen Vergewaltigung im Gefängnis sitzt, dann ist es nicht wie auf "ferien". Ich denke, er wird auch von den anderen Gefangenen ständig "gerichtet". Wie gesagt, mein mann hat mal Sozialpädagogik studiert und war mal einen Tag im Pforzheim im Gefängnis. Also es sah definitiv nicht so aus, ais ob diese menschen sich erholt hätten.
Ich habe jetzt echt kein Mitleid mit Leuten die tatsächlich gemordet oder vergewaltigt haben, das will ich nicht sagen!! Aber ich habe mitleid mit den Leuten die unschuldig sind und von denen redet keiner!!! Ich finde es zum beispiel eine Frechheit, daß sich die Familie des Behinderten bei uns nicht entschuldigt hat!!
Ich weiß nicht, ob wir wirklich so 100% darüber urteilen können ob einer Vergewaltigt hat. Bei Mord ist es schon leichter nachzuweisen denke ich, aber Vergewaltigung ist nun mal schwer nachzuweisen. Daher sollte selbst einer der wegen Vergewaltigung angeklagt ist seine Menschenrechte nicht verlieren dürfen! Ich meine, schaut euch mal USA an, ich habe schon von mindestens 2!! Todesfällen gehört, wo es sich herausgestellt hat, daß die Leute es nicht waren!!! Und man verurtelt selbst in USA keinen wenn es nicht "100%" klar ist, daß er es war.
Na ja, ich wollte einfach mal auf "die andere seite" aufmerksam machen, die man so nie berücksichtigt. Keiner der nicht vergewaltigt worden ist kann urteilen wie schlimm es ist, aber man kann auch nicht urteilen, wie schlimm es ist wenn man unschuldig im Gefängnis sitzt. Und im Gegensatz zum ersten Fall, bekommt man auch keine psychologische Unterstützung und die Familie, die unschuldig ist, leidet schon auch sehr. Ich denke unschuldig im Gefängnis sitzen ist nicht weniger schlimm wie eine Vergewaltigung und zumindest meine Schwägerin, die ja auch beides erlebt hat(vergewaltigung leider direkt, U-haft eher indirekt) findet es auch! Da man eben ein Mensch ist und Fehler macht, läßt es sich nicht vermeiden, daß man auch unschuldige Menschen ins Gefängnis steckt. Und deren willen, die eh schon so viel zu leiden haben, sollten die Gefangenen ihre Würde und Rechte behalten. Die richtigen Vergewaltiger kann man sowieso nicht genug strafen und ich weiß nicht, ob es dem Opfer was bringt wenn man sich möglichst grausam rächt. Hauptsache die psychopaten bleiben im Gefängnis damit sie keine Gefahr darstellen! Und als unschuldiger kann man sein Leben so als "ofper"sehen damit das System einigermaßen funktioniert, leicht gesagt, ich weiß (wir haben zumindest versucht unsere Woche als solche zu betrachten, aber wie gesagt bei uns war es zum Glück ein kurzer Alptraum:-). Aber es ist schon so, daß wir jetzt schon natürlich mit den Getuschele und ich sogar mit der Frage meiner Mutter, (die meinem Mann seit er 16 ist kennt und auch die Sache mit der Schwester) "und war er tatsächlich?" auseinanderstezten mußten und ich auch keinem erzähle was passiert ist, außer in so einem Forum, wo mich keiner kennt. Irgendwie ist es klar, daß die Leute immer auf der Seite des Opfers stehen, aber in dem Fall waren wir die Opfer und das sieht keiner! Dann hört man so
"es sind ja immer die tollen, unscheinbaren väter die sowas machen" Das war schon hart, aber egal, jetzt ist es (fast) vorbei! Als Mann muß man einfach damit leben, wir haben ja auch jeden Monat unsere Tage und Geburtsschmerzen und finden schlechter einen Arbeitsplatz und sind schlechter bezahlt. Jetzt kommt wohl das Jahrzehnt der Männerdiskriminierung nachdem wir jahrhundertelang dran waren:-))(mach nur spaß)
Wenn man jetzt vielleicht mit 100% Sicherheit MEHRERE Verbrechen begangen hat, dann gebe ich auch zu, denke ich schon, daß die Wahrscheinlichkeit seeehr minimal ist, daß die Person es nicht war. DANN kann man ihn vielleicht doch kastrieren.
schönen Abend noch

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