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Geschrieben von sasu am 08.06.2003, 16:29 Uhrzurück

Dahinter steckt immer El Kaida .....mt

Mathias Bröckers

Letzte Woche kam für das Pentagon endlich eine gute Nachricht: die US-Ermittler in Sachen "Weapons of Massdestruction" (WMD) waren fündig geworden und hatten illegale Biowaffen und chemische Kampfstoffe, darunter 50 Ampullen mit dem Milzbranderreger Anthrax, ausgegraben. Die schlechte Nachricht folgte allerdings umgehend: der Fund war nicht im Irak oder sonst irgendwo auf der "Achse des Bösen" ausgebuddelt worden, sondern in der Nähe von Fort Dettrick im lauschigen Maryland, keine 50 Meilen von Washington entfernt.
Wahrscheinlich aus diesen so nahe liegenden Gründen meldete das Weltblatt "Washington Post" das Ereignis nur unter "Lokales" - auf dass in der Nation wie in der Weltgemeinschaft kein Zödern und Zaudern ausbricht beim "war on terror" und dem Dingfestmachen schmutziger, massenvernichtender Waffen. Dass es die Meldung über den Fund nicht in die Schlagzeilen der Weltpresse schaffte, mag allerdings auch mit dem zeitgleich Furore machenden Geständnis des Vize-Verteidigungsministers Wolfowitz zu tun haben, der bekundete, die angeblichen Weapons of Massdestruction im Irak seien ohnehin nur aus "bürokratischen Gründen" erfunden worden, um eine möglichst große "Anti-Saddam-Koalition" zusammenzutrommeln.

Jetzt warten wir eigentlich nur noch auf den beiläufigen Hinweis, dass es sich auch bei Osama & den 19 Hijackern als Alleintäter des 11.9. um eine "bürokratische" Erfindung handelt, um die globale "Anti-Terror-Koalition" zu schmieden - und die Verwirrung wäre perfekt.

Terroristen und Terroristenjäger, Jäger und Gejagte werden zunehmend ununterscheidbar. Die "Bösen" erweisen sich eins ums andere Mal als Phantomteufel: virtuelle, unfassbare Universalschurken, denen unsichtbare höllische Heerscharen und Refugien zur Vefügung stehen.

Nach Schwefel-Biowaffen! - dem untrüglichen Anzeichen für die Anwesenheit des Teufels allerdings stinkt es nicht in Tora Bora oder in Saddam Husseins Palästen, sondern vor dem Weißen Haus der "Guten".

Da mutet der deutsche Terrorismus, zu dem der Berliner Polizist Kurras mit der Erschießung des Studenten Benno Ohnesorg am 2. Juni vor 26 Jahren quasi das Startsignal gab, fast schon wie eine Tragödie aus guter alter Zeit an. Nicht weil die Ordnungshüter mit ihren Tschakos noch aussahen wie die Polizisten aus "Räuber Hotzenplotz", sondern vor allem weil die Terroristen noch echt waren: mit einer Botschaft, mit Bekennerschreiben zu jeder Aktion, mit länglichen Strategiepapieren, Rechtfertigungschreiben, und nicht zuletzt mit einem revolutionären Ziel.

Sie waren fassbar und wurden, weil sie Spuren hinterließen, auch irgendwann gefasst. Heutzutage führen Terroristen mit vier gekaperten Flugzeugen den größten Anschlag der Geschichte durch, ohne irgendein Bekenntnis, ohne irgendeine Botschaft, um dann spurlos zu verschwinden.

Erinnern Sie sich noch an die "Schläfer", jenes Netzwerk heimtückischer Islamisten, die nach dem 11.9. nur darauf warteten, geweckt zu werden, um das nächstgelegene Einkaufszentrum oder Botschaftsgebäude hochzujagen? Bis heute hat sich diese ominöse Schläfer-Bande nicht erkenntlich gerührt, was daran liegen kann, dass ihr Weckdienst irgendwie nicht funktioniert - oder aber dass sie ebenso aus "bürokratischen Gründen" in die Welt gesetzt wurde wie Saddam Husseins Arsenal an Massenvernichtungswaffen. Als Terror-Simulation mit allgegenwärtigen Universalteufeln.

Die "Bewegung 2. Juni" nahm den Berliner CDU-Chef Peter Lorenz damals als Geisel, um Gesinnungsgenossen aus dem Gefängnis freizupressen - hat man je davon gehört, dass El Kaida sich derart um ihre verhafteten Kombattanten kümmert? Mag sein, dass das bei diesen Heiligen Kriegern nicht üblich ist - selbst noch im Terror wäre dann eine kulturelle Differenz zu konstatieren - mag aber auch sein, dass diese Gefangenen mit El Kaida gar nichts zu tun haben, weil es diesen Verein womöglich überhaupt nicht gibt.

Dafür haben die "Schläfer" aber jetzt einen neuen Namen: wenn irgendwo in der Welt eine Mülltonne brennt, weiß jeder Hauswart gleich: dahinter steckt El Kaida.
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/feuilleton/249130.html

ich kann nicht umhin zuzugeben, dass mich der artikel sehr nachdenklich macht.....

gruss,
sasu

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