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Geschrieben von fiammetta am 26.02.2006, 16:14 Uhrzurück

Zu der Gehälterdiskussion von unten

Hi,

ich habe die Diskussion unten nur überflogen, d.h. vielleicht wurde mein Gedankengang bereits vorweggenommen.

Seit jeher wurden die unterschiedlichen Gehälter bei gleicher / besserer Qualifikation und vergleichbaren Aufgaben damit begründet, daß Männer schließlich eine Familie zu ernähren hätten. Das impliziert, daß der werten Gattin nicht zugemutet werden kann, ihren finanziellen Teil zum gemeinsamen Leben beizutragen. Solange aber auch hochqualifizierte Männer noch dem Weibchenschema nachrennen, daß ihnen eine sie bewundernde, attraktive, sie umsorgende Ehefrau verspricht, d.h. eine, die ihnen "den Rücken freihält" (am Besten mit Putzfrau und Kindermädchen - ok, war jetzt wieder ein wenig polemisch), präsentabel ist, aber nicht zu viele eigenen Thesen aufstellt, so lange wird sich nichts an der o.g. Situation ändern. Schaut Euch doch einmal in Euerem eigenen Umfeld um, wie viele erstklassig qualifizierte Männer in karriereträchtigen Positionen tatsächlich eine selbständige, emanzipierte, finanziell unabhängige und damit nicht wie der Dackel auf der Heckablage "Ja"-sagende Ehefrau haben. Ist recht übersichtlich, stimmt`s?
Gleichzeitig stellen sich aber auch die beiden Fragen, nämlich, ob "sie" diese Situation ändern wollen würde und wer sich von uns in einer ähnlich verantwortungsvollen Position tatsächlich beruflich und privat mit Leuten umgäbe, die eine abweichende und damit regelrecht revolutionäre Meinung vertreten.

Solange also diejenigen, die die echten Entscheidungen zu fällen haben, keinen Sinneswandeln vollziehen wollen, bleibt die Situation eher unverändert, zumal wir in einer Zeit leben, in der Arbeitsplätze mitunter zum Glücksfall werden und - wieder einmal - immer öfter das Argument fällt, Frauen sollten doch den Arbeitsmarkt nicht zusätzlich belasten, wenn`s nicht unbedingt notwendig ist. So kann man`s auch sehen... (und damit sind wir wieder am Ausgangspunkt).

Ein weiterer Punkt ist, daß - so eine Umfrage unter Selbständigen vor ein paar Jahren - Männer selbst bei unzureichend erbrachter Arbeitsleistung eiskalt die vereinbarte Bezahlung einfordern (und auch meistens erhalten), da sie schließlich etwas innerhalb der ausgemachten Arbeitszeit getan hätten. Frauen hingegen treten oft sogar von ihren Forderungen zurück, wenn sich auch nur das subjektive Gefühl haben, sie hätten die bestellte Leistung nicht 100%ig erbracht. Der Witz ist nur, daß - wie so oft - Frechheit auch hier siegt, d.h. ich früher auch zu diesem Duckmäusertum geneigt habe. Inzwischen frage ich - unschuldig lächelnd - durchaus "Wie würden Sie die erwünschte Leistung bei einem Mann honorieren?" (klappt, dank des Überraschungseffekts, wunderbar...) oder "Was haben sie meiner Vorgängerin bezahlt? Hatte sie dieselben Qualifikationen wie ich?" bzw. trete insgesamt selbstbewußter auf. Ich habe mit diesen Fragen jedenfalls noch keinen Auftrag verloren, im Gegenteil. Frauen verkaufen sich zu sehr unter ihrem Wert, fordern von vornherein zu wenig Gehalt / Honorar, pokern zu tief, lassen aber auch in Bewerbungsgesprächen zu stark durchblicken, daß sie aus privaten Gründen nicht direkt karriereorientiert sind (und sich dann auch nicht umbringen werden für den Job oder sich zu stark mit berufsbezogener Weiterbildung beschäftigen wollen). Gleichzeitig ist es aber auch so, daß Männer es im Job immer und immer wieder hingerieben brauchen, daß "man" als Frau weder weniger kann noch weniger qualifiziert ist und die echte Konkurrenz übersichtlich ist. Sollte da ein Löschprogramm im Hirn regelmäßig aktiviert werden?;-)

Interessant ist auch, was ich in einigen mittelständischen Betrieben erlebt habe. Diejenigen, die einen regelrecht kometenhaften Aufstieg zum Assistenten der Geschäftsleitung genossen hatten, waren allesamt Burschen von 22 Jahren mit Mittlerer Reife und durchschnittlicher kaufmännischer Ausbildung. Damit entsprachen sie 1:1 dem Ausbildungsweg ihrer Vorgesetzen, die sich also nicht schlechter vorkommen müssen, sind noch formbar und betonen bei jeder Gelegenheit, daß sie karriereorientiert sind. Entsprechend machen sie auch Überstunden. Nur: dieser Aufstieg und das damit verbundene Gehalt bedeuten auch, daß sie mit dieser Qualifikation heute nirgends eine andere vergleichbare Stelle ergattern werden, d.h. sie werden - ähnlich wie bei BMW z.B. - dafür bezahlt, daß sie der Firma treu bleiben. Bauen sie dann noch (des Niederbayern liebstes Hobby), dann werden sie alles dafür tun, um den Job zu behalten, sie sind also regelrecht erpressbar. Frauen haben, zumindest in den meisten Fällen, auch bei Kündigung noch einen Ernährer.

Was ich auch immer wieder beobachte ist, daß sich Frauen - Späßle hin oder her - damit selbst im Weg stehen, daß sie entweder unpassende Kleidung (Typ Aufschrift "Suche reichen Mann...", etc.) im Büro tragen oder zu viel vom Privatleben outen. Einer Angestellten, die davon berichtet, daß ihr Freund gerade baut und damit naheliegt, daß die beiden sich bald verehelichen und vermehren werden, würde ich auch keinen Abteilungsleiter-Job anbieten, weil mir die potentiellen Konsequenzen zu teuer wären. Männer sind hier strategisch zurückhaltender oder eben als Ernährer regelrecht erpressbarer und damit firmentreuer (s.o.).

Frauen könnten also doch einiges zumindest in Bewegung bringen, wenn sie sich ihrer Fähigkeiten bewußt und im Job zu vergleichbaren Leistungen oder Auftreten bereit wären. Ich bleibe jedenfalls bei meinem Credo: indirektes, blümchenverseuchtes Drumrumgerede in der Hoffung, das Gegenüber bekäme auch nur tendenziell mit, was er zumindest anstandshalber dann umsetzen sollte (hier: gleiche Bezahlung für gleiche Leistung), führt zu keiner Veränderung. Da müssen wir schon selbst aktiv werden.

LG,

Fiammetta

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