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Geschrieben von Moneypenny77* am 03.08.2004, 17:06 Uhrzurück

Re: altenpflege?? oh ha,....!!

Und wenn es um die Pflege der Eltern geht, ist es doch sowieso fast immer so, daß sich nicht die Arbeit, sondern, wenn überhaupt, die Kosten geteilt werden, nämlich für's Heim...
Wie viele Menschen sind nicht bereit, ihr Leben für ein Kind "zu opfern", da sind sie es erst recht nicht für alte Leute, wenn es doch so schöne Alternativen gibt.

Aber genau so ist es... Fall meiner Mutter (Einzelkind): Sie lebt seit eh und je bei meinen Großeltern (auch Einzelkinder) nebenan. Alles macht sie waschen, putzen, sich mit Mietern herumärgern... alles und meine Oma ist krank. Meine Mum ist aber selbst chronisch krank und hat Osteoporose, aber sie ist nunmal das einzige Kind und auch noch das Mädchen, da wird von ihr erwartet, daß sie sich um ihre Eltern kümmert. Und da sie mit 50 Jahren immer noch unter dem Regiment meines Opas steht, wagt sie auch nicht, etwas zu sagen. Die Putzfrau bekommt 50 € für vier Stunden die Woche. Meine Mutter, die immer parat steht eine Tafel Schokolade im Monat. Mein Vater wurde beruflich nach Nürnberg versetzt, muß jetzt pendeln, weil mein Mutter gar nicht wagen würde, wegzuziehen, solange meine Großeltern noch leben. Am liebsten würde sie in unsere Nähe, zu mir und ihrem Enkelkind ziehen. Natürlich liebt sie ihre Eltern und macht es auch irgendwo gern, aber genau das, was Marit schrieb, sagt sie auch: "Könnte mir doch nur einmal einer die Arbeit abnehmen". Sie trägt ganz allein die Verantwortung... für alles... und ist im Grunde ein total unselbständiger Mensch... Wer muß das auffangen? Ich... selbst Einzelkind... und wieder das gleiche: "Könnte sich doch nur sonst noch jemand mal um meine Mutter kümmern."

Von den 27 Jahren Ehe haben sich meine Eltern 15 Jahre lang nur gestritten. Von meinem 6. bis 19. Lebensjahr kam alle paar Monate: "Sei jetzt nicht traurig, aber wir haben beschlossen, uns scheiden zu lassen..." (haben sie aber nie gemacht, die können nämlich gar nicht ohneeinander *g*)... Ich hätte mir so gewünscht, Geschwister zu haben, mit denen ich meine Ängste, Sorgen und die ganzen familiären Probleme hätte teilen können.

Schön, das Erbe meiner Großeltern werde ich nach meiner Mutter (die sich hoffentlich dann endlich mal was gönnt) allein antreten können, wobei ich mir wünsche, daß meine Mutter alles verprasst, sie hätte es nämlich verdient, aber selbst wenn es Millionen wären, würde ich auf alles Geld verzichten, wenn ich jetzt dafür Geschwister hätte.

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