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Marco & Matthias wurden im Mai 1990 geboren, sie waren eine Drillingsfrühgeburt
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Als wir erfuhren,das es Drillinge werden, waren wir schon ziemlich schockiert, aber wir wollten
den Babys eine Chance geben. Hätten wir gewusst, was auf uns zu kommen kann, hätten wir uns vermutlich
anders entschieden. Die Schwangerschaft verlief bis zur 22. SSW ohne Komplikationen. Bei einer
Untersuchung im Krankenhaus stellte sich dann jedoch heraus, dass mein Muttermund sich bereits auf
5 cm geöffnet hatte. Es wurde eine Cerclage gelegt (der MuMu wurde zugenäht). In der 26. SSW, genau
an meinem 22. Geburtstag, bekam ich dann Wehen, welche nicht mehr zu stoppen waren. Im Krankenhaus
nahm man mich nicht ernst, weil das CTG wohl keine Wehen anzeigte. Glauben schenkte man mir leider erst,
als die Cerclage riss. Dann ging alles sehr schnell. Der Kreissaal war zwar vorbereitet, jedoch
"musste" der Chefarzt von zu Hause geholt werden. Als dieser dann endlich eintraf, war die Geburt
so weit voran geschritten, das es für einen Kaiserschnitt wohl zu spät war. Die Babys wurden also
auf "normalen Weg" entbunden und kamen alle drei mit einer sehr schweren Hirnblutung auf die Welt.
Obwohl ich bereits 2 Tage im Barbara KH lag, hatte man für meine Babys nur 2 Inkubatoren zur Verfügung.
Matthias wurde per Krankenwagen ins Klinikum Kröllwitz gebracht und solange per Hand beatmet. Das
es 3 Jungen sind, erfuhr ich erst Stunden später, keiner gab mir eine Auskunft, auch nicht, als ich
aus der Narkose erwachte, welche ich noch bekam, da sich die Plazenta nicht löste. Mein Mann wusste es
eher, als ich! Noch heute ist es uns ein Rätsel, wer unseren Kindern diese Namen gab, denn wir hatten
noch keine... Marco verstarb nach 2,5 Wochen (14.06.1990), als ich gerade wegen eines Blutsturzes
eingeliefert wurde und Matthias verstarb nach 4,5 Wochen (28.06.1990). Die Beerdigung der beiden Kleinen
war ein einziger Alptraum und ich habe heute keine Ahnung mehr, wie wir sie überhaupt hinter uns brachten.
Wir fühlten uns schrecklich allein gelassen zur Beerdigung, weder meine Eltern, noch Silvio's Mutter
hielten es für nötig uns zu begleiten.
Eigentlich wollten wir gegen das Krankenhaus eine Klage
anstreben, denn schon allein durch die normale Geburt unserer Babys war vorprogrammiert, dass sie
eine Behinderung davon tragen würden, sie hatten nie eine faire Chance gehabt, gesund heranwachsen
zu können. Aber wenige Monate danach passierte der Unfall von Thomas und wir hatten keinen Nerv mehr
dazu :-(...
Vor einigen Jahren kamen im Barbara Krankenhaus Drillinge zur Welt - sie waren
gesund! Der Presse teilte das Barbara Krankenhaus mit, es seien die ersten Drillinge seit 25.
Jahren. Als mein Mann das Krankenhaus zu diesem Zeitungsartikel telefonisch um Stellungnahme bat,
hies es, dass dies ein Versehen der Zeitung sei !
Wo war die Hilfe von denen, als wir knietief
in der Scheisse hingen? Unsere Kinder wurden stumm geschwiegen - ich schäme mich diese Leute zu kennen,
die sich Ärzte nennen dürfen !
Nachtrag ,18.10.2001 Ich habe die Krankenakten von dem
Krankenhaus abgefordert..., natürlich teilweise sehr nichtssagende Blätter. Es geht daraus hervor,
das mir die Cerclage entfernt wurde. Dies ist nicht wahr, sie ist gerissen, weil mir niemand Glauben
schenken wollte, das ich Wehen habe! Ausserdem geht daraus hervor, das wir tatsächlich keinen
einzigen Namen für einen Jungen angegeben hatten. Woher nimmt man sich das Recht, einfach Namen frei
zu "vergeben" ? Unsere Babys wogen auch nicht alle drei 840 g - die Gewichte unserer Kinder schwanken
zwischen 110 g , bei einer Länge von 32 cm ( kein Schreibfehler von mir ) bis zu 860 g. Sie wurden
obdukziert und wir können uns nicht daran erinnern, jemals unser Einverständnis dafür gegeben zu haben...
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