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Zeckenbiss - so können Sie Ihr Kind schützen

Insektenschutz

Zecken sind nicht nur lästige Parasiten, sie können auch gefährliche Krankheitserreger übertragen, die Hirnhautentzündung oder Borreliose zur Folge haben. Wie Sie Ihr Kind und sich vor Zeckenstichen schützen können und wie man am besten reagiert, wenn das Kind eine Zecke hat.

Draußen zu spielen ist für Kinder das Schönste - doch in kniehohen Gräsern lauern Zecken für Kleinkinder in Augenhöhe. Auch in Büschen sitzen Zecken gerne und waren ihre Gelegenheit, sich abstreifen zu lassen und so bequem einen neuen Wirt zu finden.

Die kleinen Blutsauger sind nicht nur eklig, die Riesenmilben übertragen mit dem Stich ihres Saugrüssels auch Viren und Bakterien, die sich in ihrem Speichel befinden. Schwere Krankheiten können die Folge sein. In bestimmten Regionen übertragen Zecken besonders häufig Erreger: In Deutschland sind dies vor allem die südlichen Bundesländer wie Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen.

Zecken-Impfung gegen FSME

Bereits durch den Stich können Viren in den Körper gelangen, die Frühsommer-Meningonzephalitis (FSME) auslösen können - eine Hirnhautentzündung, die einen schweren Verlauf nehmen kann. Doch sogar wenn die Zecke FSME-Viren in sich trägt und beim Stich auch überträgt, erkranken nur 30 Prozent der Gestochenen - in der Mehrzahl der Fälle wird das Immunsystem mit den Eindringlingen fertig.

Trotzdem bleibt ein Restrisiko. Wer also im Süden Deutschlands lebt und mit seiner Familie viel Zeit im Wald und in der freien Natur verbringt, sollte sich informieren und sich gegebenenfalls gegen FSME impfen lassen. Bis der Impfschutz eintritt vergehen acht Wochen. Daher frühzeitig im Jahr oder vor dem Urlaub zum Impfen gehen. Die Impfung muss alle fünf Jahre aufgefrischt werden. Von Erwachsenen und größeren Kindern wird die Impfung in der Regel gut vertragen, sehr kleine Kinder bis etwa zwei Jahre können auf die Impfung mit hohem Fieber reagieren. Eltern besprechen am besten das Für und Wider einer Impfung mit dem behandelnden Kinderarzt. Er hat die nötige Erfahrung mit dieser Impfung und kann die Lage vor Ort am besten einschätzen.

Borreliose in Risikogebieten

Ungefähr 10 bis 15 Prozent der Zecken in Risikogebieten übertragen noch eine andere Krankheit: Borreliose. Hier handelt es sich um Bakterien, die, wenn sie unbemerkt und unbehandelt bleiben, langfristig schwere Entzündungsreaktionen im Körper auslösen können. Borrelien überträgt die Zecke frühestens 8 bis 12 Stunden, nachdem sie gestochen hat. Die Bakterien befinden sich bei der Zecke im Darm und gelangen erst nach mehreren Stunden in die Blutbahn des Wirts. Doch auch wenn die Zecke infiziert ist, heißt das noch nicht, dass man selbst die Krankheit bekommt: Nur in 1,5 Prozent aller Fälle erkranken die gestochene Person tatsächlich an einer Borreliose. Erkennen kann man eine Borrelien-Infektion im Frühstadium an der ringförmigen Hautrötung, die sich nach Tagen, manchmal auch erst nach Wochen, rund um die Einstichstelle zeigt. Auch grippeähnliche Symptome mit Fieber können auftreten. Im Frühstadium kann man Borreliose sehr gut mit Antibiotika behandeln, deshalb sollten Sie bei verdächtigen Symptomen nach einem Zeckenstich unbedingt den Kinderarzt aufsuchen.

Risiko durch Zecken minimieren

Minimieren kann man die Gesundheitsrisiken, die von Zecken ausgehen, in dem man in erster Linie versucht, Zeckenstiche zu vermeiden. Um sich zu schützen sollten Kinder beim Waldspaziergang am besten Oberteile mit langen Ärmeln und lange Hosen anziehen. So kommen die Zecken nicht sofort in Kontakt mit der Haut. Helle Kleidung ist am besten, dann sieht man auch schnell, ob eine kleine schwarze Zecke am Ärmel hängt.

Zecken stechen meist nicht sofort, sondern krabbeln oft noch mehrere Stunden auf ihrem Wirt umher, um nach einer geeigneten Stichstelle zu suchen. Deshalb nach einem Tag im Freien abends das Kind ausziehen und von Kopf bis Fuß auf Zecken kontrolliert - auch hinter den Ohren und auf dem Kopf. Denn besonders häufig halten sich Zecken an geschützten Hautstellen auf, wie in der Leiste, in der Kniekehle, im Schritte, unter den Armen, aber auch manchmal am Augenlid oder bei Kindern auch am Kopf.

Richtig reagieren bei Zeckenbiss

Wichtig: Hat die Zecke sich schon in die Haut gebohrt, das Tier möglichst schnell nach dem Stich entfernen. Dazu kann man sich in der Apotheke eine Zeckenzange, ein Zeckenlasso, oder eine Zeckenkarte besorgen. Es funktioniert auch mit einer Kosmetikpinzette, sie sollte jedoch ähnlich wie eine Zeckenzange vorne gebogen und abgewinkelt sein. Beim Entfernen kommt es darauf an, dass man die Zecke nicht quetscht, da sie sonst ihre Keimlast verstärkt abgibt. Bei Wanderungen und längeren Ausflügen ist es gut, eine Zeckenzange dabeizuhaben.

Beim Entfernen sollte man das Tier so hautnah wie möglich greifen und aus der Haut ziehen. Dabei kann der Saugrüssel auch in der Haut stecken bleiben. Grundsätzlich ist das nicht schlimm. Kleine Bestandteile stößt der Körper binnen weniger Tage ab. Nach der Entfernung sollte man die Stelle z. B. mit Jod desinfizieren.

Auf keinen Fall sollte man die Zecke mit Öl, Alkohol oder anderen Mittel beträufeln, um sie zu töten oder zu ersticken. Wenn die Zecke in Not ist, spuckt sie vermehrt Keime in die Blutbahn.

Chemische Anti-Zeckenmittel sollte man für Kleinkinder nicht verwenden. Über die Haut können sie den kindlichen Organismus belasten - außerdem halten sie meist nicht, was sie versprechen.

Und das Wichtigste: Lassen Sie sich nicht panisch machen und sich die Freude an der Freizeit in der Natur verderben - Zecken sind nur ein sehr kleiner Teil davon.

Lesen Sie dazu auch unseren Tipp vom Kinderarzt zum Thema Zeckenstich - so reagieren Sie richtig.

von Dagmar Fritz

Zuletzt überarbeitet: Juli 2015

   

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