Forum Kigakids Ist mein Kind reif für die Schule?
Rund um die Erziehung Rund um die Erziehung
Geschrieben von Michilein358 am 28.08.2017, 12:01 Uhrzurück

Erziehung - Trotzphase

Halloooo,

pünktlich kurz vor der Geburt von Mausi 2 wird Mausi 1 schwierig:-(
sie war immer so brav aber seid ein paar wochen hat sie wie aussetzer .... wir sitzen zb am tisch und ganz plötzlich schmeisst sie alles runter wo sie dran kommt.... natürlich schimpfe ich dann, erkläre das man das nicht darf, sie muss sich entschuldigen und aufräumen helfen und so.... aber dann macht sie es grad wieder und wieder.... oder wir sitzen am tisch und sie macht die füsse auf den tisch und tritt die ganze zeit dagegen... auch da bringt natürlich jegliches nein oder so gar nichts... oder ich wickele sie und sie fängt an ganz wild zu treten.... gleiches spiel, je mehr ich nein sage, desto wilder macht sie...oder wir sind irgendwo und sind beim essen und sie hat kein bock auf essen dann schreit sie und macht ne riesen sauerei usw....
ich weiß das ist normal und gehört dazu, ich würde nur gerne mal wissen, wie ihr damit umgeht bzw euch in so situationen verhaltet...???? was ist der richtige weg???
wie lange dauert sowas, bis sie es verstehen und "hören" wenn man nein sagt? ich will einfach an die sache richtig ran gehen und wäre froh, wenn ihr mir mal eure erfahrungen mitteilen könntet und vielleicht auch tipps?
lg

 
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Re: Erziehung - Trotzphase

Antwort von emilie.d. am 28.08.2017, 12:45 Uhr

Es klingt erstmal unlogisch, aber es geht bei Trotz um Vermeidung der entsprechenden Situation. Dann Ablenkung, wenn man sich drin befindet. Als allerletztes Deeskalation. Schimpfen, soziales Trennen bringt auf Dauer nicht viel und sollte man nur dosiert einsetzen.

Dein Kind trotzt, weil es seinen eigenen Willen entdeckt und durchsetzen will. Dadurch steigt das Selbstbewusstsein. Je besser das Sb, desto weniger wird getrotzt. Je mehr man also die Macht beschränkt, Druck macht, desto mehr entlädt sich der Druck an anderer Stelle.

Lass sie soviel selbständig entscheiden, wie es geht. Z.b. beim Essen. beim Wickeln, beim Anziehen. Viele Kleinkinder sind total pingelig, wo was auf dem Teller zu liegen und rasten aus, wenn man sich nicht dranhält. Das tut keinem weh, wenn man es macht, wie das Kind es will und das Kind fühlt sich toll und trotzt dann an anderer Stelle weniger.
Fängt sie aus Langeweile an, Zeug runter zu werfen? Dann könntest Du sie z.B. aus dem Stuhl setzen und die Mahlzeit für sie beenden. Es muss niemand essen. Man bietet an und wenn Kind nicht will, kann es z.B. spielen. Du musst einfach früh genug die Situationen erkennen, in denen sie Quatsch machen wird und diese Situationen umgehen oder eben abbrechen, in dem man den Teller z.B. einfach wegnimmt.

Wenn Du in der Sitution bist, wo Kind aus Wut die Wand zertritt, ist es zu spät und das Kind ist dann für ein Nein nicht mehr zugänglich. Da bleibt dann nur, Kind aus der Situation nehmen z.B. in ein leeres Zimmer tragen und den Anfall ruhig daneben abwarten.

 

Konkret ablenken beim Wickeln

Antwort von emilie.d. am 28.08.2017, 12:47 Uhr

Kind 1 war da EXTREM. Den haben wir zeitweise fast nurbzu Zweit gewickelt. Einer hat bespaßt, der andere hat in Rekordzeit die Windel gewechselt.
Kind 2 ist pflegeleichter und lässt sih mit Singen, Klatsghspielen, Spielzeug, Bücher gut ablenken. Gibt es was, was sehr attraktiv für Deine Tochter ist? Das gibst Du ihr dann eben nur noch beim Wickeln.

 

Re: Erziehung - Trotzphase

Antwort von faenny am 28.08.2017, 13:40 Uhr

Versuche es mal aus Sicht deiner Tochter zu sehen:
Irgendetwas passt nicht, ärgert sie, macht ihr Angst... Mit Sprache kann sie es noch nicht ausdrücken - also sucht sie andere Wege um dir ihre Gefühle zu zeigen.
Dafür wird sie geschimpft und muss sich entschuldigen. Sie kann das noch nicht trennen (ihr Gefühl und die Art, wie sie es ausgedrückt hat) und fühlt dich missverstanden --> ganz schnell ist man da in einem Teufelskreis und bewirkt eher, dass das Verhalten verstärkt wird, als dass es abnimmt.
Zeige Verständnis, versuche den Grund herauszufinden, suche Lösungen. Dabei kannst du natürlich trotzdem sagen, was du nicht möchtest, aber das reicht auch.
Und vergiss nicht, große Schwester zu werden ist nicht leicht! Das alleine kann sehr oft ein Grund für ihr Verhalten sein

 

Re: Erziehung - Trotzphase

Antwort von Baerchie90 am 28.08.2017, 17:42 Uhr

Ich denke, das ist nichts ungewöhnliches. Da kommt bald ein Geschwisterchen, das bringt nun mal viel Unsicherheit mit. Nicht nur für Eltern (Wird alles gut gehen? Wie werden die ersten Wochen sein? Wie wird "das erstgeborene" das verkraften? Etc), sondern eben auch beim vorhandenen Kind (Werden mama und papa noch Zeit für mich haben? Muss ich alles teilen? Werden sie das baby mehr lieben? Was wird sich alles andern?) und je kleiner das Kind ist, desto weniger kann es diese Sorgen logischerweise greifen geschweige denn ausdrücken.

Mein "Großer" wurde mit 2 Jahren zum "Großen Bruder" und er hat geradezu eine 180 Grad Wendung wenige Wochen vor der geburt gemacht. Er war quasi über Nacht super bedürftig, brauchte bei allem wieder Hilfe und forderte permanent Nähe ein (das kannte ich beides so gar nicht von ihm), ich glaube er wollte damit in gewissermaßen Testen, ob für ihn auch noch Platz ist, wo doch "alle Welt" nur vom Baby gesprochen hat, von daher hab ich - so gut es eben ging - versucht seinen Wünschen und Bedürfnissen nachzukommen.
Da aber ja alle Kinder unterschiedlich sind, reagieren sicher auch alle anders bei unsicherheiten.

Vielleicht liegt es auch nur am Alter? Irgendwann fangen die Mäuse ja an eigene Wünsche und Vorstellungen zu haben. Sie wollen eigene Entscheidungen treffen und über ihren eigenen Körper entscheiden.

Ich lasse meine Kinder viel selbst entscheiden, gerade wenn es um den eigenen Körper geht, oder diese Entscheidungen, die eigentlich total "egal" sind. (Becherfarbe, wo man Zähne putzt, wer das Kind wickelt, Mütze auf oder nicht, Farbe der Hose, erst dies oder jenes... Die Liste ist ja schier endlos)
Und ich achte auf meine Formulierungen, ein "du MUSST" geht hier in der Regel nach hinten los, wogegen ein "du DARFST" oder "du KANNST" wesentlich vielversprechender sind.
Auch ein "Möchtest du erst *doofe Sache, die gemacht werden sollte (wickeln, Zähne putzen, anziehen, Medizin, endlos erweiterbar)*, oder *neutrale/tolle Sachen* machen?"(also die Reihenfolge entscheiden lassen) wirkt hier oftmals. Das Kind darf entscheiden und ist happy und ich kann ohne Gegenwehr "unliebsame Dinge" machen. ^^

Ansonsten versuche ich geduldig zu sein und Verständnis zu zeigen (das klappt mal mehr mal weniger gut), und versuche drauf zu achten, dass ich da nicht zu viel von den Zwergen verlange. "Langes am Tisch sitzen" ist zum Beispiel selten drin. In der Regel stehen die Kinder auf und spielen, sobald sie fertig sind, während mein Mann und ich noch sitzen bleiben.

 

Re: Erziehung - Trotzphase

Antwort von mama-nika am 28.08.2017, 17:48 Uhr

Hallo

Einige Tipps hast du ja schon bekommen. Denen schließe ich mich an.

Es sind oft kleine Dinge, die sowas auslösen.
Vielleicht hat sich beim Essen niemand mit ihr unterhalten, dafür aber du und dein Partner. Vielle8cht war ihr Becher leer....ja, es ist albern wegen sowas auszuflippen, das man einfach sprechen kann, was falsch läuft gerade, müssen Kinder aber noch lernen.

Schimpfen hilft da tatsächlich NULL. ich verstehe gut, wie sehr es dich auf die Palme bringen kann, aber ruhig bleiben ist wirklich sinnvoller.

Bei meinen Großen war es kurz vor Geburtstaermin auch am Schlimmsten. Dauernd Streitereien, Gezicke, Hauen, Werfen von Gegenständen usw...also all solche Dinge, die eigentlich schon als "abgehakte Phase" gegolten haben.

Die Kinder spüren, dass sich bald allerhand verändert und das macht ihnen Angst/Sorge.
Es kann auch wirklich guttun mal eine Auszeit mit der Großen zu nehmen...in beide Richtungen:
Macht euch zusammen (nur du und sie) einen schönen Tag. Geht Bummeln, Eisessen, Schwimmen...was auch immer ihr Spaß macht. Verwöhn sie nach Strich und Faden mit deiner positiven Aufmerksamkeit.

Und andersrum darfst du dir auch mal eine Auszeit gönnen, in der deine Große diese Intensivzeit mit Papa oder Oma hat.

Wenn "Mausi 2" da ist, läuft einiges anders und es ist dann nicht mehr sooo viel Zeit für "Mausi 1".

LG

 

Re: Erziehung - Trotzphase

Antwort von MiMa1417 am 29.08.2017, 16:02 Uhr

Wir haben gerade das gleiche Problem mit unserem Großen. Er ist 2 Jahre 7 Monate alt. Am Tisch wird das Essen überall geschmiert, wenn man nein sagt wird es ignoriert, wenn ihm was nicht passt dann wird wie verrückt geschrien. Also bevor ich alles aufzähle, das volle Programm.
Wir machen es so das wir drei mal nein sagen und ihm auch sagen wenn er jetzt z.B. nicht aufhört das Essen überall zu schmieren oder mit den Füßen ständig gegen den Tisch zu treten, dann steht er auf vom Tisch und muss sich auf seinen Stuhl setzten bis er sich beruhigt hat. Klappt eigentlich oft. Wenn er z.B. dem Baby ständig das Spielzeug weg nimmt, dann nehme ich ihm seine geliebten Autos weg, damit er versteht wie sich das anfühlt. Klappt auch gut.
Also wir diskutieren da nicht ewig mit ihm, wir handeln auch. Den die Diskussionen führen oft zu nichts.
Wenn er sich am Tisch daneben benimmt, dann würde ich ihm z.B. niemals deswegen das Essen komplett weg nehmen und hungern lassen. Das hat mal unsere Tagesmutter gemacht und da bin ich total dagegen.
Aber wir handeln so dass er zumindest versteht dass wir nicht einfach nur reden und das sein Benehmen nicht ok ist.
Manchmal schüttet er seine große Spielzeugkiste im Wohnzimmer aus und man kommt nicht mehr durch. Grundsetzlich darf er das, solange er auch wirklich spielt. Aber er muss es dann auch aufräumen und wir helfen dabei. Und wenn er nicht aufräumt, dann sag ich ihm auch dass ich es mache aber er dann für den Rest des Tages nicht mehr damit spielen darf. Dann räumt er sofort auf.

Also du musst nicht einfach immer nur nein sagen, sondern irgendwann auch handeln. Den wenn man immer nur redet, aber nichts tut, dann merken sich die Kinder das. Die sind ja auch sehr clever und nutzen das dann natürlich auch aus.

 

Re: Erziehung - Trotzphase

Antwort von Baerchie90 am 29.08.2017, 17:06 Uhr

"Wenn er z.B. dem Baby ständig das Spielzeug weg nimmt, dann nehme ich ihm seine geliebten Autos weg, damit er versteht wie sich das anfühlt."

Sowas finde ich immer schwierig. Das Kind soll etwas sein lassen (in diesem Fall "anderen was wegnehmen"), während die Eltern genau das selbe machen und es somit vorleben.

 

Sehe ich genauso.

Antwort von emilie.d. am 29.08.2017, 18:07 Uhr

Wenn Du ihm zur Strafe auch Spielzeug wegnimmst, legitimierst Du das damit. Sobald er dann in einer Situation ist, wo er damit ungestraft davonkommt, wird er das wieder machen.

In dem Alter ermahnen, an das Mitgefühl appelieren bzw. eben Empathie allgemein fördern. Eifersucht zwischen Geschwistern wird besser, wenn die Älteren mehr Exklusivzeit bekommen bzw. sich der Vater vermehrt um den Älteren kümmert.

 

Re: Erziehung - Trotzphase

Antwort von MiMa1417 am 30.08.2017, 13:57 Uhr

Vorleben würde ich es ihm wenn ich es ihm einfach so weg nehmen würde, ohne Grund, nur weil ich es will. Das tu ich nicht.
Wie soll er verstehen das es nicht schön ist wenn man sein Spielzeug weg genommen bekommt?
In dem ich einem 2 Jährigen sowas erkläre? Kinder haben in dem Alter einfach noch kein ausgereiftes Bewusstsein dafür. Ich kann es ihm natürlich immer wieder sagen, aber er versteht es einfach nicht.
Nur als Beispiel: Mein Mann sagte ihm immer wieder dass er nicht den Auspuff seines Motorrads anfassen soll weil es heiß ist. In dem Alter versteht das ein Kind noch nicht so wirklich. Auch wenn er weiß was heiß ist. Dann hatten wir einmal kurz nicht hingeschaut und er fasste den Auspuff an. Es war sehr heiß und hat ihm weh getan, er weinte furchtbar. Aber seit dem fasst er es nicht mehr an, weil er weiß das es weh tut. Natürlich hätte ich ihm das gerne erspart. Aber nun ist es leider passiert.

So auch mit dem Spielzeug. Ich lebe ihm das nicht vor. Ich zeige ihm nur wenn er es der Kleinen weg nimmt und sie dann weint, wie das ist. Natürlich habe ich ihm das zuerst versucht zu erklären. Aber es half absolut nichts. Er machte es immer wieder weiter. Also habe ihm ihm sein Lieblingsauto weggenommen und es dem Baby gegeben. Fand er gar nicht toll. Weil er das ja will. Nun konnte ihm auch erklären warum ich das getan habe und wie sich das Baby fühlt wenn er es bei ihr macht. Und seit dem tut er das nicht mehr. Ich habe ihm nicht weh getan, ich habe ihm nichts böses gemacht. Ich habe ihm nur so zu sagen den Spiegel vorgehalten. Und er hat es verstanden. Seit dem ist es sogar so, wenn das Baby weint, dass er ihr freiwillig Spielsachen bringt um sie zu trösten.

Kinder muss man manchmal auch Dinge zeigen damit sie es verstehen. Natürlich nicht alles. Wenn er die Kleine schlägt, dann würde ich ihn nicht zurückschlagen. Das auf keinen Fall. Aber so harmlose Dinge darf und sollte man sogar machen.
Wäre er jetzt 8 Jahre alt, dann wäre es was anderes. Da verstehen Kinder schon viel mehr und da kann man mit Worten sehr viel erklären.

 

Re: Sehe ich genauso.

Antwort von MiMa1417 am 30.08.2017, 14:03 Uhr

Nein eben nicht. Er macht es ja nicht immer wieder. Er hat es dadurch sogar gelernt es nicht mehr zu machen, weil er verstanden hat warum das Baby weint. Ich habe es ihm damit gezeigt. In dem Alter dem Kind etwas zu erklären ist schwierig. Es funktioniert einfach noch nicht.

Eifersucht gibt es zum Glück bei ihm nicht. Er liebt seine Schwester sehr und küsst sie oft, umarmt sie. Ich habe der Kleinen Puppen gekauft, die wollte er haben. Ich habe ihm erklärt dass er ja seine Autos hat und für die Schwester sind die Puppen, die sie später geschenkt bekommt. Und er hat es verstanden.
Der Vater kümmert sich super um ihn. Da kann ich mich nicht beklagen. Es funktioniert alles bestes.

Manchmal muss man Kindern Dinge zeigen damit sie es verstehen. Wenn das Kind z.B. noch nie einen Affen gesehen hat und du fragst ihn ob er es malen kann. Wird er das tun? Nein, weil er nicht weiß was es ist. Also zeigst du ihm den Affen und dann weiß er es. So ist es auch bei vielen anderen Dingen. Kinder kommen nicht allwissend auf die Welt. Wir Eltern müssen ihnen alles beibringen und zeigen.
Mitgefühl und Empathie hat er definitiv. Wenn die Kleine sich weh gemacht hat, dann sorgt er sich rührend um sie und will sie sofort trösten.
Nur wie das bei Kindern in dem Alter ist, nehmen sie einander auch gerne Sachen weg, weil sie sehen der andere spielt gerade damit und plötzlich wollen sie es auch. Was auch ok ist.
Nur muss er verstehen das man entweder zusammen spielt oder eben wartet bis der andere damit gespielt hat. Und meine Methode hat super funktioniert und hat absolut nichts negatives bewirkt.

 

Re: Erziehung - Trotzphase

Antwort von Baerchie90 am 30.08.2017, 15:14 Uhr

"Vorleben würde ich es ihm wenn ich es ihm einfach so weg nehmen würde, ohne Grund, nur weil ich es will. Das tu ich nicht."

Naja, er wird sicher auch einen Grund haben, wenn er seiner Schwester oder sonst wem etwas wegnimmt, ob der in deinen Augen gerechtfertigt ist, sei mal dahin gestellt.

"Wie soll er verstehen das es nicht schön ist wenn man sein Spielzeug weg genommen bekommt?"
Ich denke jedes Kind kommt früher oder später in den Genuss dieser Erfahrung, ohne das Eltern da "helfend" einspringen müssen, gerade wenn es mit anderen Kindern kontakt hat (wobei ich auch genügend Erwachsene kenne, die [kleinen] Kindern einfach Sachen aus der Hand grapschen, um ihnen beispielsweise zu zeigen wie man damit "richtig spielt" oder sowas).

Du kannst das auch gerne weiter so handhaben wie du es für richtig hältst, ich wollte nur auf diese "Doppelmoral" hinweisen. Du kannst es auslegen wie du möchtest, unterm Strich machst du das selbe wie dein Kind, du nimmst jemanden
etwas weg, weil dir irgendwas gerade nicht passt bzw gepasst hat.

 

Re: @mima

Antwort von faenny am 30.08.2017, 21:24 Uhr

Ein Kind in dem Alter kann solche zusammenhänge (warum er seiner Schwester etwas nicht wegnehmen soll) noch gar nicht begreifen. Sich in jemand anderen hinzuversetzen, lernen sie erst viel später, so ca. ab 4.
was dein Kind gelernt hat ist: wenn ich das tue, macht Mama das, das finde ich blöd. Dein Kind lässt es dann sein, ein anders würde gerade erst recht Dinge tun, die es nicht tun soll, weil es sich ungerecht behandelt fühlt.
Auf diese Art, gelingt es möglicherweise früher, dass ein Kind "funktioniert", aber ob es dadurch Empathie entwickelt, ist zu bezweifeln.

 

Wie alt ist das Kind?

Antwort von Antje04 am 31.08.2017, 7:47 Uhr

Weißt Du, Tips, die für ein 3jähriges Kind gut sind, können für ein noch nicht 2jähriges völlig falsch sein.
Deswegen solltest Du manche Tips hier mit extremer Vorsicht genießen, und erst noch das Alter Deines Kindes erwähnen.

 

Re: Erziehung - Trotzphase

Antwort von Antje04 am 31.08.2017, 7:57 Uhr

Puh, in dem Alter zu erwarten, dass sich das Kind einfühlt, wie das Baby sich fühlt, ist ziemlicher Blödsinn.
Empathie, Mitgefühl, muss sich erst nach und nach entwickeln. So wie sich die Sprache, das Gehen nach und nach einstellt - mit Hilfe der Eltern - so gilt das auch für die psychische Entwicklung.

Jetzt handhabt Ihr es so, dass Ihr = Chef, er = gehorchen (natürlich mit Ansage vorher). Irgendwann wird das Probleme geben, wenn er anfängt, Euch und Eure Aktionen zu hinterfragen. Man muss auch mal alle fünfe gerade sein lassen können. Wenn er müde ist und nicht aufräumen will, bricht man sich keinen Zacken aus der Krone, wenn man einmal aufräumt, ohne zu strafen. Irgendwann seid Ihr nämlich in der Spirale, dass das Kind nur noch mit Konsequenzen "funktioniert".

 

Re: Erziehung - Trotzphase

Antwort von niccolleen am 31.08.2017, 15:41 Uhr

... bis sie "hoeren", wenn man nein sagt...
Also hoffentlich hoert das nie auf! Der Mensch denkt, zweifelt und entscheidet dann ueber seine Handlungen. Das beginnt mit der Trotzphase, und hoert den Rest des Lebens nicht mehr auf. Man kann Werte vermitteln, erklaeren, Konsequenzen setzen und vieles andere, um den Kindern Fuehrung zu geben, bis sie Situationen selbst besser einschaetzen koennen und alt genug sind. Aber warten, dass das aufhoert, sind nicht nur falsche Hoffnungen sondern kurzsichtige.

Kinder werden schwierig, wenn ein zweites dazukommt. Sie muessen bereits jetzt schon die Mami teilen, weil die gedanklich oft schon in der Zukunft ist. Das spuert man ja.

Wie kann man sich verhalten? Weiter liebhaben, nicht zu sehr negative Aufmerksamkeit schenken, sonst wird das ein Teufelskreis. In den ersten Monaten mit dem neuen Geschwisterl sollte die groesste Huerde genommen sein.
Ein Trost ist es, dass man als Mutter nicht mehr als 100% geben kann. Wenn man bisher dem einen Kind fast 100% geschenkt hat, dann werden die halt nun auf zwei Kinder aufgeteilt. Verdoppeln kann man sich nicht. Also es wird organisatorisch anfangs anstrengender, aber mehr wird es nicht.

lg
niki

 

Noch ein Tipp aus der Praxis

Antwort von niccolleen am 31.08.2017, 15:43 Uhr

statt "Nein" sagen, einfach eine Handlungsanweisung geben. Z.B. nicht "Nein! Nicht die Fuesse auf den Tisch!" einfach eher: "Gib bitte die Fuesse wieder unter den Tisch. Auf dem Tisch sind deine Hände, die koennen genauso viel."

lg
niki

 

Re: Sehe ich genauso.

Antwort von niccolleen am 31.08.2017, 15:47 Uhr

Das Beispiel mit dem Affen hinkt gewaltig.
Ich schliesse mich den anderen an. Die Erwachsenen muessen erwachsen genug sein, andere Wege zu finden und aufzuzeigen, als das kindische Verhalten nachzumachen und somit zu legitimieren.
Wie sich das anfuehlt, wenn ihm wer anderer dasselbe antut, wird er von anderen Kindern lernen. Und bis dahin hoffentlich auch gelernt haben, dass das nicht richtig ist und er es sich nicht gefallen lassen muss. Oder moechtest du das? Wenn er von zuhause mitbekommen hat, dass das in manchen Faellen ok ist, dann laesst er es sich vielleicht gefallen. Und tut es bei anderen auch. Die Eltern machen es ja auch. Welche Situationen vergleichbar sind, wird er sobald noch nicht verstehen.

lg
niki

 

Mitgefühl kann.er gar nicht haben.

Antwort von emilie.d. am 01.09.2017, 7:15 Uhr

Empathie kommt langsam ab ca. 3 Jahren, bis es richtig aus geprägt ist/doppelter Perspektivwechsel möglich, gehen noch mal 1-2 Jahre ins Land.

Wenn er seine Schwester tröstet, dann weil es ein erlerntes Verhalten ist. Er Dich imitiert, vielleicht für ein Spiel hält. Oder er Dir dadurch gefällt. Du setzt bei einem 2.jährigen Gedankengänge voraus (was ich nicht will, dass man mir tue...), die manche 4-jährige nicht beherrschen.

Was man stattdessen macht, so lange Kinder sprachlich und inhaltlich nicht begreifen, dass Auspuffrohre heiß sind und es sozial unerwünschtes Verhalten ist, Dinge wegzunehmen? Ermahnen, aufpassen, irgendwann kann man z.B. Induktion machen, um Empathie zu fördern. Also übertrieben traurig das Gesicht verziehen, wenn man gehauen wird/etwas weggenommen wird. Das ist auch ein Grund, warum man 4-jährige oft stundenlang allein spielen lassen kann und bei 2-jährigen man häufig eingreifen muss. Denen fehlt noch die entsprechende soziale Intelligenz.

Wie willst Du beurteilen, ob Deine Methode super funktoniert? Deine Kinder sind doch noch klein. Erziehungsratgeber raten durchgängig davon ab. Dein Sohn lässt es bei Dir sein, wel er dann von Dir als starken Part sanktioniert wird. Die spannende Frage ist, ob er es später bei Schwächeren auch sein lässt, wenn niemand anders ihn sanktioniert, wenn er sich nicht an soziale Regeln hält.

 

Das ist doch der Punkt.

Antwort von emilie.d. am 01.09.2017, 7:23 Uhr

Er ist 2 Jahre alt, wie soll er so komplexe Gedank3ngänge begreifen? Dass Spielzeuge wegnehmen nicht ok ist, aber Mama es doch irgendwie darf, aber nur in bestimmten Ausnahmesituationen?

Wenn er der Kleinen was wegnimmt, ermahne ihn. Zeig ihm sozial adäquate Verhaltensweisen. Er darf es sich z.B. ertauschen. Sag ihm, " Schau, wie FY jetzt weint, wegnehmen geht nicht." und nimm.ihm, wenn er es XY aus der Hand gerissen hat, das Spielzeug ab und geb es zurück. Würde ich aber nicht machen, wenn es umbespielt herumgelegen hat. Das hat dann nach Kinderverständnis in dem Alter keinen Eigentümer.

Das macht man gefühlte 100.000 mal und irgendwann sickert es ein. Bzw. kann man bei einem 4-jährigen dann wirklich an echtes Mitgefühl.appellieren.

 

Re: Erziehung - Trotzphase

Antwort von kirshinka am 03.09.2017, 6:22 Uhr

Gefügige kleine Roboter wirst du hoffentlich nicht groß ziehen wollen.

Und ansonsten hilft es, alles positiv vorzumachen - also vorzumachen, was stattdessen passieren soll.

Vieles was Dr missfällt ist auch einfach ein normales erkunden und da muss man durch.

Beispiel Sachen runter werfen: oh - die fallen runter - fallen die wirklich immer runter?

Oder mit essen matschen - das Kind muss doch die Textur vom Essen kennenlernen - gib ihm halt beim matschen wenn's überhand nimmt eine Alternative - Zeug ihm mit was er stattdessen matschen kann.

Und zu der Polsterung, die den Jungen die Puppen wegnimmt - absolut daneben was Du da machst...warte bis er größer wird und weniger Angst vor euch hat...
Und Kauf ihm halt seine eigenen Puppen! Warum darf er nicht mit den Sachen der Schwester spielen wenn die es grade nicht tut?

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