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Geschrieben von Elamaus am 22.02.2006, 10:58 Uhrzurück

Tamiflu - Todesfälle in Japan

18. November 2005


Besorgnis über Tamiflu-Todesfälle
Die Zahl der japanischen Kinder, die nach Einnahme des Grippeschutzmittels Tamiflu gestorben sind, ist auf 13 gestiegen. Die Firma Chugai Pharmaceutical, die das Mittel in Japan vertreibt, bemüht sich um Schadensbegrenzung. "Sechs der Todesfälle haben nichts mit Tamiflu zu tun", sagte Unternehmenssprecher Yuji Yamashita. Bei den sieben weiteren Todesfällen könne ein Zusammenhang nicht ausgeschlossen werden.

Schon am Donnerstag waren zwölf Todesfälle bekannt geworden. Daraufhihn verlangten sowohl die europäische Zulassungsbehörde EMEA als auch die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA vom Schweizer Pharmakonzern Roche weiterführende Angaben zur Sicherheit seines Grippemedikaments. Tamiflu hat sich in letzter Zeit zu einem Verkaufsschlager entwickelt, da es als Schutzmittel gegen die Vogelgrippe gilt.

Verkaufsschlager in Japan
Tamiflu ist in Japan extrem verbreitet. Seit seiner Zulassung vor sechs Jahren haben 32 Millionen Menschen weltweit Tamiflu genommen, allein in Japan waren es 24 Millionen. Die japanische Regierung versuchte, die Sorge vor tödlichen Nebenwirkungen des Mittels zu beschwichtigen. "Wenn Tamiflu in angemessener Weise eingenommen wird, gibt es keine ernsten Risiken", sagte Kabinettssprecher Shinzo Abe.

Auch die FEMA gab am Freitag bekannt, es gebe keine ausreichenden Hinweise, dass Tamiflu für die Todesfälle verantwortlich sei. Fälle von Halluzinationen seien nicht auf Tamiflu zurückzuführen. Eine neue Einstufung des Mittels sei deswegen vermutlich nicht erforderlich. Das Mittel mit dem Wirkstoff Oseltamivir ist auch in Deutschland zugelassen.

Die EMEA verlangte vom Tamiflu-Hersteller Roche eine gesammelte Sicherheitsbewertung aller Berichte über Todesfälle, bei denen es einen zeitlichen Zusammenhang mit dem Grippemittel gebe. Auf dieser Grundlage will die EMEA sich äußern. Das große öffentliche Interesse mache diesen "vorsorglichen Schritt" notwendig, sagte Monika Benstetter von der EU-Arzneimittelbehörde EMA.

Zwei Selbstmorde
Unter den Todesfällen in Japan sind nach Angaben der EU-Arzneibehörde EMEA zwei 14 und 17 Jahre alte Jungen, die sich das Leben genommen haben. Die EMEA in London betonte jedoch, dass bislang kein direkter Zusammenhang zwischen dem Mittel und psychiatrischen Symptomen bekannt sei. Psychiatrische Störungen seien bei Grippepatienten mit hohem Fieber nicht ungewöhnlich, vor allem bei Kindern und Jugendlichen.

Auch die Schweizer Zulassungsbehörde Swissmedic forderte eine umfassende Aufklärung von Roche. Tamiflu ist in der Schweiz seit 1999 als Grippemedikament für Erwachsene und Kinder ab einem Jahr zugelassen.

Langzeitbeobachtung in USA
Am Freitag sollten bei einer Anhörung vor dem US-Ausschuss für Kinderheilkunde die vorliegenden Berichte über Komplikationen bei Kindern diskutiert werden. Die FDA wird nach eigenen Angaben voraussichtlich zwei Jahre lang mögliche Tamiflu-Nebenwirkungen beobachten und dann eine Bewertung abgeben.

Nach Angaben von Roche hatten acht der gestorbenen Kinder Vorerkrankungen gehabt wie Asthma, Störungen des Zentralnervensystems oder Herz-Kreislaufprobleme. Die Grippeerkrankung habe dann zu Komplikationen geführt. "Grippe ist eine ernsthafte Erkrankung und kann tödlich sein", betonte Firmensprecherin Rupp.

(N24.de, Netzeitung)

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