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Geschrieben von fusel am 22.09.2005, 9:06 Uhrzurück

@Schwoba: ZitateZitate

Hallo,

BBC habe ich deshalb zitiert, weil ich neben Deutsch eben nur noch englisch ausreichend gut verstehe um es zu zitieren. CNN brachte zu dem Zeitpunkt nichts zum Thema Deutschwahl.

Kurzes Zitat von dir:
Und Tatsache ist rot-grün packt(e) Reformen an und versucht(e) zu verändern und macht natürlich Fehler und zahlt Lehrgeld aber steht dazu !

Sorry, aber da schält sich mir mein Haupthaar.
Ich zitiere frei aber trotzdem: 2001 hat die rot/grüne Regierung trotz ernsthafter Bedenken des Bundeskartellamtes einen Zusammenschluss zwischen e-on und Ruhrgas zugestimmt.
Hier mal FAZ:
"Die Ministererlaubnis [durch einen gewissen A.Tacke] für die Fusion von Eon und Ruhrgas wird den Privatkunden aus Sicht von Verbraucherschützern Nachteile bringen. „Die Entscheidung ist außerordentlich unglücklich aus Verbrauchersicht”, sagte Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher in Rheinbreitbach.

Durch die Fusion mit Ruhrgas bekomme der schon im Strombereich dominierende Eon-Konzern nun auch noch eine marktbeherrschende Stellung bei Gas. „Der Wettbewerb hat damit keine Chance”, sagte Peters. „Die Preise für Strom und Gas werden nicht sinken.” Bei Strom seien insgesamt sogar Erhöhungen zu erwarten.
"


Warum? -
Keine Ahnung. Man muß nicht VWLer sein um zu wissen, das das nicht im Sinne eines freien Marktes sein kann. Es reicht schon ein wenig Grips zu haben, auch wenn man "nur" Jurist oder Geschichtslehrer ist.
Resultat: trotz der angestrebten Auflockerung des Energiemarktes, ähnlich wie bei der Telekommunikation, haben wir mittlerweile nach 7 Jahren rot&grün ein Oligopol. Vielleicht sitzen ein paar rote lebensnah in dem ein oder anderen Vorstand. Dann wäre es wenigstens volkswirtschaftlich sinnvoll gewesen, auch wenn es nur um das eigene Konto geht.
Aber he, da schau her, google ist mein Freund:
"Einer breiteren Öffentlichkeit ist Tacke im Frühjahr 2002 bekannt geworden, als er anstelle des damaligen Wirtschaftsministers Werner Müller die umstrittene Ministererlaubnis zur Übernahme der Ruhrgas durch den Eon-Konzern bearbeitet und erteilt hat. Müller hatte ihm diese Aufgabe übertragen, weil er selbst wegen seiner früheren Tätigkeit bei der Eon-Vorgängergesellschaft Veba als befangen galt."


---Achsooo. Ja, Mensch gut das der eine im Sinne seines Chefs gehandelt hat. Und Müller ist ja zwischenzeitrlich bei der RAG...

Was hat das zur Folge? -
Na, zum Beispiel das ich 5-10 Euro mehr im Monat für einen pobeligen 1,5 Personen-Haushalt zahlen muß, obwohl ich wirklich eine Energiespartante bin.
Ist das schlimm? Schon ein wenig.
Aber richtig schlimm wird es wenn energieintensive Industrien Arbeitsplätze auslagern, weil sie es sich hier in Deutschland nicht mehr rentiert. Da sind es nicht mal die Lohnnebenkosten, nein, es sind die Energiekosten die rausjagen.
Was lernen wir daraus?
Der Staat kann keine Arbeitsplätze schaffen, aber! er kann gut dafür sorgen gewisse Bedingungen zu schaffen, damit vereinzelte Firmen nicht in hellen Scharen das Land verlassen.
Und das genaue Gegenteil bekommt rot/grün offensichtlich auch gut hin =o)

Das gehörte als zu deinem "rot/grün machte nunmal Fehler". Ganz ehrlich: Wenn rot/grüne Fehler auch nur 10 Arbeitsplätze gekostet haben -und es sind sicherlich mehr-, sind das eindeutig 10! Fehler zuviel. Denn nicht Schrödi oder Fischer bezahlen Lehrgeld (Zitat) dafür, sondern die 10 Arbeitnehmer. Ja?!
Die sind arbeitslos, nicht die Herren im Anzug.
Und nur am Rande: Wie lange hat es eigentlich gedauert bis sich die Herren endlich aufgerafft haben überhaupt was zu tun? Ich erinnere mich da dunkel an eine "Politik der ruhigen Hand" - hm, meine 10 fiktiven Arbeitslosen, schieben daraufhin vermutlich auch eine ruhige Kugel mit ihrer ruhigen Hand.

Stehen sie dazu?! - Wenn man gutgläubig ist - vielleicht. Gerhard weist ja gebetsmühlenartig immer wieder auf weltwirtschaftliche Probleme hin, die ihm das Leben soooo schwer machen: Irak, Globalisierung, Terror. Da gebe ich aber mal der Verhärmten einen Pluspunkt, da sie ihn im letzten TV-Duell vor der Wahl mal beläufig darauf hinwies, das die anderen 24 EU-Staaten genau dieselben Probleme hätten und trotzdem nicht hinten rum baumeln.
Dies wäre der Zeitpunkt gewesen, die WV aufs Tapet zu bringen, aber in dem Moment war Gerhard wohl viel zu platt.
Außerdem hätte man in 7 (in Worten: Sieben!) Jahren vielleicht, und nur vielleicht, gewisse Änderungen vornehmen können um diesen Ballast den die WV mit sich bringt etwas (und nur etwas) zu erleichtern. Allein darauf rumzutrampeln der Kohl hätte es verbockt, ist zwar richtig - aber helfen tut es auch nicht. Das ist KiGa-Niveau.
Ich denke, das wäre in jedem Fall positiv gewertet worden und wenn es sich nur um Minibeträge von ein paar Millionen Einsparungen im Jahr gehandelt hätte.

Um den Kreis zu schließen: Im Fall von eon klingen die Sprüchlein der Künast: "russisches Gas und arabisches Öl haben nicht miteinander zu tun" unheimlich zünftig. Das aktuelle Gezucke der rotgrünen Regierungen kommt aber letztendlich ein wenig zu spät. Ein Energiekonzern läßt sich doch nicht die Butter vom Brot nehmen. Davon werden wir alle noch jahrelang was haben.

Tja, selbst verbockt - andere dafür zahlen lassen. Lehrgeld.

LG

fusel

1. Link: http://www.faz.net/s/RubC9401175958F4DE28E143E68888825F6/Doc~E79B80E0A14C74237B36DD831B6A24269~ATpl~Ecommon~Scontent.html

2. Link: http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~E959C0DA3B29A4850BAAAE7B7BF488EAB~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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