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Geschrieben von Nina H. am 14.05.2003, 11:48 Uhrzurück

"Anblick der Hölle"

Quelle: N-TV ! Dienstag, 13. Mai 2003
"Anblick der Hölle"
Massengräber in Irak entdeckt

Ein Massengrab mit mindestens 3.000 Leichen ist 90 Kilometer südlich der irakischen Hauptstadt Bagdad entdeckt worden. An der Fundstelle in dem Dorf Al-Mahawil (bei Hilla) könnten bis zu 15.000 Menschen begraben sein, berichteten BBC-Korrespondenten am Dienstagabend.

Der Fund geht laut BBC an Umfang und Grausamkeit weit über das bisher Bekannte hinaus. So hätten Iraker die Leichen in Al-Mahawil mit Baggern und teilweise mit den bloßen Händen ausgegraben. Der Gestank sei unerträglich. Die Menschen würden versuchen, ihre Angehörige anhand von Brillen, Kleidungsstücken und anderen persönlichen Gegenständen zu identifizieren. "Die Kinder des Irak sehen Dinge, die sie nie hätten sehen dürfen", sagte ein BBC-Korrespondent.

Bei den Toten handelt es sich vermutlich um politische Gefangene, die nach einem Schiiten-Aufstand gegen Saddam Hussein 1991 erschossen oder hingerichtet wurden, hieß es in dem Bericht. Aber unter den Opfern seien auch ganze Familien. "Wir fanden Leichen aufeinander gestapelt, wir vermuten noch viele viele mehr", sagte ein irakischer Arzt. US-Marineinfanteristen, die sich in dem Ort aufhalten, hätten von einem "Anblick der Hölle" gesprochen.

Zuvor war von einem Massengrab nahe der südlichen Stadt Basra berichtet worden. Dort wurden nach Angaben der BBC 1.000 Leichen gefunden. Drei Leichen seien bislang identifiziert worden. Es seien schiitische Moslems, die 1999 wegen ihrer Unterstützung für den später ermordeten Geistlichen Mohammed Sadek el Sadr hingerichtet wurden.

Zahlreiche Särge seien geöffnet in einer Moschee in Basra aufgebahrt, damit Verwandten ihre verschwundenen Angehörigen möglicherweise identifizieren könnten, hieß es. Den Angaben zufolge waren bei zahlreichen Leichen die Hände gefesselt und die Augen verbunden. Menschenrechtsorganisationen gehen davon aus, dass im Irak bis zu 200.000 Menschen in Massengräbern verscharrt wurden.

Wieder zwei Ex-Politiker festgenommen

Möglicherweise sind zwei weitere ranghohe Mitglieder des gestürzten Regimes von Saddam Hussein festgenommen worden, wie das Pentagon mitteilte. Die Identität der Männer in Gewahrsam werde noch überprüft; es handele sich aber vermutlich um den Baath-Partei-Politiker Fadil Mahmud Gharib und den früheren Kulturminister Jussef Hammadi. Gharib war der Führer der Baath-Partei in den Provinzen Kerbala und Babil südlich von Bagdad. Er war die Nummer 28 auf der Liste der 55 meistgesuchten Iraker, die die US-Armee veröffentlicht hatte.

Zweiter verdächtiger Lkw entdeckt

Im Norden des Landes entdeckten US-Streitkräfte einen zweiten Lastwagen, der als mobiles Biowaffenlabor gebraucht worden sein könnte. Die Untersuchungen seien im Gange, teilte ein Militärsprecher in Bagdad mit. Bislang sind im Irak keine Massenvernichtungswaffen entdeckt worden. Die Suche kann nach Einschätzung des Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS) in London noch Monate dauern.

Nach Angaben des amerikanischen Militärsprechers wurde der Lastwagen bereits am Samstag in der Nähe der Stadt Mosul gefunden. Es könne sich um ein zweites mobiles Biowaffenlabor handeln. Ein erster verdächtiger Lkw war vergangene Woche sichergestellt worden. Regierungssprecher Ari Fleischer bestätigte den Fund. Er werde wie der erste gründlich untersucht.

Der erste Lastwagen ist noch im Testlabor. Ein Ergebnis liegt noch nicht vor. Biologische oder chemische Kampfstoffe waren nach ersten Berichten darin nicht entdeckt worden. Die Suche nach den Waffen ist nach Angaben des Londoner Strategie-Instituts schwierig. "Die große Überraschung ist, dass bisher noch keine chemischen Kampfstoffe gefunden wurden", sagte IISS-Experte Gary Seymor bei der Vorlage des Jahresberichts.

Noch stehe die Frage im Raum, warum das Regime Saddam Husseins die UN-Waffeninspekteure behinderte, als sich die Möglichkeit eines US-Einmarsches bereits abzeichnete. Dies sei entweder ein schwerer diplomatischer Fehler gewesen oder ein Hinweis auf geheime Waffenprogramme. In dem Fall würden Beweise dafür gefunden, sagte der Experte voraus.
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Sind wir nicht alle mitschuldig indem wir zulange geduldet haben, nicht gehandelt haben?
Lieber kein Krieg, dafür Massaker für Massaker für nichts und wieder nichts?

Nina

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