Schwanger mit 35 plus

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Geschrieben von Püminsky, xx. SSW am 15.12.2014, 19:26 Uhr

Baby ist da! :) Mit Geburtsbericht.

Huhu Ihr Lieben!

Ich musste ja gerade echt grinsen, als ich die Beiträge unten gelesen habe :) Vielen Dank Euch! Endlich komme ich auch dazu, Euch zu berichten ...

Meine Tochter ist am 11.12. um 8.13 Uhr geboren, ist 54 cm groß, wog 3450 gr und hat einen KU von 34 cm.

Die Geburt war ein echter Krimi! In der Nacht vom 9. zum 10. ist mir gegen 3.30 Uhr die Blase geplatzt. Kurz danach setzten die Wehen ein. Die Hebamme kam gegen 4.30 Uhr und schrieb das erste CTG in meinem Bett (mit Katze auf dem Bauch *lach* - die hat sich mit rein geschlichen und wollte mir wohl beistehen). Hab dann geduscht, wir haben zusammen gefrühstückt, meinen Sohn schulfertig gemacht und sind dann gegen 8 Uhr ins Krankenhaus gefahren, als die Wehen regelmässiger und kräftiger wurden. War knapp 1 Stunde Fahrt zur Klinik meiner Wahl, aber mit meiner Hebi konnte ich während der Fahrt die Wehen gut veratmen :)

Dort angekommen, verbrachte ich Stunden um Stunden mit den Eröffnungswehen. Irgendwann ging ich in die Wanne, es war kaum noch zu ertragen. Dort ging es besser, steigerte sich dann aber auch wieder und ich konnte mich kaum auf den Beinen halten. Bis dahin war ich aber einfach froh, dass ich nicht wieder einen Wehensturm bekam, sondern Pausen um verschnaufen hatte und das CTG okay war - also alles anders als bei ersten Mal. Nach 18 Stunden Wehen musste ich raus aus der Wanne, die Hebamme wollte schauen, ob sich nun was am MuMu getan hat.

Sie tastete und stellte fest, dass er noch immer komplett zu war. Für mich brach eine Welt zusammen! Ich hatte mir so sehr eine spontane Geburt gewünscht und die Vorzeichen waren alle soooo gut und jetzt war ich wieder nicht in der Lage, den MuMu zu öffnen!!! Nach dieser erschöpfenden Zeit bekam ich einfach einen Heulkrampf und dachte, ich hab komplett umsonst 18 Stunden gelitten und alles war wieder für die Katz.

Die Hebamme versuchte zu trösten und schlug vor, es mit einer PDA zu versuchen. Die gabs damals in der andern Klinik ja nicht. Ich stimmte zu, hatte aber wahnsinnig Angst davor. Also schleppte ich mich unter Wehen wieder in den Kreißsaal und wartete auf die Anästhesisten. Das Einführen des Schlauchs in den Rücken war sehr unangenehm, aber es ging. Als die PDA wirkte, konnte ich endlich mal wieder Luft holen. Mittlerweile war ich auch hundemüde und ich konnte endlich etwas schlafen. Mein Mann hat sich auch hingelegt und wir sagten ihm, dass wir ihn wecken, wenn es weiter geht.

Nach 4 Stunden Dämmerschlaf kam die Hebi und wollte noch mal den MuMu checken. Ich hatte keine Hoffnung, mir war schon fast alles egal. Sie tastete und sagte: "Super!" - ich dachte: wie kann man nur so zynisch sein?! ... bis ich merkte, dass sie das ernst meinte :) Der MuMu war auf 6 cm auf gegangen!!! Sie fragte: "Wie hast Du denn DAS geschafft?!" Und ich lag heulend vor Freude im Bett und sagte: "Keine Ahnung, ich hab geschlafen ..." :) 2 Stunden später war der MuMu ganz auf. Die PDA wurde ausgestellt, damit ich die Presswehen wieder voll mitbekomme.

Dann bekam ich plötzlich Fieber und starken Schüttelfrost. Die Wehen kamen regelmässig aber noch schwach. Ich konnte unter dem Schüttelfrost kaum reagieren und das Zimmer füllte sich mit besorgten Hebammen, Schwestern und Ärzten. Man beriet nun, was man tun solle und zum ersten Mal wurden Überlegungen zum Kaiserschnitt laut. Aber noch wollten wir alle nicht aufgeben. Eine Ärztin gab mir einen Tropf mit Paracetamol, der sehr gut anschlug. Dazu bekam ich einen weiteren Tropf mit Antibiotika, die ich in den Folgetagen dann weiter nehmen musste wegen des Kindbettfiebers.

Der Schüttelfrost ging und zur Verstärkung der Presswehen bekam ich einen Tropf mit Oxytocin, der langsam aber stetig gesteigert wurde. Die Wehen wurden heftiger, die PDA war mittlerweile auch komplett aus dem Körper raus, aber das Köpfchen wollte nicht so recht weiter. Auch war nicht klar, ob sie richtig lag, weil man die Fontanelle nicht richtig tasten konnte. Ein herbei geschafftes Ultraschallgerät gab auch keine Klarheit. Irgendwann aber rutschte das Köpfchen unter den stärkeren Wehen doch in den Geburtskanal, es ging aber nicht so recht weiter. Die Herztöne wurden nun auch langsam schlechter und wieder beriet man unter einander, ob ein Kaiserschnitt noch Sinn macht oder ob man jetzt die Saugglocke ansetzen sollte. Mittlerweile war die 4. Stunde unter Presswehen angebrochen. Mein Mann hatte keine Hoffnung mehr und fing an zu weinen, er hatte sich für ich doch ein schöneres Erlebnis gewünscht und war selber noch so traumatisiert wegen des Kaiserschnitts vor knapp 7 Jahren. Ich lag da und spürte wie das Köpfchen beim Pressen nach vorn rutschte und dachte nur noch: ich will das jetzt schaffen!!! Die Hebamme hatte die goldrichtige Idee, mich auch die Seite zu drehen (links rum war doof und ohne Ergebnis, aber rechts herum war genau richtig!): Ich hab alles gegeben und wir waren alle entsprechend überrascht, als ich nur 3 Presswehen brauchte, um mein Kind dann endlich nach fast 30 Stunden (!) Geburtsarbeit selber zu entbinden! Das Kind hing etwas schief im Kanal, so dass die Drehung erst half, weiter zu kommen!

Einmal mehr zeigt diese Geburt, wie wichtig es ist, die richtigen Leute um sich zu haben, die nicht zu früh eingreifen, die Vertrauen in den Ablauf haben, geduldig sind und nicht nur die Wirtschaftlichkeit im Blick haben (der KS hätte die Zeit deutlich verkürzt und dazu mehr Geld abgeworfen). Ich bin unendlich dankbar für all diese Umstände! 2 Tage später gab es in einer größeren städtischen Klinik eine ähnliche Geburt, bei der viel zu früh interveniert wurde und aus Mangel an Geduld der Geburtshelfer die Frau einfach aufgeschnitten wurde. Meine Hebi war unglaublich traurig und wütend, frisch mein Erlebnis noch im Kopf und musste nun wieder dabei zusehen, wie ihr und ihrer Klientin der Geburtsverlauf abgenommen wurde.

Kliniken wie die, wo ich war, gibt es leider nur noch selten. Ich könnte noch viel mehr schreiben, weil auch die Nachsorge und Begleitung aller Schwestern, Ärzte und Hebammen dort einfach traumhaft war und nicht zu vergleichen mit dem Ablauf im vorigen Klinikum!

Das Stillen funktioniert diesmal auch super, meine Kleine ist (noch...) sehr zufrieden :)
Und mein Vertrauen darauf, dass es dem Kind gut geht, hat sich bestätigt. Es ist alles, wie es sein soll, auch ohne Nackenfaltenmessung und FU ;)

Nun ist mein Baby 4 Tage alt und ich werde in 6 Tagen 42.

Euch allen wünsche ich eine schöne Weihnachtszeit! Und sorry für den Roman :D

 
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