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Geschrieben von Rio am 14.12.2005, 8:59 Uhrzurück

Zu Jovis Kindermädchen und neue Studie über Geschlechter-Unterschiede

Hallo,

ich habe das Posting von Johanna, welches den Anstoß gab, noch mal durchgelesen und muß mich zu Johanna in die Aussenseiter-Ecke stellen ;-)

Denn ich kann mich Johanna völlig anschliessen. Ich hätte auch mit dem Kindermädchen gesprochen. Sie hat ja nicht geschrieben, sie habe sie "unter den Senkel gestellt" oder ihr die Kündigung angedroht.

Mir rollen sich bei solchen Sprüchen auch die Fußnägel hoch. Eine Lehrerin meiner Ältesten brachte auch mal 2 solche Hämmer: einmal war es Liedgut, welches ich absolut daneben fand ("die jungen Herren gehen schießen, die jungen Damen machen so [es folgte ein Knicks] usw."). Ein andermal war es der Spruch: "Du bist aber ein böses Mädchen. Das ist selten, denn normalerweise sind nur Jungen böse. Mädchen sind lieb".
Das Einzige, was mich davon abhielt, zur Lehrerin zu gehen war mein eigenes Prinzip, dass ich mich aus Schulangelegenheiten völlig raushalte, wenn es nicht gerade brennt.

Wäre es nicht die Lehrerin gewesen, sondern eine Erzieherin, Oma oder Nanny, hätte ich mich auch eingeschaltet. Schule ist für mich deswegen eine andere Situation, weil die Kinder da schon größer sind und m.E. alles alleine zu regeln haben, was das soziale Leben in der Schule angeht.


Ich denke, dass die meisten hier die soziale Prägung (auf Geschlechterrollen) völlig unterschätzen. Dazu gibt es einen eigenen Wissenschaftszweig (Genderforschung) und es ist noch längst nicht klar, wie groß oder klein die Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind und worauf sie begründet sind.

Aber die meisten von euch hier glauben mehr darüber zu wissen als die Wissenschaftler, die sich beruflich damit befassen?!?

Zu genau diesem Thema bin ich neulich auf die Studie "The Gender Similiarities Hypothesis" von Janet S. Hyde gestossen. Die genannte Studie ist eine Analyse von über 45 Meta-Studien aus 20 Jahren (1984-2004).

Das Ergebnis kurz gefasst: "Dabei fand sie kaum Differenzen zwischen Männern und Frauen, egal ob es um die Persönlichkeit, Kommunikationsverhalten, Gedächtnisfähigkeit oder Führungsstil ging.

Starke Unterschiede bestehen laut Hyde nur bei den motorischen Fähigkeiten - etwa dem Weitwurf, bei der Häufigkeit des Masturbierens, beim sexuellen Verhalten in Kurzzeitbeziehungen und beim Auftreten körperlicher Aggression." (Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,375458,00.html)

Einen weiteren Artikel zur Studie findet ihr hier:
http://science.orf.at/science/news/140679

Den Original-Artikel der American Psychological Association findet ihr hier:
http://www.apa.org/releases/gendersim0905.html

Viele Grüsse,
Rio

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