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Geschrieben von sasu am 15.04.2003, 19:35 Uhrzurück

Die Hass-Show......(von mir gibt's zu dem artikel nur ein verstaendnisloses kopfschuetteln)......

vor allem seine bemerkung zu den soldaten/innen finde ich ja echt unter aller kritik (naja, eigentlich ist das ganze vorgehen unter aller kritik)....
gruss,
sasu


In seiner Radiosendung beschimpft Michael Savage Homosexuelle und Einwanderer. Manchmal spielt er auch alte Hitler-Reden vor - und fünf Millionen Amerikaner hören zu
Jürgen Padberg

SAN FRANCISCO, im April. Helden sind weiß, findet Michael Savage. Monatelang hat er jeden Nachmittag Stimmung gemacht für einen Einmarsch im Irak. Dann kam endlich der Krieg und jetzt das: Ständig zeigt das Fernsehen farbige US-Soldaten - und schlimmer noch Soldatinnen. "Wir alle wissen doch, dass die meisten Leute da drüben weiße Männer sind. Warum sehen wir sie nicht?", sagte Savage jetzt in seiner Radiosendung.
Die Bilder von der Front seien ebenso wirklichkeitsfern wie Hollywood-Streifen mit farbigen Action-Stars wie Vin Diesel oder Wesley Snipes. Immer diese Minderheiten! "Es kotzt mich an", schimpfte Savage. "Es ist doch einfach nicht wahr."

Vielleicht ist es nicht zu verstehen, aber Michael Savage hat Erfolg mit seiner Weltsicht. Fünf Millionen Amerikaner schalten jeden Tag ihr Radio ein, um sich seine Tiraden anzuhören. Rund dreihundert Stationen im ganzen Land verbreiten seine dreistündige Talkshow, die der 60-Jährige in einem Studio in San Francisco produziert. Sein Buch "The Savage Nation", zu Deutsch: Die Barbarische Nation, hält sich seit Wochen ganz oben in den Bestseller-Listen. Dass ausgerechnet San Francisco, der liberalste Flecken der Vereinigten Staaten, den hemmungslosesten Radio-Star der amerikanischen Rechten hervorgebracht hat, gehört zu den vielen Absonderlichkeiten im Leben des Michael Savage.

Das Vorbild Mike Tyson

Der Sohn russisch-jüdischer Immigranten erzählt gerne antisemitische Witze und spielt in seiner Sendung auch schon mal Hitler-Reden untermalt von preußischer Marschmusik. Aus seiner Abneigung gegen Einwanderer macht er in seiner Radio-Show keinen Hehl: "Man öffnet ihnen die Tür, schon kacken sie auf unser Land und vermehren sich völlig unkontrolliert." Trotz seiner rassistischen Gesinnung empfiehlt Savage den wegen Vergewaltigung verurteilten schwarzen Boxer Mike Tyson als "ein großartiges heterosexuelles Vorbild". Bis vor zehn Jahren widmete sich Savage unter seinem richtigen Namen Michael Weiner der Alternativmedizin und veröffentlichte Bücher über Kräuterheilkunde und die traditionellen Behandlungsmethoden auf den Fidschi-Inseln. Heute bezeichnet er die Dritte Welt gerne als "Turd World", also Fäkal-Welt und beklagt, Amerika fiele allmählich in die Hände von "Freaks, Krüppeln, Perversen und Geistesgestörten".

Homosexuelle sind neben Hillary Clinton und dem Islam sein liebstes Ziel. Dass Michael Weiner jahrelang mit der schwulen Ikone Allen Ginsberg befreundet war, verschweigt Michael Savage gerne. Und sogar der Präsident ist vor ihm nicht sicher. Als sich George W. Bush im Wahlkampf als "Compassionate Conservative" bezeichnete, als mitfühlenden Konservativen, drohte ihm sein Bewunderer Michael Savage mit einer Klage. Schließlich hatte er schon 1995 ein Buch mit genau diesem Titel geschrieben und sich den Ausdruck dann urheberrechtlich schützen lassen.

Amerikas Radiostationen bringen reihenweise kontroverse Figuren wie Michael Savage hervor. Der Moderator Rush Limbaugh agitiert schon seit Anfang der neunziger Jahre gegen Sittenverfall, Gottlosigkeit und eine ominöse liberale Weltverschwörung, deren Ziel die Unterjochung des rechtschaffenen weißen Amerikaners ist. Ähnliche Ideen verbreiten auch die Hardliner Sean Hannity, Gordon Liddy, Laura Schlessinger und Ann Coulter. Allen gemeinsam ist eine Abneigung gegen sauber recherchierte Fakten und der Drang, mit schlampig geschriebenen Traktaten auf dem Buchmarkt erfolgreich zu sein.

Aber warum schalten so viele ein, wenn jemand wie Savage seinen Hass verbreitet? "Man darf das alles nicht so ernst nehmen", sagt Pat Hallford. Der pensionierte Staatsanwalt aus dem kalifornischen Merced hört regelmäßig zu, wenn Savage und Co. auf Sendung sind. "Ich betrachte das als Entertainment. Wenn ich mich informieren will, lese ich die Zeitung oder sehe CNN. Michael Savage hat eine hysterische Ader, die ich amüsant finde." Savage selbst hat mit dieser Sicht wohl kein Problem: "Was ich mache, ist manchmal reine Comedy", schreibt er in seinem Buch.

"Unterhaltung ist eine Hauptfunktion der Radiotalker", sagt auch Stephen Bennett. Der Politikprofessor beobachtet die Szene seit über zehn Jahren. Er spricht von der "Ventilfunktion", die diese Programme erfüllen würden. "Leute mit Ansichten außerhalb der politischen Mitte können hier Bestätigung finden, was sie oft von einer weiteren Radikalisierung abhält." Gefährlich werde es nur, wenn Moderatoren wie Savage die Emotionen ihrer Hörer aufwiegelten. Aber sonst? "Verglichen mit den 50er-Jahren, als es keinen breiten Diskurs in der Öffentlichkeit gab, sind die Radiotalkshows fast schon ein Gottesgeschenk", sagt Bennett.

Michael Savage sieht das ein bisschen anders, radikaler natürlich. So sagte er jetzt in seiner Radio-Show: "Wir müssen die Uhr zurückdrehen ins Jahr 1959, als die Dinge noch ihre Ordnung hatten."
quelle:http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/seite_3/236845.html

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