Christiane Schuster

Wutanfälle

Antwort von Christiane Schuster

Frage:

Liebe Frau Schuster,
wir haben einen fast 11 Monate alten Sohn. Er ist sehr mobil und aktiv, seit gestern läuft er auch allein. Aber seit ungefähr zwei Wochen bekommt er manchmal richtige Wutanfälle. Er macht sich dann richtig steif und krietscht und schreit, wenn er nicht bekommt was er will. Ich bin ein wenig unsicher wie ich bzw. wir damit umgehen sollen, denn immer schimpfen scheint mir nicht die richtige Lösung zu sein und auch das ignorieren dieser Wutanfälle kann nicht die Lösung sein. Er ist sonst ein eher problemloses Kind. Er schläft wunderbar durch und hat bis vor etwa 4 Wochen auch wunderbar gegessen. Nun spielt er lieber und dreht sich in seinem Hochstuhl immer um die eigene Achse. (jede Mahlzeit manchmal ein Horror für den der ihn füttert) Fürs essen scheint er kaum noch Interesse zu haben, denn er mag manchmal überhaupt nichts essen außer Kekse oder Zwieback. Wenn er nicht essen will, dann sitzt er im Hochstuhl und tut als wäre er schrecklich müde. Er quengelt und weint und reibt sich immer wieder die Augen, ist er aber aus dem Stuhl raus, dann ist von Müdigkeit keine spur mehr zu sehen.

Eine Frage hätte ich noch zu einem anderen Thema, und zwar zum spielen mit anderen Kindern. Wir haben Freunde mit einem Jungen im gleichen Alter. Er krabbelt aber noch sehr unsicher und kann noch nicht allein stehen. Auch sonst ist er ein sehr ruhiges und sensibles Kind. Unser Sohn kann ja noch nicht wissen das er dem kleinen evtl weh tut, aber er ist sehr wild und so passiert es immer wieder das er den kleinen umrennt oder beim Versuch sich an ihm festzuhalten, ihn umwirft. Der kleine weint dann natürlich, aber was können wir da tun? Wir möchten ja das die beiden zusammen spielen lernen, ohne sich weh zu tun. Er nimmt dem anderen Jungen auch immer sämtliche Spielsachen weg. Um ihm zu erklären das es nicht in Ordnung ist, ist er ja noch zu klein. Wie also kann man das sich entwickelnde Sozialverhalten positiv beeinflussen? wir haben nämlich einen sehr rücksichtslosen und frechen 5jährigen in der Familie nach dessen Pfeife alle tanzen müssen. Das soll natürlich nicht auf unseren sohn abfärben. Ich hoffe Sie können uns bei diesen eher kleineren Problemchen helfen.vielen Dank im voraus.
Andrea

von Andrea am 28.12.1999, 13:56 Uhr

 

Antwort auf:

Wutanfälle

Hallo Andrea
Zu Ihrer 1. Frage: Treffen Sie mit Ihrem Sohn klare Abmachungen! Nehmen Sie ihn dabei auf den Schoß und erklären Sie ihm ganz lieb, dass Sie nicht reagieren, wenn er wütend ist. Beim Essen setzen Sie eine bestimmte Zeit fest, die er normalerweise dafür braucht; anschließend räumen Sie das Eßgeschirr weg, denn er scheint ja keinen Hunger zu haben! So erfährt Ihr Sohn, dass er an Grenzen stößt, die es einzuhalten gilt. Seien Sie konsequent und reden Sie mit Ihrem Sohn. Auch wenn er erst 11Monate alt ist: er wird verstehen, was Sie ihm liebevoll sagen. Wenn er es anschließend an Ihrem Verhalten auch noch verdeutlicht bekommt, wird er -mit etwas Geduld Ihrerseits- bald seine Wutanfälle sein lassen. Sie führen ja zu keinem Resultat, da Sie nicht reagieren.
Zur 2. Frage: Was Sie als kleineres Problemchen bezeichnen, ist für viele Eltern mit Kindern in diesem Alter ein Problem. Eigentlich hilft nur eines: Nehmen Sie Ihren Sohn nach jedem "Angriff" auf andere Kinder auf den Arm, reden Sie mit ihm, erklären oder verdeutlichen Sie ihm, dass das, was er gerade getan hat, schmerzt. Stubsen Sie Ihren Sohn doch einfach mal um und sagen dann:Au! Natürlich nicht ohne vorher darauf zu achten, dass er sich nicht ernsthaft verletzt! Er könnte sich auch bei seinem "Opfer" entschuldigen. Wie immer gilt: Verhalten Sie sich liebevoll und konsequent! So wird Ihr Sohn am schnellsten lernen.
Bis Bald?

von Christiane Schuster am 29.12.1999

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