Hebammenhilfe - für einen guten Start ins Leben
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Einen guten Start ins Leben wünschen sich alle Eltern für ihr Baby, und so steht der Wunsch nach einer fachkompetenten, zugleich aber einfühlsamen Begleiterin durch Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett an oberster Stelle.
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Obwohl jeder Mensch in Deutschland mit Hilfe einer Hebamme das Licht der Welt erblickt, ist das Berufsbild dieser "weisen Frau", wie sie schon seit jeher genannt wird, in der Bevölkerung weitestgehend unbekannt. Allenfalls, dass sie irgendetwas mit dem Kinderkriegen zu tun hat, ist geläufig.
Dass dies so ist, liegt daran, dass es über Jahrzehnte hinweg einen drastischen Hebammenmangel gab und die wenigen Hebammen fast ausschließlich in Kreißsälen arbeiteten. Denn das Hebammengesetz schreibt vor, dass bei jeder Entbindung ( auch bei Kaiserschnitten ) eine Hebamme dabei sein muss.
Zudem herrscht in Kliniken oft Arbeitsteilung, so dass Ärztinnen / Ärzte einige Arbeitsbereiche übernehmen, die Hebammen ebenso ausführen dürften. So nehmen Eltern nur ein eingeschränktes Tätigkeitsfeld der Hebammen wahr. Und noch immer gibt es viel zu wenig Hebammen für die Vor- und Nachsorge, aber die Tendenz ist steigend.
Daher ist es für die Schwangere und ihren Partner gut zu wissen, dass Hebammenhilfe von Beginn der Schwangerschaft an in Anspruch genommen werden kann und eine Leistung der Krankenkasse ist. Hebammen begleiten durch die aufregenden neun Monate ebenso wie durch Geburt und Wochenbett, und zwar mit medizinischer Fachkompetenz in Kombination mit menschlicher Zuwendung.
Lange gab es ein Kompetenzgerangel zwischen Frauenärztinnen/en und Hebammen, doch der Trend geht zu einer konstruktiven Zusammenarbeit beider Berufsgruppen - zum Wohle von Mutter und Kind. Dass dies möglich ist, zeigen immer mehr Gemeinschaftspraxen. Schließlich ist das Aufgabengebiet klar definiert: Die Hebamme ist für normale Verläufe zuständig, Ärztin oder Arzt für Komplikationen oder Krankheiten. Man kann es so formulieren: Eine Hebamme ist dafür ausgebildet, aus den Schwangeren, Gebärenden, Müttern und Neugeborenen diejenigen herauszufinden, die ärztliche Hilfe brauchen.
Hebammen können und dürfen weit mehr, als ihnen allgemein zugesprochen wird. Sie sind die Fachfrauen für Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Diese Bereiche wollen wir uns jetzt einmal näher anschauen:
Während der Schwangerschaft kann sie Vorsorgeuntersuchungen durchführen, Befunde erheben, einen Mutterpass ausstellen und ihre Diagnosen dort eintragen. Sie kann den Blutdruck kontrollieren, Urinuntersuchungen durchführen und der Frau Blut abnehmen. Ferner kontrolliert sie mit äußeren Handgriffen Größe und Wehentätigkeit der Gebärmutter und beurteilt das zeitgerechte Wachstum des Kindes, sowie seine Lage im Mutterleib. Mit dem klassischen Holzhörrohr oder modernen Geräten hört sie nach den Herztönen des Ungeborenen. Vor allem nimmt sie sich Zeit für ausführliche Beratung.
Die pränatale Diagnostik (wie z.B. Ultraschall- oder Fruchtwasseruntersuchungen) liegt dagegen in ärztlicher Hand.
Die Hebamme kann für den Arbeitgeber eine Schwangerschaftsbescheinigung über den voraussichtlichen Entbindungstermin ausstellen. Ferner berät sie zu Fragen der gesunden Lebensweise. Bei Schwangerschaftsbeschwerden ( z.B. bei Rücken- oder Ischiasschmerzen, Wassereinlagerungen, Übelkeit, Verstopfung, Krampfadern ) kommt sie zu Hausbesuchen, um die Beschwerden zu lindern. Dadurch lernt sie die werdenden Eltern in deren Umfeld kennen, kann so gezielt beraten.
In Geburtsvorbereitungskursen informiert die Hebamme über die natürlichen Prozesse, aber auch über mögliche Komplikationen und Eingriffe. Sie bringt den Eltern Entspannungs- und Atemtechniken bei und übt mit ihnen geburtsfördernde Partnermassage und Gebärpositionen. Möglichkeiten der Schmerzlinderung stehen ebenfalls auf dem Programm.
Jede normale Geburt, ob in der Klinik, in einem Geburtshaus, einer Praxis oder zu Hause, leitet die Hebamme in eigener Verantwortung. Die Hebamme berät und unterstützt das werdende Elternpaar in der Geburtsarbeit, überwacht den gesundheitlichen Zustand von Mutter und Kind und kann bei Bedarf Schmerzmittel spritzen. Häufig setzt sie sanfte, alternative Mittel ein ( z.B. Aromatherapie, Akupunktur, Bachblütenessenzen, Kräutertees oder Homöopathie ), daher ihr Spitzname "Kräuterhexe".
Kein Arzt darf ohne Hebamme eine Geburt durchführen, umgekehrt sehr wohl. Natürlich wird die "Wehe- oder Nabelmutter", wie die Hebamme auch genannt wird, bei Abweichungen vom normalen Verlauf die Ärztin/ den Arzt hinzurufen. In diesen Fällen arbeiten beide Berufsgruppen Hand in Hand. Der Dammschutz ist Aufgabe der Hebamme, ebenso dem Kind mit einer Hebebewegung ( daher der Name Heb-Amme ) auf die Welt zu helfen. Hebammen dürfen auch einen Dammschnitt durchführen und diesen oder kleinere Risse wieder nähen. Die Erstversorgung des Kindes inklusive Durchführung der ersten Vorsorgeuntersuchung gehören ebenfalls zu ihren Aufgaben.
Nach der Entbindung wird sie im Krankenhaus sowie bei Hausbesuchen den Wochenbettverlauf bei der Mutter überwachen, die Rückbildung der Gebärmutter kontrollieren, die Wundheilungsvorgänge überprüfen und der Mutter beim Stillen und allen anderen Fragen rund um die Babypflege und -ernährung zur Seite stehen. Beim Säugling achtet sie auf seinen Allgemeinzustand, kümmert sich um die Nabelpflege und überwacht die Gewichtszunahme. Außerdem nimmt sie dem Kind am 5. Lebenstag Blut ab für den wichtigen Test auf Stoffwechselkrankheiten.
Hebammen bieten ferner Kurse an, wie Rückbildungsgymnastik, Stillgruppe, Babymassage und Babyschwimmen. Dadurch bleiben sie noch einige Wochen nach der Entbindung fachkompetente Ansprechpartnerinnen für die Familien.
von Sabine Burchardt, Hebamme
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