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Babys wenden

Babys wenden

Manche Babys sitzen gemütlich aufrecht in Mamis Bauch statt sich mit dem Köpfchen voran in die Kopflage zu begeben - der idealen Kindslage vor der Geburt.

Lassen Sie sich jedoch nicht nervös machen, wenn ihr Baby zu denjenigen gehört, die sich damit Zeit lassen - manche Babys leiten das Wendemanöver erst in den Wochen des 3. Trimesters ein.

Erfahrene Hebammen beginnen deshalb nicht vor der 32. oder 33. Woche, dem Baby das Wenden mit dem einen oder anderen Trick schmackhaft machen zu wollen.

Im Folgenden erklären wir einige Methoden, die den Babys sanft auf die Sprünge helfen können. Bitte erkundigen Sie sich jedoch unbedingt vorab bei Ihrer Hebamme oder auch Ihrem Gynäkologen, ob eine dieser Methoden für Sie in Frage kommen könnte. Idealerweise machen Sie dann eine Übung immer mit Ihrer Hebamme zusammen.

Wenden mit dem Taschenlampen-Trick - für neugierige Babys

Manche Babys ändern durch Lichteinfluss ihre Lage. Dieses Phänomen können Sie nutzen und versuchen, das Baby von außen durch die Bauchdecke mit dem Strahl einer Taschenlampe zu leiten. Dazu müssen Sie allerdings einschätzen können, wohin Ihr Kind schaut. Setzen Sie dann eine starke Taschenlampe in seiner Blickrichtung auf den Bauch und führen Sie sie langsam nach unten. Das wiederholen Sie mehrfach. Eine Untersuchung, wie wirkungsvoll die Methode ist, ist nicht bekannt.

Die Glöckchen-Methode

Auch diese Methode setzt auf die Neugier des Ungeborenen: Die Klangkugel wird mehrfach über den Bauch gerollt, und zwar von der Stelle aus, an der man das Köpfchen des Babys vermutet, hinunter zum Schambein. Wie wirkungsvoll die Methode ist, wurde bisher nicht untersucht.

Massage am kleinen Zeh

Lassen Sie sich von Ihrer Hebamme den Moxibustion-Punkt am kleinen Zeh zeigen. Den kann ihr Partner massieren, während Sie in der Knie-Ellenbogenstellung (Tönnchen-Stellung) liegen. Die Akupressur an diesem Punkt soll Einfluss auf die Beckenbodenmuskulatur haben, was wiederum das Baby zum Drehen bzw. Wenden motiviert. Die Methode basiert auf der Vorstellung der traditionellen chinesischen Medizin, dass der Körper von Leitbahnen, den so genannten Meridianen, durchzogen ist. Auf diesen Energiebahnen liegen Punkte, die man durch verschiedene Methoden stimulieren kann, etwa durch Nadeln (Akupunktur), Wärme (Moxen) oder Druck (Akupressur). Diese Reize werden über den Meridian an andere Bereiche des Körpers weitergeleitet und lösen dort Blockaden. Akupressur soll allerdings nicht so wirkungsvoll sein wie Moxibustion.

Wenden mit der Indischen Brücke

Der Klassiker unter den sanften Wendemanövern - bitte mit der Hebamme üben. Sie können ab der 32. Schwangerschaftswoche damit beginnen. Legen Sie sich dazu auf den Rücken, die Unterschenkel waagerecht auf einem niedrigen Stuhl oder Couchtisch. Ein Kissen unter dem Becken sorgt dafür, dass es höher als der Brustkorb liegt. Diese Übung können Sie ein- oder zweimal am Tag 10 bis 15 Minuten lang durchführen. Bleiben Sie während der Übung entspannt und atmen Sie ruhig ein und aus. Haben Sie das Gefühl, das Baby hat sich gedreht, sollten Sie nicht weitermachen. Das gilt auch für den Fall, dass Sie sich bei der Übung nicht wohlfühlen.

Auch die Tönnchen-Stellung regt zur Wendung an

Wenn dem Baby der Platz für eine Wendung zu knapp ist, könnte diese Stellung helfen - bitte die Hebamme fragen: Die Schwangere geht in den tiefen Vierfüßlerstand, die Knie auf einer Decke oder einem zusammengefalteten Handtuch, den Oberkörper nach vorn Richtung Boden, auf die Unterarme abgestützt. Der Kopf ruht, mit Blick zur Seite, auf ihren Händen. Die Arme sind zur Seite abgewinkelt. In dieser Haltung liegt das Becken höher als die Schultern, die Gebärmutter weitet sich, das Baby bekommt mehr Raumangebot und damit den Impuls, seine Lage zu ändern. In dieser Haltung bleiben Sie zehn bis 20 Minuten, auf jeden Fall aber nur, solange es Ihnen angenehm ist. In Amerika und Australien wird sie Schwangeren dreimal am Tag empfohlen.

Dass die Tönnchen-Stellung wirkungsvoller als die Indische Brücke ist, zeigte eine Untersuchung mit einem Bild gebenden Verfahren an der Universitätsklinik Frankfurt. Bei der Tönnchen-Stellung bekam das Baby im Mittel um 2,4 Zentimeter mehr Platz als bei der Indischen Brücke.

Vorwärts-Inversionslage

Am besten mit einer Hebamme üben: Amerikanische Experten empfehlen diese Haltungsübung, wenn das Baby aufrecht in Mamas Bauch sitzt. Es handelt sich um eine steilere Variante der Tönnchen-Stellung. Die Schwangere kniet dazu zum Beispiel auf dem Bett und stützt sich mit den Händen davor auf dem Boden ab. Wahlweise kann sie die Übung auch auf einer Treppe machen. Damit kommen die Schultern deutlich tiefer als das Becken. Die Bänder, an denen die Gebärmutter aufgehängt ist, sollen gelockert werden, für das Baby mehr Raum im Bauch entstehen und das Kind die Möglichkeit haben, sein Köpfchen Richtung Brust zu beugen - die Voraussetzung für einen Purzelbaum.

Einmal 30 Sekunden täglich genügen. Sprechen Sie auf jeden Fall mit Arzt oder Hebamme, ob Sie die Übung ausprobieren können. Und machen Sie sie nur, wenn Ihr Partner oder eine Freundin Sie dabei stützt. Ein Sturz sollte dringend vermieden werden.

Halten Sie sich bei der Übung gerade, drehen Sie sich nicht zu einer Seite. Durch das Blut, das vermehrt in Ihrem Kopf strömt, kann es anfangs etwas in den Ohren rauschen oder an der Schädeldecke drücken. Daran gewöhnt man sich.

Beenden Sie die Übung dagegen sofort, wenn Ihnen nicht wohl dabei ist, wenn es im Bauch schmerzt oder einen Krampf bekommen, oder wenn sich Ihr Baby auf unangenehme Art und Weise bemerkbar macht.

Auf keinen Fall eignet sich die Übung für Schwangere mit

  • Bluthochdruck
  • vermehrtem Sodbrennen
  • vorzeitiger Wehentätigkeit
  • wenig Fruchtwasser
  • einer Zwillingsschwangerschaft
  • ungünstigem Sitz des Mutterkuchens wie z.B. einer Plazenta praevia.
  • oder wenn das Baby die Nabelschnur um den Hals hat.

Haptonomie

Ein persönliches Gespräch mit einer Hebamme über Ängste (vor der Geburt, einem Dammschnitt), Sorgen (um Zukunft und Partnerschaft) und Wünsche (mehr Zeit für mich und das Kind) hilft der Schwangeren, sich mehr zu entspannen. Die Hebamme kann Sie dabei anleiten, gedanklich in die Gebärmutter zu reisen und mit dem Baby Kontakt aufzunehmen. Sprechen Sie mit ihm, wie es ihm geht und warum es sich nicht dreht. Sie können ihm auch mit liebevollem Streicheln der Bauchdecke zeigen, wohin es sich bewegen soll. Diese Form der Kontaktaufnahme zum Ungeborenen nennt sich Haptonomie.

Wenden mit der Moxibustion

Moxibustion oder kurz Moxen ist eine spezielle Form der Akupunktur. Hierbei setzt man statt Nadeln gezielt Wärme ein. Die Hebamme erwärmt mittels eines abbrennenden Beifußröllchens, auch Moxa-Zigarre genannt, einen speziellen Punkt an der Außenseite des kleinen Zehs. Beide Zehen kommen nacheinander dran. Damit will man einen ganz bestimmten Meridian stimulieren, der Einfluss auf die Beckenbodenmuskulatur der Mutter hat, was wiederum dem Ungeborenen helfen soll, seine Lage zu verändern, bzw. sich zu wenden. Die Methode basiert auf der Vorstellung der traditionellen chinesischen Medizin, dass der Körper von Leitbahnen, den so genannten Meridianen, durchzogen ist. Auf diesen Energiebahnen liegen Punkte, die man durch verschiedene Methoden stimulieren kann, etwa durch Akupunktur, Wärme (Moxen) oder Druck (Akupressur). Diese Reize werden über den Meridian an andere Bereiche des Körpers weitergeleitet und lösen dort Blockaden.

Um die Wirkung zu steigern, sollte die Prozedur in Becken-Hochlagerung (Indische Brücke) oder in Knie-Ellenbogenlage (Tönnchen-Stellung) stattfinden.

Insgesamt dauert das Moxen etwa 20 Minuten, an sieben bis zehn aufeinanderfolgenden Tagen in Folge. Einmal Moxen kostet zwischen 15 und 30 Euro. Nach einer holländischen Studie beträgt die Erfolgsrate etwa 14 Prozent. Das heißt, bei einer von sieben Frauen, die mit Moxibustion behandelt wird, wird ein Kaiserschnitt vermieden.

Akupunktur

Der positive Einfluss des Moxens kann, wie Studien zeigten, u.U. durch traditionelle Akupunktur mit Nadeln und spezielle Lagerung der Schwangeren verstärkt werden. Bitte klären Sie vorher mit der Hebamme, wie viel die Behandlung bei ihr kostet.

Homöopathie

Durch die Gabe homöopathischer Mittel lässt sich möglicherweise nur die Beweglichkeit des Kindes zu beeinflussen - bewiesen ist das jedoch nicht. Keinesfalls erreicht man damit das direkte Wenden oder Drehen des Kindes.

Auf die Haltung achten

Amerikanische Experten weisen immer wieder darauf hin, wie wichtig die richtige, symmetrische Haltung für Schwangere ist, um das Baby zu einer guten Kindslage bzw. auch zu einer Wendung zu veranlassen. Ihre Tipps:

  • Sitzen Sie gerade und bewusst auf Ihren Sitzbeinhöckern
  • die Knie geöffnet und möglichst unterhalb Hüft-Niveau
  • Setzen Sie sich zwischendrin rittlings auf einen Stuhl, also mit dem Bauch Richtung Lehne
  • Günstig ist dynamisches Sitzen. Sitzgelegenheit wie ein großer Gymnastikball, ein Kniestuhl oder Kniehocker erlauben, die Haltung immer wieder leicht zu verändern
  • Schlagen Sie nicht die Beine übereinander
  • Achten Sie darauf, Oberkörper oder Becken nicht zu verdrehen. Wenn Sie schon ein kleines Kind haben, dann tragen Sie es beispielsweise nicht auf einer Seite oder Hüfte.
  • Wenn Sie auf der Seite liegen wollen, achten Sie darauf, dass eine Hüfte über der anderen ist, die Beine leicht angewinkelt, ein Kissen zwischen den Knien. Lehnen Sie sich nicht nach hinten, sonst bekommen Sie leicht einen Krampf. Und wechseln Sie regelmäßig die Seite, auf der Sie liegen.
  • Wer lieber auf dem Bauch liegt, kann aus dem Stillkissen eine Art Nest bauen, das den Bauch stützt.
  • Setzen Sie sich, nur wenn unbedingt nötig, ans Steuer Ihres Autos, weil Sie dabei nicht gerade sitzen und die Beine verschieden einsetzen. Das ist schlecht für die Symmetrie.
  • Machen Sie eine Vorwärts-Inversionslagerung (siehe oben) pro Tag, wenn Ihnen Ihre Hebamme dazu rät.

Sollte sich Ihr Baby mit den genannten Methoden nicht wenden lassen, so bleibt auch noch die Möglichkeit der so genannten äußeren Wendung durch einen erfahrenen Arzt, die in vielen Fällen zum Erfolg führt. Alles Liebe und eine wundervolle Geburt!

von Andrea Schmidt-Forth

Zuletzt überarbeitet: August 2016

   

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