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Die äußere Wendung

Die äußere Wendung

Hat sich das Baby aus einer Steißlage oder aus einer Querlage bis zur Geburt nicht von allein in die Kopflage gedreht, so besteht in manchen Fällen noch die Möglichkeit einer äußeren Wendung.

Dabei versucht der Arzt, das Baby manuell durch die Bauchdecke zu einem Rollen von der Steißlage in die passende Schädellage zu "überreden".

Mit viel Erfahrung und sehr behutsam angewendet, gilt diese Methode als durchaus vielversprechend - in bis zu 80% aller Fälle dreht sich das Baby tatsächlich.

Die äußere Wendung findet meist zwischen der 36. und 38. Schwangerschaftswoche statt, wenn andere Versuche, das Baby zu wenden, noch nicht zum Erfolg geführt haben. Dann gilt die Lunge des Kindes als ausgereift, es ist in der Lage, selbstständig zu atmen. Außerdem hat es dann meist noch genügend Platz in der Gebärmutter, um sich zu drehen. Der Eingriff wird ambulant in einer Klinik durchgeführt. Eine reine Sicherheitsmaßnahme, damit alles bereit ist für einen Kaiserschnitt, falls Probleme auftauchen sollten. Komplikationen wie eine vorzeitige Lösung der Plazenta oder veränderte Herztöne des Babys treten nur in Ausnahmefällen auf.

Lassen Sie sich vorab informieren

Vor dem Eingriff wird die Schwangere zu einem ausführlichen Aufklärungsgespräch in die Klinik bestellt. Dabei beschreibt der zuständige Arzt, welche Kindslage vorliegt, wie der Eingriff abläuft, welche Technik er dabei anwendet und zu welchen Komplikationen es dabei kommen kann. Notieren Sie Ihre Fragen am besten im Vorfeld, und lassen Sie sich alles genau erklären, bevor Sie schließlich die Einverständniserklärung für den eventuell notwendigen Kaiserschnitt unterschreiben.

Die Technik der äußeren Wendung

Die äußere Wendung findet dann meist am darauffolgenden Tag statt. Dazu muss die Schwangere nüchtern in die Klinik kommen. Das heißt, sie darf an dem Tag nichts gegessen haben. Zunächst wird die Schwangere so auf einer Liege gebettet, dass sich ihre Bauchdecke vollkommen entspannen kann.

Die Prozedur selbst dauert dann nur wenige Minuten. Der Arzt versucht, nach ausführlichen Voruntersuchungen unter ständiger Ultraschall- und Herzton-Kontrolle mit Hilfe eines CTG, das Baby durch Handgriffe an der Bauchdecke der Schwangeren zu einer Rolle in der Gebärmutter zu bewegen. Er umfasst Kopf und Po des Ungeborenen, lupft den Po behutsam aus dem Becken und schiebt das Köpfchen sanft zur Seite und nach unten.

Das geschieht ohne Narkose, selten unter Gabe von Wehen hemmenden Mittels und ist in der Regel schmerzlos. Sollten dennoch stärkere Schmerzen auftreten, wird der Versuch sofort eingestellt.

Die Patientin bleibt nach dem Wendemanöver noch einige Stunden im Krankenhaus, damit die kindliche Herzfrequenz und eine etwaige Wehentätigkeit kontrolliert werden können. Gelingt die Wendung nicht, kann sie unter Umständen zwei Tage später erneut versucht werden.

Aussicht auf Erfolg der Wendung

Die Chance, dass das Baby sich noch auf den Kopf stellt, liegt zwischen 60, 70 und 80% - eine große Rolle spielt dabei die Erfahrung des Geburtshelfers. Die Erfolgsaussichten steigen, wenn

  • sich der Steiß des Babys von außen gut bewegen lässt, wenn
  • genug Fruchtwasser vorhanden ist
  • die Schwangere ruhig und entspannt ist
  • der Bauch nicht zu sehr gespannt ist
  • die Mutter bereits ein Kind entbunden hat.

Von der äußeren Wendung sehen Fachleute unter anderem ab bei

  • wenig Fruchtwasser
  • ungünstigem Sitz des Mutterkuchens - z.B. bei einer Plazenta praevia
  • einer Fehlbildung der Gebärmutter
  • einer sehr straffen Gebärmutterwand
  • vorzeitiger Wehentätigkeit oder vorzeitigem Blasensprung
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • mehrfacher Nabelschnurumschlingung
  • einem großen, schweren Baby.

Die Kosten für eine äußere Wendung trägt die Krankenversicherung der Schwangeren. Alles Liebe und eine wundervolle Geburt!

von Andrea Schmidt-Forth

Zuletzt überarbeitet: August 2016

   

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