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Auf das Atmen kommt es an

Auf das Atmen kommt es an

Längst hat sich herumgesprochen, dass die richtige Atemtechnik über den Wehenschmerz hinweghelfen kann und zudem für die Sauerstoffversorgung des Ungeborenen unerlässlich ist. Daher ist das Erlernen einiger grundlegender Atemmuster ein wichtiger Bestandteil von Geburtsvorbereitungskursen.

Längst hat sich herumgesprochen, dass die richtige Atemtechnik über den Wehenschmerz hinweghelfen kann und zudem für die Sauerstoffversorgung des Ungeborenen unerlässlich ist. Daher ist das Erlernen einiger grundlegender Atemmuster ein wichtiger Bestandteil von Geburtsvorbereitungskursen.

Hierbei gibt es unterschiedliche Wege, und ich habe mit folgendem Konzept gute Erfahrungen gemacht:

Zunächst erläutere ich mögliche Folgen von falschen Atemmustern: Die Gebärende gerät in Panik, weil sie nicht mehr zurecht kommt. Dadurch tritt ein Gefühl des Versagens auf, die Frau verkrampft sich. In der somit verspannten Muskulatur wird die Durchblutung gedrosselt, wodurch unnötig großer Schmerz entsteht. Die Folge: Die Angst steigt, die Schwangere gerät außer sich, das Baby wird unzureichend mit Sauerstoff versorgt. Schlechte Herztöne des Babys verstärken die Panik der Mutter - der Teufelskreis ist komplett. Sich auf die Atmung zu konzentrieren kann diese Spirale unterbrechen.

Dann nenne ich grundlegende Atemregeln:

  • Atmen Sie unter der Geburt stets ruhig durch die Nase ein.
  • Halten Sie - außer in der Pressphase - niemals die Luft an.
  • Atmen Sie durch den locker geöffneten Mund aus. Pressen Sie nie die Lippen aufeinander, sie müssen locker sein. Dann öffnet sich der Muttermund leichter.
  • Bei starken Schmerzen hilft das Ausatmen auf "tiefen Tönen", dabei ein "A" oder auch "Ja" wählen.
  • Lassen Sie sich keinen fremden Atemrhythmus diktieren: Ihr normales Atemtempo ist genau richtig.

Für spezielle Geburtssituationen dient ...

... die Luftballon-Übung

Nach jeder Wehe einmal tief in den Bauch atmen, so als wolle man darin einen Luftballon aufblasen. So bekommt das Baby eine Extraportion Sauerstoff.

... die Eisenbahn-Übung:

Wie eine Dampflokomotive auf tsch, tsch, tsch, tsch ausatmen hilft, Pressdrang zu unterdrücken, wenn der Muttermund noch nicht ganz offen ist.

... die Hundehechel-Übung:

Kurz bevor das Köpfchen geboren wird, darf die Frau nicht mehr mitpressen. Das Hecheln vermindert den Druck, so dass das Kind sanft geboren wird.

Das wichtigste an der Atemtechnik ist das lange, ruhige Ausatmen. So können Sie es am besten üben:

  • Seifenblasen produzieren ist nicht nur ein beliebtes Kinderspielzeug, sondern auch ein bewährtes Hilfsmittel in Geburtsvorbereitungskursen. Nach dem Einatmen durch die Nase lasse ich die Frauen durch den in Seifenlauge getränkten winzigen Plastikring pusten: Es entstehen viele Seifenblasen, wenn die Schwangere vorsichtig, mit gleichbleibendem Druck und möglichst lange ausatmet. Hektische Atmung, bei der Geburt weder für Mutter, noch für das Kind wünschenswert, wird hier gleich "bestraft": Die Seifenblasen zerplatzen.
  • Der Einsatz von farbenfrohen Luftballons (s. Foto) tut nicht nur der Psyche gut, sondern bietet sich zum Erlernen der Ausatemtechnik an. Eine mögliche Übung geht so: Die werdenden Eltern stehen sich gegenüber, der Mann passt sich dem Atemrhythmus der Frau, die den Luftballon etwa in 30 Zentimeter Entfernung zwischen beiden Gesichtern hält, an. Dann atmen beide gegen den Luftballon aus. Atmen die Partner gleichmäßig, bleibt der Ballon in der Mitte.
  • Viele Schwangere gehen gerne schwimmen. Beim Brustschwimmen ins Wasser ausatmen ist eine gute Vorübung für die Geburt.
  • Zwei Personen sitzen sich gegenüber und pusten sich gegenseitig einen Wattebausch zu, der auf einer Tischplatte liegt. (Achten Sie dabei auf einen geraden Rücken, also niedrige Sitzgelegenheiten wählen!)

Wem bei den Übungen schwindelig wird - oft in Kombination mit Kribblen in den Fingern - der "hyperventiliert". Sie haben dann zu viel Sauerstoff eingeatmet und zu kurz ausgeatmet. Halten Sie sich Ihre Hände vor Mund und Nase, atmen Sie so ruhig ein und aus, dann normalisiert sich alles wieder.

von Sabine Burchardt, Hebamme

Zuletzt überarbeitet: August 2016

   

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