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Wie lange dauert die Geburt?

Wie lange dauert die Geburt?

Die Dauer der Geburt ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Außerdem spielt es eine Rolle, ob die Mutter ihr erstes Kind zur Welt bringt oder bereits Kinder geboren hat.

Wenn sich Mütter unterhalten, kann man Geschichten hören wie: Ich hatte 48 Stunden Wehen bis mein Kind endlich auf der Welt war. Wenn die behandelnde Hebamme über die gleiche Geburt erzählen würde, würde man wahrscheinlich hören, dass es eine ganz normale Geburt war und nach 8 Stunden das Baby auf die Welt kam.

Zeitrechnung von Hebammen und Ärzten

Doch woher kommt diese extrem unterschiedliche Zeitrechnung? Eine Geburt kündigt sich mit unterschiedlichen Vorzeichen an. Eines davon können schmerzhafte Vorwehen sein.

Mit ihnen bereitet sich der Körper auf die bevorstehende Geburt vor. Diese sogenannten Braxton-Hicks-Kontraktionen sind unterschiedlich stark und treten unterschiedlich lange und unregelmäßig auf. Sie wirken sich jedoch nicht auf den Muttermund aus.

Im Unterschied dazu sind Geburtswehen länger, treten in regelmäßigen Abständen auf und sind zudem schmerzhafter als Vorwehen. Geburtswehen werden mit der Zeit auch häufiger, sie dauern länger an und ihre Intensität steigert sich. Um herauszufinden, welche Art von Wehe man hat, empfehlen Hebammen ein warmes Bad zu nehmen.

Werden die Wehen schwächer oder klingen sie sogar ab, dann handelt es sich lediglich um Vorwehen. Werden die Wehen im warmen Badewasser intensiver und treten regelmäßig auf, sind es Geburtswehen.

Hebammen und Ärzte beginnen die Zeit erst zu zählen, wenn die Wehen regelmäßig auftreten und wirksam den Muttermund öffnen. Bis dahin können aber schon ein paar Stunden Wehentätigkeit vergangen sein, die noch nicht muttermundwirksam waren. Deshalb haben die meisten Gebärenden viel länger das Gefühl, sich mitten in der Geburt zu befinden und kommen auf deutlich höhere Zeitangaben.

Durchschnittliche Dauer einer Geburt

Als Faustformel kann man rechnen, dass sich der Muttermund bei einer normalen Geburt und bei einer guten Wehentätigkeit durchschnittlich um einen Zentimeter pro Stunde öffnet. Vollständig eröffnet ist der Muttermund bei zehn Zentimetern. In der Praxis kommt es aber bei Geburten sehr häufig vor, dass die Eröffnung nicht so gleichmäßig vorangeht, sondern eine ganz individuelle Dynamik zeigt und trotzdem eine komplikationsfreie und völlig normale Geburt stattfindet.

Bis das Baby dann auf der Welt ist, benötigt eine Frau die zum ersten Mal ein Baby zur Welt bringt, etwa 10 Stunden. Bei Mehrgebärenden kann die Geburt auch schon nach vier Stunden geschafft sein.

Vor allem zu Beginn einer Geburt ist es wichtig, sich Zeit zu nehmen, um sich auf die Situation langsam einzustellen. Bei den ersten Vorwehen sollte man gerade als Erstgebärende noch nicht in die Klinik fahren. Untersuchungen zeigen, dass sich der Einsatz von Wehen- und Schmerzmitteln erhöht, wenn Frauen mit einem unreifen Mutter­mund aufgenommen werden. Der richtige Zeitpunkt für Erstgebärende in die Klinik zu gehen ist, wenn die Wehen eine Minute oder länger andauern, deutlich spürbar sind und ­eine Stunde lang alle fünf Minuten kommen.

von Stephanie Helsper

Zuletzt überarbeitet: Juni 2016

   

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