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Die Wochenbettpflege
- so können Hebammen helfen
Viele Schwangere kümmern sich rechtzeitig vor der Geburt um eine Nachsorgehebamme - meist mit dem Gedanken, daß diese Fachfrau mit Rat und Tat zur Verfügung steht, falls Fragen oder Probleme rund ums Baby auftreten. Wenigen Frauen ist jedoch bewußt, daß die Hebamme nicht nur für den kleinen Erdenbürger da ist, sondern ebenso fach- kompetent das Wochenbett der Mutter begleitet. |
Mit der Geburt ist nämlich noch nicht alles vorbei, denn gerade in den ersten Tagen nach der Niederkunft laufen enorme Veränderungen im mütterlichen Körper ab. Es ist wichtig, diese Prozesse im Blick zu haben, um bei beginnenden Abweichungen vom Normalverlauf direkt gegensteuern zu können, damit es möglichst gar nicht erst zu Komplikationen (zum Beispiel Kindbettfieber) kommt. Die Aufgabe der Hebamme besteht hier schwerpunktmäßig in beratender und prophylaktischer Tätigkeit.
Schauen wir uns doch die einzelnen Bereiche einmal näher an:
Die Gebärmutter
Vor der Schwangerschaft war sie noch nicht einmal so groß wie eine Birne, kurz vor der Entbindung reichte sie dagegen fast bis zum Rippenbogen und unmittelbar nach der Geburt hat sie die Größe einer Kokosnuß. Ist das Baby geboren, zieht sich die Gebärmutter (der Uterus) wenige Minuten später noch einmal stark zusammen. Dadurch löst sich der Mutterkuchen von der Innenwand der Gebärmutter und wird dann von der Mutter herausgepreßt. Mit diesem Zeitpunkt beginnt das Wochenbett, das sechs bis acht Wochen dauert. Etwa in Nabelhöhe ist die Gebärmutter nun von außen zu tasten, und die Hebamme wird bei den Wochenbettbesuchen kontrollieren, ob sich dieses Organ ordnungsgemäß zurückbildet. Es sollte von Tag zu Tag kleiner werden und nach etwa zehn Tagen hinter dem Schambein verschwunden, also von außen nicht mehr tastbar sein. Die Konsistenz des Uterus wird ebenfalls überwacht. Ist sie zu weich, kann das beispielsweise ein Hinweis darauf sein, daß sich innen der Wochenfluß staut.
Der Wochenfluss
Was ist das eigentlich? Manche Frauen wundern sich, dass sie nach der Geburt bluten, und zwar deutlich stärker als bei der Periode. Dies ist der Wochenfluß, der entsteht, weil in der Gebärmutter an der Stelle, wo der Mutterkuchen war, eine Wundfläche ist. Wie jede andere Wunde blutet auch diese. Glücklicherweise sorgt die Natur dafür, daß sich durch eine Dauerkontraktion und Nachwehen die Gebärmutter immer mehr zusammenzieht, so daß die Wunde ebenfalls kleiner wird. Dadurch wird auch die Blutung in den Folgetagen abnehmen. Während des Wundheilungsprozesses verändert sich die Zusammensetzung des Wochenflusses. Grob gesagt gilt: Etwa jeweils fünf Tage lang ist er zunächst blutig rot, danach bräunlich, später gelblich und abschließend nur ein minimaler weißlicher Ausfluß. Die Hebamme kann an Farbe, Menge und Geruch des Wochenflusses erkennen, ob die Wundheilung ordnungsgemäß abläuft.
Weitere Geburtswunden
Nicht nur innerhalb der Gebärmutter ist eine Wunde, manchmal kommt es während der Entbindung im Geburtskanal zu Verletzungen, die nun abheilen müssen. Das kann z.B. eine Schürfung sein oder ein Dammschnitt. Sind Verletzungen vorhanden, wird die Hebamme auch darauf ein wachsames Auge halten. Wichtig ist, daß die Frau grundlegende Hygieneregeln einhält, denn häufiges Bindenwechseln und regelmäßiges Abspülen des Intimbereiches mit Wasser nach jedem Toilettengang beugen einer Ansiedlung von Bakterien und damit Infektionen vor. Je nach Situation wird die Hebamme der Frau Sitzbäder mit heilungsfördernden Zusätzen empfehlen.
Muskeln
Nicht nur die Beckenbodenmuskulatur wurde durch Schwangerschaft und Geburt erheblich strapaziert, sondern auch die geraden Bauchmuskeln, die möglicherweise durch den immer dicker gewordenen Bauch auseinander gedriftet sind. Bei den Wochenbettbesuchen wird die Wöchnerin Anleitung für einige Gymnastikübungen erhalten, damit auch dieses Problem angegangen wird. Einige Wochen nach der Geburt sollte die Mutter unbedingt an einem Kursus in Rückbildungsgymnastik mitmachen.
Brust
Hier entstehen bei stillenden Frauen recht häufig Brust-Beschwerden. Natürlich wird die Hebamme primär versuchen, durch Aufklärung über richtige Stilltechnik Problemen vorzubeugen. Sind jedoch schon welche aufgetreten, wird sie notwendige Behandlungen durchführen.
Allgemeinzustand
Mit Temperatur- und Blutdruckkontrollen verschafft sich die Hebamme ein Bild über das Allgemeinbefinden der Mutter.
Beratungen
Beratungen zur Hygiene, zur Verhütung im Wochenbett, zur geeigneten Kleidung (z.B. Still-BH), zur Ernährung, zur Verdauung oder auch zum Mutterschutz bzw. Erziehungsurlaub runden die Tätigkeit der Hebamme im Wochenbett - was die Mutter betrifft - ab.
Zusammenfassend läßt sich sagen: Hebammen überwachen den gesamten Wochenbettverlauf bei der Mutter, stehen beratend zur Seite und werden bei Abweichungen vom normalen Prozeß frühzeitig gegensteuern. Dabei setzen sie häufig alternative Heilmethoden wie die Akupunktur, die Aromatherapie, die Homöopathie oder auch Heilkräutertees ein. Bei schweren Störungen im Wochenbett kooperieren sie mit der/dem Frauenärztin/arzt.
| von Sabine Burchardt, Hebamme |
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