Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Wutanfälle

Frage: Wutanfälle

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Hallo Herr Dr. Posth, bis zu welchem Alter "ticken" Kinder immer mal wieder aus, sodass sie völlig hysterisch schreien, nicht mehr wissen was sie tun - insgesamt völlig außer sich und auch nicht mehr ansprechbar sind? Mein Sohn (4J) hatte neben seinem Einnässproblem im Sommer häufiger solche Aussetzer, nachdem wir das Einnässen einigermaßen im Griff hatten, hörten auch diese völlig hysterischen Wutanfälle wieder auf. Gestern waren wir bei einer Freundin meiner Tochter (2) zu der auch mein Sohn sehr gerne geht. Kaum waren wir da, schrie er alles zusammen und war überhaupt nicht mehr ansprechbar. Ich habe ihn, nachdem jegliche Ansprache nichts genützt hat auf den Balkon gestellt, wo er auch noch 10 Minuten gebrüllt und auf den Sandkastendeckel eingeschlagen hat. Ich wollte nicht nach Hause gehen, da sich einerseits meine Tochter sehr gefreut hat mit ihren Freunden zu spielen und andererseits um ihm nicht das Gefühl zu geben, dass er mit seinem völlig hysterischen Schreien erfolg hat. Dann hat er sich auf die Couch gelegt, aus dem Fenster geschaut und einer weiteren halben Stunde angefangen zu spielen, als ob nichts gewesen wäre. Bis zu welchem Alter kommen derartige Anfälle immer mal wieder vor? Wie kann man damit umgehen? Danke Ulli


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Liebe Ulli, bis zu welchem Alter das vorkommt, ist eine gute Frage. Das möchte ich so beantworten: solange ein Kind als Kleinkind zählt, ist es weitgehend Teil seiner Entwicklung. Massiver Trotz also. Dazu bitte auch meinen Langtext über das emotionale Bewußtsein, Teil 3 lesen. Dieses Austicken oder Ausklinken kann, wenn es nicht richtig kanalisiert wird, sich aber bis ins Erwachsenenalter hinein ziehen, wo Ausmaß und Wirkung dann dramatische Züge annehmen. Das betrifft nicht Sie, aber Ihre Frage lautete so. Wie man am besten damit umgeht, steht in meinem Text. Ursachenforschung und Deutung stehen aber oben an, d.h. Sie müssen sich fragen, was Ihren Sohn bewogen hat, gerade in diesem Moment und bei diesen Leuten einen solchen Anfall zu bekommen. Wahrscheinlich haben Sie auch dann die Lösung. Das soziale Ausgrenzen ist übrigens die härteste und letzte Reaktionsweise, die Eltern benutzen können. Viele Grüße


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