taschik78
Guten Tag, ich mache mir Sorgen um meine 10-jährige Tochter. Bei uns sind Süßigkeiten grundsätzlich nicht verboten. Sie darf sich jeden Tag eine Kleinigkeit aus unserer Süßigkeitenbox aussuchen. Seit einigen Wochen kauft sie sich jedoch fast täglich zusätzlich größere Mengen Süßigkeiten von ihrem Taschengeld. Oft sagt sie, sie gehe Fahrrad fahren, fährt dann aber zum Automaten oder in ein Geschäft. Dort kauft sie zum Beispiel eine ganze Packung Eisbonbons, eine Packung Kekse oder andere Süßigkeiten. Besonders auffällig ist, dass sie versucht, dies vor uns zu verbergen. Sie entsorgt die Verpackungen möglichst unbemerkt direkt in der Mülltonne oder versucht auf andere Weise, keine Spuren zu hinterlassen. Meist erfahren wir nur zufällig davon. Wir machen uns große Sorgen um ihre Gesundheit. Sie liegt bereits im oberen Bereich des Normalgewichts, und wir möchten verhindern, dass sich ungesunde Essgewohnheiten entwickeln. Nach den Sommerferien wechselt sie außerdem auf die weiterführende Schule, was für sie eine große Veränderung sein wird. Seit einiger Zeit befindet sie sich in der Vorpubertät. Sie hat starke Stimmungsschwankungen, reagiert häufig frech, lehnt Grenzen oft ab und scheint sich im Moment nur schwer selbst regulieren zu können. Wie sollten wir als Eltern mit dieser Situation umgehen? Ist dieses Verhalten in ihrem Alter noch normal? Sollten wir konsequenter sein oder eher ruhig und verständnisvoll reagieren? Wir möchten weder überreagieren noch das Problem unterschätzen. Vielen Dank für Ihre Einschätzung.
Guten Tag, ich gehe davon aus, dass Ihre Tochter sich von ihrem Taschengeld kaufen darf, was sie möchte. Die damit verbundene Autonomie nutzt sie noch sehr bedürfnisorientiert. Das ist bei vielen Kindern der Fall. Ich kann Ihre Sorgen nachvollziehen. Wenn Sie jedoch versuchen, mit Konsequenzen auf das Verhalten Ihrer Tochter zu reagieren, entsteht schnell ein unguter Kreislauf mit noch größeren Heimlichkeiten. Suchen Sie in einer entspannten Situation das Gespräch mit Ihrer Tochter. Sprechen Sie mit ihr darüber, dass Sie merken, dass sie sich die Süßigkeiten heimlich kauft. Erklären Sie ihr, dass sie das nicht heimlich tun muss, weil Sie dazu stehen, dass sie sich von ihrem Taschengeld kaufen darf, was sie möchte. Versuchen Sie, im Gespräch mit Ihrer Tochter herauszufinden, ob es etwas gibt, das sie aktuell belastet. Möglicherweise macht sie sich wegen des Schulwechsels Sorgen. Ungesunde Essgewohnheiten und Gewichtszunahme müssen Sie nicht thematisieren. Mit dem Einsetzen der Pubertät wird Ihre Tochter darauf von alleine achten. Noch überwiegt die Freude, sich vom eigenen Geld Dinge kaufen zu dürfen, die Sie nicht unbedingt billigen. Widmen Sie dem Thema daher nicht allzu viel Beachtung. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes
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