Katharina0729
Guten Tag, ich mache mir gerade große Sorgen um meinen Sohn. Er ist fast 3 Jahre und eigentlich ein fröhliches, neugieriges, willensstarkes, temperamentvolles aber auch sehr sensibles Kind. Manchmal schubst er andere Kinder, wenn er überdreht ist. Er ist sehr sozial und immer ganz aufgeregt wenn er mit anderen Kindern zusammen kommt und überdreht dementsprechend schnell. Neben dem Schubsen fängt er dann an mit den Zähnen zu knacken, schüttelt die Fäuste und singt in einer komischen gepressten Stimme Liedfetzen (ich nenne es heimlich: aggro werden). Ich denke so lässt er Dampf ab oder sucht Aufmerksamkeit?? Wir gehen dann nach Hause und dort spielt er meist ruhig und reguliert sich wieder. In der Kita schubst er auch manchmal, aber laut Erzieherinnen alles im Rahmen und „aggro“ wird er dort nicht. Jetzt zum Problem: vor 6 Wochen kam seine kleine Schwester auf die Welt und seitdem ist er völlig durchgeknallt. Er ist zuhause fast nur noch im „aggro“ Modus. Er spricht manchmal stundenlang gar nicht mehr normal und haut sich sogar auf den Kopf, er kann sich kaum mehr aufs Spielen einlassen und wenn doch, dann spielt er sowas wie, die Playmobil Männchen schubsen sich. Er ist völlig ruhelos und dauerhaft angespannt. Er rennt hin und her und brüllt mit seiner komischen Stimme irgendwas. Ich komme nur sehr schwer an ihn heran, er hört nicht zu und lässt sich nicht darauf ein mit dem Baby zu helfen (Windel holen o.ä.) In seiner „aggro“-Stimmung ist er auch viel zu grob zum Baby und ich muss dauernd sagen, dass er sanft sein soll und das Bein streicheln (klappt nicht). Gleichzeitig ist er aber auch wahnsinnig interessiert an ihr und läuft alle drei Minuten hin. Die Kinderärztin meinte wir sollen ihn einfach machen lassen solange er niemanden verletzt und seine Gefühle benennen, was wir auch machen, aber das hilft bisher überhaupt nichts. Ich kann es kaum ertragen ihn so zu sehen und habe große Angst, dass er in einer existenziellen Krise steckt, aus der er nicht mehr herauskommt. Dazu kommt noch, dass er kurz vor der Geburt trocken geworden ist und jetzt mit Verstopfung und Bauchschmerzen kämpft. Die letzten Tage waren der absolute Tiefpunkt, er hatte seinen ersten Pipi Unfall (natürlich nicht schlimm, aber sehr ungewöhnlich), abends hatte er einen 20 minütigen Wutanfall (hat er sonst nie) und nachts zum ersten Mal einen Nachtschreck. Ich musste dann sogar bei ihm schlafen, obwohl er eigentlich seit 4 Wochen bei Papa schläft. Die beiden Kinder haben sich dauernd aufgeweckt und wir mussten deshalb leider das Familienbett auflösen. Ich weiß einfach nicht, wie ich ihm helfen kann. Ich sage ihm oft, dass ich ihn liebe und dass ich verstehe wie schwierig und aufregend das alles ist. Aber langsam kann ich es nicht mehr ertragen und breche vor ihm in Tränen aus. Mein einziger Trost ist, dass die Kita sagt er verhält sich dort nicht viel anders, er testet nur mehr Regeln und nörgelt mehr. In zwei Monaten kommt er von der Kita in den Kindergarten und mit graut es davor, dass ihm das den Rest gibt. Bitte entschuldigen Sie die lange Nachricht, ich drehe nur langsam echt selbst am Rad. mich würde die Einschätzung einer Expertin sehr interessieren. Ist das noch im Bereich des Normalen? Wird er sich wieder fangen? Was können wir tun um ihm dabei zu helfen? Vielen Dank und viele Grüße
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