Jassie
Liebe Frau Henkes, aktuell sorgen wir uns um das Verhalten unserer 1-jährigen Tochter. Ihr großer Bruder (11 Jahre alt) war aufgrund von psychischen Problemen 2 Monte lang stationär in einer Klinik untergebracht. In dieser Zeit hat seine kleine Schwester ihn natürlich nur wenig gesehen (2 Mal pro Woche gab es Besuchszeiten). Es war viel Fahrerei und viele Verabschiedungen in dieser Zeit. Dies hat unser Kleine zunächst scheinbar gut verkraftet. Letzte Woche gab es allerdings einen Tag am Wochenende, an dem ihr Bruder nach Hause durfte und als sie ihn gesehen hat, sagte sie eine Stunde lang immer wieder sehr verzweifelt seinen Namen und wollte nicht, dass er ihr von der Seite weicht. Selbst nicht ein paar Meter. Seitdem sagt sie auch über den Tag verteilt immer wieder sehr traurig seinen Namen, wenn sie gerade nicht weiß, wo ihr Bruder ist. Selbst wenn er nebenan im Zimmer ist, vermisst sie ihn sofort. Auch mir weicht sie kaum von der Seite. Wir machen uns nun wirklich Sorgen, dass sie eine Art Trauma von dieser Zeit zurückbehalten hat und fragen uns, was wir dagegen tun können. Denn obwohl die zwei sich sehr lieb haben und sehr schön und liebevoll miteinander interagieren, hat der Große natürlich nicht immer Lust, mit seiner kleinen Schwester zu spielen. Ich hoffe, Sie können uns einen Rat geben. Vielen herzlichen Dank! Jasmin
Guten Tag, ich denke nicht, dass Sie sich wegen eines Traumas bei Ihrer Tochter Sorgen machen müssen. Für Einjährige sind die Eltern die wichtigsten Bezugspersonen. Gerade in diesem Alter ist die Präsenz von Geschwistern noch nicht derart bedeutsam. Vermutlich hat Ihre Tochter mit ihrer Anhänglichkeit an den Bruder auf die veränderte Situation reagiert. Über zwei Monate hat sie den Bruder zweimal wöchentlich im Besuchskontakt erlebt. Nun ist der Bruder plötzlich dauerhaft anwesend. Das kennt sie so nicht. An die Zeit davor wird sie sich als Einjährige kaum erinnern können. Lassen Sie Ihrer Tochter Zeit, sich an die veränderte Familiensituation zu gewöhnen. Ihr Sohn muss nicht ständig mit der Schwester spielen. Auch er benötigt wieder eine Eingewöhnungszeit. Versuchen Sie, Ihre Tochter abzulenken. Das gelingt in diesem Alter meist gut. Wenn sie den Namen des Bruders nennt, können Sie ihr bestätigen, dass das der Bruder ist, der jetzt wieder zu Hause wohnt. auch wenn Sie das noch nicht verstehen kann, werden Ihre beruhigenden Worte und Ihre gelassene Haltung ihre Wirkung tun. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes
Die letzten 10 Beiträge
- Kleinkind möchte keine Windel mehr, nässt aber ein.
- Linkshändigkeit
- Nähe und Distanz lernen bei großem Mitteilungsbedürfnis
- Junge, 3 Jahre nach Geburt der Schwester
- Meine Tochter fremdelt viel ist sehr anhänglicher geworden
- Trockenwerden, Rückschritte
- Süßigkeitensucht 10 Jährige
- Kind zu viel Phantasie
- 4 Jährige Verhalten
- Kindergarten - leidiges Thema