Liebe Frau Henkes, aktuell sorgen wir uns um das Verhalten unserer 1-jährigen Tochter. Ihr großer Bruder (11 Jahre alt) war aufgrund von psychischen Problemen 2 Monte lang stationär in einer Klinik untergebracht. In dieser Zeit hat seine kleine Schwester ihn natürlich nur wenig gesehen (2 Mal pro Woche gab es Besuchszeiten). Es war viel Fahrerei und viele Verabschiedungen in dieser Zeit. Dies hat unser Kleine zunächst scheinbar gut verkraftet. Letzte Woche gab es allerdings einen Tag am Wochenende, an dem ihr Bruder nach Hause durfte und als sie ihn gesehen hat, sagte sie eine Stunde lang immer wieder sehr verzweifelt seinen Namen und wollte nicht, dass er ihr von der Seite weicht. Selbst nicht ein paar Meter. Seitdem sagt sie auch über den Tag verteilt immer wieder sehr traurig seinen Namen, wenn sie gerade nicht weiß, wo ihr Bruder ist. Selbst wenn er nebenan im Zimmer ist, vermisst sie ihn sofort. Auch mir weicht sie kaum von der Seite. Wir machen uns nun wirklich Sorgen, dass sie eine Art Trauma von dieser Zeit zurückbehalten hat und fragen uns, was wir dagegen tun können. Denn obwohl die zwei sich sehr lieb haben und sehr schön und liebevoll miteinander interagieren, hat der Große natürlich nicht immer Lust, mit seiner kleinen Schwester zu spielen. Ich hoffe, Sie können uns einen Rat geben. Vielen herzlichen Dank! Jasmin