Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Ingrid Henkes:

Meine Tochter fremdelt viel ist sehr anhänglicher geworden

Frage: Meine Tochter fremdelt viel ist sehr anhänglicher geworden

Hayat55

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Guten Tag, meine Tochter ist 1 Jahr alt, ich wollte Sie was fragen wegen ihr Verhalten die ich bei ihr beobachtet habe; unswar bin ich seit einer Woche im Urlaub mit meiner Tochter. Wir haben ihre Oma in der Türkei besucht, sie hat ihre Oma zum ersten mal kennengelernt bzw. gesehen und ihre Tanten hier auch. Meine Tochter ist seit ihrer Geburt fast jeden Tag auch mit meiner Mutter und mit meiner Schwester zusammen das heißt die helfen mir oft mit im Haushalt ab und zu wenn ich Arzttermine habe passen die auf sie auf, also sie ist auch ohne weinen ohne Probleme immer mit denenen gern zuhause gewesen. Ich habe meine Tochter auch wo sie so 7 Monate alt war zu Babykursen gebracht wie Babymusikkurs, krabbelcafe usw. damit sie sich auch an kinder gewöhnt. Leider hatte meine Tochter dort nie interesse an ihre gleichaltrigen gezeigt, die anderen Kinder sind oft krabbelnd an sie gekommen hatten ihr immer Interesse gezeigt meine Tochter hatte jedesmal wenn die kinder sich an ihr näherten immer geweint. In unserer Haus haben wir auch kleine Nachbarkinder mit 4 Jahren und 11 Jahren, die lieben auch sehr meine Tochter die kommen zu ihr immer wenn ich mit ihr im Hof oder Spielplatz bin auch zu denen zeigt sie sehr sehr wenig interesse. Meine Schwiegermutter hat einen großen Garten im Dorf mit Tieren wie küken, schafe, katzen.. Normalerweise liebt meine Tochter Tiere sehrr sie ist es auch sehr gewohnt Tiere zu sehen wegen Nachbarschaft. Leider will sie überhaupt nicht bei Oma sein obwohl es jetzt 1 Woche her ist ich bin auch immer mit ihr also ich habe sie eigentlich nie mit oma noch alleine gelassen da sie die oma ja noch nicht kennt. Bei jedem Besuch weint sie sie ist unruhig quengelig obwohl ihre Oma ihr aber auch viel Nähe zeigt sie zeigt ihr auch immer so die Tiere im Garten irgendwie will sie das garnicht währenddessen umarmt sie mich gleich und weint viel. Meine Frage an sie ist warum meine Tochter eigentlich so macht? Ich kenne viele Kinder in ihrem Alter von Nachbarschaft von Familien und Freundeskreis die schon eigentlich Interesse an Mitmenschen und andere Kinder zeigen. Ich wollte nur wissen ob das ein ganz natürlicher Entwicklungsschritt ist oder mache ich da irgendwas falsch? Weil ich will schon so langsam dass sie sich auch andere Menschen sich gewöhnt und auch an Kinder das ist ja auch sehr wichtig für ihre Selbständigkeit für später. Sie fremdelt extrem viel sie will nur mich haben und meine Mutter. Sie gibt mir immer das Gefühl, sie will niemanden in ihrer Nähe außer mich meine Mutter meine Schwester und mein Mann, sie strahlt neben uns sie ist dabei sehr glücklich, ist ja auch so ok aber sie muss sich doch auch irgendwie anpassen an andere Menschen in unsere Umgebung oder andere Kinder. Was empfehlen sie mir dabei was sollte ich in der Erziehung machen dass es besser klappt? Sie ist auch ein sehr temperementvolles Kind lächert auch gern unterwegs Menschen an. Aber sobald sich jemand an sie nähert von meiner Familie und Freunde drückt sie mich fest und zeigt Angst und zeigt wenig Interesse an die Mitmenschen. 


Ingrid Henkes

Ingrid Henkes

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Guten Tag, häufig beginnt die Fremdelphase mit ca. acht Monaten. Vielleicht tritt sie bei Ihrer Tochter etwas später auf. Ihre Tochter kann jetzt deutlich vertraute von fremden Menschen unterscheiden. Das kann dazu führen, dass sie vorübergehend vor Fremden Angst hat. Einjährige fühlen sich bei den vertrauten Menschen am wohlsten, weil sie sich dort sicher fühlen. Dazu gehören in diesem Alter oft nur die wichtigsten Bezugspersonen, wie Sie das bei Ihrer Tochter beobachten. Andere Kinder sind noch nicht so wichtig und oft auch nicht interessant. Einjährige können das Verhalten anderer Kleinkinder noch nicht einschätzen. Daher sind sie oft verunsichert und zögerlich im Kontakt. Das gilt auch für Tiere, deren Verhalten Kleinkinder nicht einschätzen können. Das ist in diesem Alter ganz in Ordnung. Von Einjährigen können Sie noch keine Anpassung erwarten. Ihre Tochter ist noch ganz bei sich und ihren Gefühlen. Das können Sie akzeptieren und Ihrer Tochter die Zeit geben, die sie benötigt. Kinder entwickeln sich auch diesbezüglich individuell unterschiedlich. Ihre Tochter kann sich an andere Menschen, dazu gehören auch wenig vertraute Familienmitglieder, leichter gewöhnen, wenn diese den Sicherheitsabstand Ihrer Tochter akzeptieren. Für diesen Entwicklungsschritt ist es wichtig, nicht so viel Nähe zu zeigen, sondern sich Ihrer Tochter behutsam anzunähern. Ihre Tochter zeigt ja deutlich, wann es ihr zuviel wird und sie zu Ihnen will. Dann sollten die anderen besser einen Schritt zurückgehen. Sie müssen sich keine  Sorgen machen, dass dieses Verhalten so bleibt. Mit fortschreitender Entwicklung und zunehmendem Spracherwerb werden andere Menschen, besonders Kinder, für Ihre Tochter bedeutsamer. Mit ca. zwei Jahren wollen sich Kleinkinder in der Regel ein Stück aus der engen Beziehung zur Mutter lösen und werden unabhängiger. Dann können sie sich auf ihr Umfeld besser einlassen. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes


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