GluecksmamaKraftquelle77
Hallo Frau Henkes, unsere Eingewöhnung ist leider sehr schwierig. Meine Tochter ist 18 Monate alt und wir sind mittlerweile in der sechsten Woche der Eingewöhnung. Die Trennungen klappen leider nicht gut. Sobald ich mich verabschiede, fängt sie an zu schreien. Ich glaube in der Nacht, hat sie damit mittlerweile auch zu tun. Die Erzieherin meinte, dass sie eher das Gefühl hat, dass es Wut und nicht Traurigkeit ist, da meine Tochter dabei auch nicht weint. Wir haben ganz langsam angefangen und uns von Anfang an Zeit genommen, weil schon früh abzusehen war, dass es bei etwas länger dauern könnte. Ich musste meine Elternzeit inzwischen verlängern, da wir es zeitlich sonst gar nicht schaffen würden. Ich wollte außerdem keinen zusätzlichen Druck. Grundsätzlich habe ich ein wirklich gutes Gefühl bei den Erzieherinnen und der Kita. Ich glaube auch, dass meine Tochter sie gerne hat. Sie spielt dort auch alleine und kann sich von mir lösen. Aber sobald ich mich verabschiede, fängt sie an zu schreien. Zwischendurch beruhigt sie sich immer mal etwas und hört auch der Erzieherin zur, aber dann beginnt sie wieder zu schreien. Heute haben wir die Trennung etwa 15–20 Minuten versucht. Am Ende hat sie immer noch geschrien. Ich weiß mittlerweile einfach nicht mehr, was ich machen soll. Ich möchte natürlich nicht, dass es ihr so schwerfällt, und frage mich, ob wir etwas anders machen sollten oder ob wir einfach noch mehr Zeit brauchen. Der Papa kann die Eingewöhnung arbeitstechnisch leider nicht übernehmen. Oder meinen Sie, dass man sich therapeutische Hilfe holen sollte? Die Schwangerschaft und auch die Geburt waren leider nicht ganz einfach. Ich weiß natürlich nicht, ob die Trennungsangst vielleicht auch etwas tiefer sitzen kann.
Guten Tag, die Eingewöhnung in den Kiga ist ein bedeutsamer Schritt in der frühkindlichen Entwicklung, der das Leben eines Kleinkindes stark verändert. Viele Kinder sind mit achtzehn Monaten mit der Trennung von der Mutter noch überfordert. Unabhängig davon, ob Ihre Tochter wütend oder traurig ist, zeigt sie deutlich ihre Frustration. Die kann sie in diesem Alter noch nicht ertragen oder bewältigen. Dazu ist sie auf die Unterstützung wohlwollender Erwachsener angewiesen. Das sind zunächst die Eltern, können dann aber auch Erzieher/innen sein, wenn ein Kind sich bei ihnen genügend sicher fühlt. Wenn ein Kind sich auf die Trennung von der Mutter gar nicht einlassen kann, ist es mit dem Kigabesuch überfordert. Dann könnte es helfen, ein Kind zunächst von einer Tagesmutter betreuen zu lassen. Aufgrund der geringeren Gruppengröße ist der Kontakt zur Tagesmutter oft intensiver als im Kiga. Zunächst können Sie jedoch ausprobieren, ob die Trennungssituation sich verändert, wenn Sie sich von Ihrer Tochter nicht verabschieden, sondern unauffällig gehen, wenn Ihre Tochter gut im Kontakt mit einer Erzieherin ist. So können Sie herausfinden, ob Ihre Tochter sich von den Erzieherinnen beruhigen und trösten lässt und Ihre Abwesenheit ertragen kann. Wenn das gegeben ist, ist es für Sie beide aushaltbar, wenn Ihre Tochter bei der Übergabe noch eine Weile schreit. Vermitteln Sie Ihrer Tochter immer wieder, dass Sie ihr zutrauen, die kurzzeitige Trennung zu bewältigen. Auch wenn sie das noch nicht verstehen kann, vermittelt sich so doch Ihre Haltung dazu. Es ist völlig im normalen Bereich, wenn Ihre Tochter sich mit achtzehn Monaten noch nicht gut von Ihnen trennen kann. Sie sind seit anderthalb Jahren Ihre wichtigste Bezugsperson. Sie benötigt deswegen keine therapeutische Unterstützung, zumal die in diesem Alter auch nicht möglich ist, da Ihre Tochter noch nicht über Sprache und entsprechende Denkstrukturen verfügt. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes
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