Sommer2023
Hallo Frau Henkes, meine Tochter ist 2 Jahre und 8 Monate alt. Seit einigen Wochen eskaliert unsere Einschlafbegleitung. Mein Mann und ich wechseln uns ab. Bringe ich sie unter der Woche ins Bett, dauert es 1,5 Stunden (19h gehen wir hoch, 19:30h liegen wir im Bett, 21h schläft sie). Zu Beginn freut sie sich, dass ich sie ins Bett bringe, wir erzählen über den Tag und ich erzähle eine Geschichte. Kaum werde ich ruhiger und mache die Augen zu, wird sie wütend. Anfangs hat sie mich getreten. Das macht sie nicht mehr direkt, aber sie strampelt stark und tritt in alle Richtungen um sich, stößt sich dabei auch oft ziemlich doll an der Bettumrandung. Auf meine Frage, was sie hat, antwortet sie nicht. Am Wochenende kommt sie meistens in 10-20 Minuten in den Schlaf und hat nur manchmal einen kleinen Wutanfall. Am Wochenende macht sie keinen Mitti, unter der Woche bei der Tagesmutter schon (min. 1 Stunde in der Zeit 13-14:30h). Ich hatte die Tagesmutter darum gebeten, dass sie keinen Mitti mehr machen soll. Die Tagesmutter sagt aber, dass sie dort mittags müde sei und schlafen wolle. Seitdem sie so spät einschläft, muss ich sie aber morgens 6:30h auch immer wecken und sie ist noch müde - somit kommen wir aus dem Teufelskreis mit dem Mitti bei der Tagesmutter wohl auch nicht raus. Bei meinem Mann dauert es nur circa 1 h und sie weint zu Beginn, weil sie nur von mir ins Bett gebracht werden will (auch erst seit ein paar Wochen). Irgwann beruhigt sie sich, legt sich hin und wartet auf den Schlaf ohne zu wüten. Ich frage mich nun, liegt es am Mitti und dass sie abends einfach nicht müde ist? Wenn ja, wie komme ich vom Mitti bei der Tagesmutter weg? Oder geht es um etwas anderes, aber was? Wie verhalte ich mich am besten? Dieser abendliche Kampf fühlt sich so falsch...Ich will nicht rausgehen, um sie mit dem Gefühl nicht allein zu lassen, aber ich kann dieses Rumgewüte auch nicht mehr ertragen und möchte mich von ihr, wenn auch nur zufällig bzw. indirekt, nicht treten lassen. Ich würde mich sehr über eine Rückmeldung freuen, danke! Viele Grüße!
Guten Tag, Ihre Tochter ist mit zweieinhalb Jahren noch in der Trotzphase, in der sie ihren Willen durchsetzen will. Möglicherweise trägt sie beim Zubettbringen einen Machtkampf mit Ihnen aus. Sie beschreiben es ja auch als Kampf. Durch die damit verbundenen starken Emotionen hält Ihre Tochter sich selber wach. Es ist wichtig, dass Sie versuchen, die Situation zu beruhigen. Dann kann Ihre Tochter sich auch beruhigen. Erklären Sie Ihrer Tochter, dass Sie nach der Geschichte noch etwas bei ihr bleiben. Sie erzählen aber nicht mehr, sondern es geht nur ums Einschlafen. Vermitteln Sie ihr auch, dass Sie sofort gehen, wenn sie anfängt zu treten oder um sich zu schlagen. Sie wollen nämlich nicht, dass sie Ihnen weh tut. Sicherlich braucht Ihre Tochter in diesem Alter immer wieder eine weitere Chance, wenn sie das Um-sich-Schlagen nicht gleich sein lassen kann. Sie müssen Ihre Tochter nicht fragen, was sie hat. Das könnte sie Ihnen beim besten Willen nicht erklären. Es geht auch nicht darum, ob sie etwas hat (eigener Wille, Bestimmen wollen). In dieser Situation geht es nur ums Schlafen. Für Ihre Tochter ist es wichtig zu erfahren, dass Sie stark sind und sie durch solche Situationen sicher begleiten können, ohne sich von den kindlichen Emotionen irritieren zu lassen. So kann es Ihnen gelingen, ,die Einschlafsituation zu verbessern, ohne etwas am Mittagsschlaf bei der Tagesmutter zu ändern. Das wird ohnehin kaum gelingen, wenn die Tagesmutter auf einem Mittagsschlaf besteht. Damit machen Sie sich nur von den Wünschen der Tagesmutter abhängig, ohne darauf Einfluss nehmen zu können. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes