Mitglied inaktiv
Frohes neues Jahr Hr. Posth! Mein Sohn 3.5 J. ist eigentlich ein toller grosser Bruder für seine Schwester 9 M.,nur zwischenzeitlich wird er aggressiv und haut sie.Situationen verstehe ich,wenn sie ihm etwas wegnehmen will,da hat er einen "Grund",aber es gibt auch Situationen, wo er sauer auf mich ist, dann zu seiner Schwester rennt und sie haut.Bisher hab ich versucht,besonnen zu reagieren,nicht laut zu werden, sondern ihm immer wieder zu sagen, wie doof ich das finde.Er sagt dann, dass er auch nicht weiss,warum er seiner Schwester wehtun will,er will es einfach und ist selber darüber nicht glücklich.Ich weiss jetzt nicht,ob ich so weiterverfahren soll, und warten, dass diese Phase vorbei geht, oder ob ich mal rumschreien soll.Ich hab nur die Angst, dass ich es mit Schreien nur schlimmer mache,und er es dann erst recht macht.
Hallo, im Augenblick können Sie Ihrem Sohn gegenüber nur argumentieren und ihm eindringlich erklären, dass Hauen weh tut und dass es andere Lösungen gibt, als körperliche Verletzung. Für die nötige Ansschauung des Gesagten wird Ihre Tochter schon mit ihrem Wehgeschrei sorgen. Erklären Sie Ihrem Sohn auch, dass Sie selbst oder der Vater auch nicht zu anderen Menschen geht und sie haut, wenn Sie sich über jemand geärgert haben. Er selbst versteht natürlich nicht, warum er das tut. Er ist ja kein Psychologe. Das Verhalten, das er zeigt, nennt man Projektion. Den Groll und die Wut, die er gegen Sie oder den Vater richtet, traut er sich nicht an Ihnen abzulassen, weil zu mächtig auftreten. Er projiziert diese Gefühle auf einen Schwächeren und lässt die Wut an diesem aus. Dieser Ablauf ist übrigens ein unter Menschen weit verbreitetes Verhalten, das immer dann auftritt, wenn Unrecht (auch vermeintliches) nicht am Verursacher abgegolten werden kann. Als Projektion dienen schwächere Menschen auch ganze Menschengruppen, die dann diffamiert oder sogar angegriffen werden. Bei kleinen Kindern ist das einstweilen noch verzeihlich, ganz und gar nicht aber unter jugendlichen oder erwachsenen Menschen. Mit der Zunahme von Empathie (s. gezielter Suchlauf, auch unter Induktion) und Gewissen sollte dieses Verhalten ganz zurückgehen. Viele Grüße
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