Nela79
Liebe Frau Henkes! Habe zwei Fragen zum Verhalten von einem knapp 6 jährigen Kind und bitte um Inputs! Meine Tochter beobachtet andere Menschen oft, und zwar steht sie dann mit offenem Mund da, und kippt total ins Gegenüber, weg von sich selbst. Je lauter und auffälliger sich jemand verhält, desto mehr schaut sie hin und vergisst dabei dann völlig ihre eigenen Sachen. Und das zweite betrifft das Nachahmen anderer Kinder. V.a. Verhaltensweisen sozial auffälliger Kinder, die sich auch oft wirklich unfair anderen Kindern gegenüber verhalten und auch Erwachsenen gegenüber auffälliges und oft respektloses Verhalten zeigen, imitiert sie immer wieder - anderen Kindern gegenüber nicht, sondern uns Eltern. Wir versuchen zu erklären, in Bezug auf die Verhaltensimitation ihr zu vermitteln, wie wir uns fühlen, wenn sie sich so verhält, etc. Aber es scheint nicht anzukommen. Was könnt ihr uns raten in diesen Situationen zu tun, sowohl in Bezug auf das Beobachten als auch in Bezug auf das Imitieren. Ich hatte auch schon im Kopf, dass meine Tochter evtl. zu wenig Selbstbewusstsein hat, aber eigentlich kann ich das nicht erkennen. Bitte um Ideen, Inputs und evtl. Tipps im Umgang mit ihr? Danke!!!
Guten Tag, das Verhalten Ihrer Tochter ist völlig in Ordnung. Kinder sind neugierig und beobachten andere oft ganz genau und imitieren das beobachtete Verhalten auch. Dabei handelt es sich um die spielerische Übernahme anderer Rollen. Das kennen Sie sicher vom Spielen Ihrer Tochter in verschiedenen Rollen. Dieses Verhalten dient der Entwicklung des Sozialverhaltens. In der Realität nehmen Kinder sozusagen genauso Maß. "Warum schreit der so?" "Warum macht die das?" Diese Aufmerksamkeit ist sehr verständlich, weil sie häufig genau durch das Verhalten Desjenigen geweckt werden soll. Sie können die Situation nutzen, um mit Ihrer Tochter zu besprechen, was Sie von dem Beobachteten halten. Das Nachahmen sozial auffälliger Handlungen andrer Kinder, ist für Kinder oft sehr attraktiv, weil es vermittelt, dass diese Kinder bereits viel unabhängiger von ihren Eltern sind und keine Angst vor Sanktionen haben. Das streben unbewusst alle Kinder an. Dies ist ja eine Entwicklungsaufgabe. Sie sollten Ihrer Tochter nicht sagen, dass Sie sich z.B. schlecht fühlen, wenn sie Sie provozieren will. Sechsjährige brauchen die Sicherheit, dass Ihre Eltern ihr Verhalten gut aushalten können. Kommentieren Sie das Dargestellte in Ihrem Sinne. "Das sagt der? Und kriegt keinen Ärger dafür? Dann wird der ja nachher ganz unbeliebt, wenn der immer so doofe Sachen sagt und keiner will den zum Freund." So oder ähnlich können Sie über Ihre Kommentare Ihrer Tochter Einsichten in ihr eigenes Verhalten ermöglichen. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes
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