BarbaraT
Guten Tag, mit Ihren gerade mal 7 Jahren ist unser Mädchen seit längerer Zeit in einer sehr anstrengenden Phase - sie orientiert sich schon immer sehr an Ihren älteren Freundinnen (4. Klasse) und adaptiert sehr viel, leider ohne die emotionalreife Einordnung, weil sie ja doch noch klein ist. Ihr Verhalten hat sich im letzten Monat um 180 Grad gedreht - von empathisch und herzig zu sehr konfrontativ, provokant, beleidigend, alles bestimmend wollen, nicht hörend, Türen schlagend. Grundsätzlich wissen wir, das sind Phasen, das geht vorbei. Ich würde nur gerne Ihren Rat wissen, wie man am besten hier zum einen Halt und zum anderen mit sinnvollen Konsequenzen einen Rahmen bietet, ohne "bestrafen". Weil gerade ist es eher eine Abwärtsspirale - sie hört gar nicht, was mich v.a bei gefährlichen Situationen wie im Straßenverkehr zur Weißglut bringt (ich glaube, sie würde nicht absichtlich was gefährliches tun, aber durch dieses immer Dagegen können schon gefährliche Situationen entstehen). Dadurch schimpfen wir viel und verbieten und reden auf sie ein. Aber gefühlt wird es dadurch nur schlimmer. Auch mit Entgegenkommen oder Komprommissen kommt man nicht weit, weil egal was man ihr zugesteht - sie macht das so lange, bis ein Nein kommt und dann eskaliert es. Auch ihre Freundinnen aus der 1. Klasse sind langsam genervt von ihrem Verhalten und ich beführchte hier eine Distanzierung. Auch ist sie bei größeren sehr körperlich und "klatscht" den Jungs z.B. beim Fangen Spielen immer auf den Po - diese sind schon genervt davon. Sollen wir sie hier "reinlaufen" lassen? Oder intervenieren? Wie verhalten wir uns in so einer Phase. damit die Kinder gestärkt raus kommen, und nicht unsere Beziehung oder sie irgendwie Schaden davon tragen vom permanenten Schimpfen, Streiten, etc (aber Deeskalierend oder nicht reagieren klappt nicht). Ach und wir glauben nicht, dass es auf Grund von Problemen oder Überforderung in Schule oder Hort kommt. Zumindest haben wir hier nichts mitbekommen, weder von unserer Tochter noch von extern und neben den ganzen Konfliktpotential wirkt unsere Tochter verrückterweise immer sehr entspannt, die ist wie Teflon, sie stresst schon immer gefühlt meist wenig (auch unser Schimpfen oder Reden nicht). Lieben Dank für Ihre Zeit und Einschätzung, schöne Grüße
Guten Tag, Ihre Tochter scheint sich in einem heftigen Machtkampf mit Ihnen zu befinden. Ihr Verhalten ist kein Anzeichen einer verfrühten Adoleszenz. Es zeigt alterstypische Merkmale, die sich etwas zu sehr ausgeprägt haben. Kinder im Alter Ihrer Tochter entwickeln oft ein Größenselbst, weil sie erkennen, dass sie schon Vieles können und von den Eltern nicht mehr so abhängig sind wie in den ersten Lebensjahren. Sie trauen sich viel mehr zu. Das gehört zur Entwicklung und fördert diese. Oft wollen Kinder aus dieser Position heraus jedoch auch Macht über die Eltern ausüben. Gleichzeitig sind Kinder in diesem Alter noch sehr auf die Eltern angewiesen und müssen sie als stark erleben, um sich von ihnen gut beschützt fühlen zu können. Das scheint Ihre Tochter von Ihnen einzufordern. Schimpfen, Verbieten und Erklärungen helfen nicht, wie Sie bei Ihrer Tochter erleben. Versuchen Sie souverän auf das Verhalten Ihrer Tochter zu reagieren. Vermitteln Sie ihr klar und deutlich, dass Sie die Bestimmer sind und sie noch klein ist und auf Sie hören muss. Zeigen Sie ihr dies durch Ihr Verhalten. Vermutlich wird Ihre Tochter zunächst gegen Ihre Maßnahmen protestieren. Das darf Sie. Daraus resultierende Konflikte müssen Sie gemeinsam durchstehen. Ihre Tochter muss dabei erleben, dass Sie ihr gewachsen sind und sie trotz ihres Verhaltens weiterhin lieben. Zeigen Sie ihr durch konkrete Handlungen, was Sie von ihr erwarten. Konzentrieren Sie sich dabei zunächst nur auf wenige, besonders wichtige Probleme. Es nutzt nichts, wenn Sie auf alles reagieren. Das überfordert Ihre Tochter. Möglicherweise kann es dann schon mal passieren, dass Sie ihre Tochter in ihr Zimmer bringen müssen, weil Sie sich das Geschimpfe nicht mehr anhören möchten. Vielleicht muss Sie auch unterwegs eine Weile an der Hand gehen, bis sie ihre Provokationen unterlässt. Das können Sie vor jedem Weg auf der Straße mit ihr besprechen. Die Situation mit den Jungen können die Kinder unter sich regeln. Es kann den Jungen helfen, ihrem berechtigten Unmut besser Luft zu machen, wenn Sie Ihrer Tochter vor den Jungen sagen: "Beschwer dich nicht bei mir, wenn die Jungen sich wehren". Die Freundschaft zu den Viertklässlerinnen sollten Sie nicht fördern. Ihre Tochter wird sich vermutlich nicht von ihnen abwenden wollen. Es wäre jedoch hilfreich, wenn die Mädchen das Interesse an Ihrer Tochter verlieren. Es ist ziemlich ungewöhnlich, dass sich so alte Mädchen für eine Erstklässlerin interessieren. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, bei der Sie das mit den Mädchen oder deren Eltern besprechen können. Die tatsächlich wichtigen Veränderungen werden sich jedoch vorwiegend auf der Eltern-Kind-Ebene abspielen. Ihre Tochter braucht starke, Halt gebende Eltern. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes
Ähnliche Fragen
Liebe Frau Henkes Wir hatten gestern ein Gespräch in der Kita und ich habe am Abend zufällig einen Beitrag über PDA-Kinder gesehen. Ich erkenne einige Muster bei meiner Tochter und mache mir nun grosse Sorgen. Wir haben immer Mühe mit Anziehen (sie rennt weg oder fängt an etwas anderes zu tun), Zähneputzen und Frühstücken. Man muss sie immer ...
Sehr geehrte Frau Henkes, erst einmal danke für Ihre Arbeit in diesem Forum. Ich sorge mich um meine beiden Töchter (fünfeinhalb Jahre alt und 13 Monate alt). Meine große Tochter hatte schon immer einen starken Willen und ihren eigenen Kopf. 4 Jahre lang war sie Einzelkind, seit ihre Schwester auf der Welt ist, ist es nochmal anstrengend ...
Guten Tag Frau Henkes, unser Sohn, knapp 5,5 Jahre alt, zeigt derzeit folgendes Verhalten: Er hat sich vor Kurzem sehr für Vulkane interessiert und alles mögliche an Wissen darüber gesammelt. Dieses verursacht ihm nun leider die Angst vor einem Ausbruch bei uns zu Hause oder auch in der Kita. Er traut sich nicht mehr alleine in einen anderen Raum ...
Guten Morgen Frau Henkes. Unsere Tochter wird im Frühjahr 7 und wurde im August letzten Jahres eingeschult. Sie war bis dato ein sehr angepasstes (für unseren Geschmack immer zu angepasst) Kind und hat sich in der Kita konsequent unterbuttern lassen. Das ist auch den Erzieherinnen aufgefallen. Wir haben vor allem vor Schuleintritt alle zusammen ga ...
Sehr geehrte Frau Henkes, wir hatten heute ein Gespräch zur Vertragsunterzeichnung bei einem Kindergarten. Mein Sohn war anwesend. Als sich die Tür schloss wollte mein Sohn wieder raus laufen. Als wir das nicht zuließen entdeckte er den ganzen Raum, also Schubladen auf, alles anschauen was da so rum liegt und ließ sich auch sehr schlecht eingrenz ...
Guten Tag Frau Henks Ich habe ein Anliegen zu meinem 3,5 Jahre alten Sohn. Sein Verhalten ist speziell. Er war ein sehr pflegeleichtes Baby, die Probleme haben vor ca. 1 Jahr angefangen. Er möchte nichts machen, ohne dass er sich ganz sicher ist, dass er es gut kann. Er hat bis zu seinem 2. Geburtstag kein Wort gesprochen, als er dann loslegte, gi ...
Hallo, wir haben folgende,, Probleme ": unser 4 jähriger Sohn ist schon seit einiger Zeit verhaltensauffällig. Anfangs würde immer gesagt das er sich so verhält weil er sich nicht anders artikulieren konnte. Mittlerweile ist er aber 4 Jahre und spricht einwandfrei. Er verhält sich gegenüber anderen Kindern immer sehr ich würde sagen aggressiv. So g ...
Hallo, wir haben folgende,, Probleme ": unser 4 jähriger Sohn ist schon seit einiger Zeit verhaltensauffällig. Anfangs wurde immer gesagt das er sich so verhält weil er sich nicht anders artikulieren konnte. Mittlerweile ist er aber 4 Jahre und spricht einwandfrei. Er verhält sich gegenüber anderen Kindern immer sehr ich würde sagen aggressiv. So g ...
Hallo, mich bin am Ende meiner Kräfte und kann nicht mehr. Ich habe drei Kinder 9,7,4. Bei den großen lief die Entwicklung bisher super. Nur bei dem kleinsten kann ich einfach nicht mehr. Es fing an das er irgendwann keine Socken mehr tragen wollte. Ok erstmal. Dann keine Unterhose mehr. Jetzt ärgert er ewig alle in der Familie. Egal wie viel Ärge ...
Guten Morgen Frau Henkes! In letzter Zeit ist es sehr anstrengend mit meinem Sohn (5J 10M) und er hört/folgt überhaupt nicht. Wenn wir von ihm etwas verlangen oder ihm etwas erklären, dann antworter er mit: "Ist mir egal" oder "Mach ich nicht". Wenn er mit anderen Kindern spielt, dann ist er sehr laut, wild, lacht diese aus und befolgt weder unse ...
Die letzten 10 Beiträge
- Trauma bei 1-jährigem Baby
- 3-Jährigen lässt sich nur noch von Papa ins Bett bringen
- Verhalten bald 6jähriger
- Kindergarteneingewöhnung abgebrochen
- Wie den Kindern eine unheilbare Krankheit erzählen
- Verhalten 4 Jähriger
- Kind spielt Tier
- Nähe zu anderen Männern
- 4 Nächte alleine wegfahren?
- Fragen/Erzählungen von Bruder und Freund