ClauPhil84
Guten Tag Frau Henkes, unser Sohn, knapp 5,5 Jahre alt, zeigt derzeit folgendes Verhalten: Er hat sich vor Kurzem sehr für Vulkane interessiert und alles mögliche an Wissen darüber gesammelt. Dieses verursacht ihm nun leider die Angst vor einem Ausbruch bei uns zu Hause oder auch in der Kita. Er traut sich nicht mehr alleine in einen anderen Raum, wir müssen immer in Sichtweite sein. Auch fremde Umgebungen verunsichern ihn momentan sehr,er traut sich kaum mehr was (zu). Gleichzeitig achtet er seit einigen Tagen verstärkt darauf, dass alle Zimmertüren zu sind und macht die Teppichfransen glatt. Steht dieses Verhalten im Zusammenhang mit der Angst (er kann etwas kontrollieren?) oder könnte etwas anders dahinter stecken? Er knetet auch seine Ohren (macht er schon länger) und brummt ab und zu vor sich hin. Auf die Frage, warum er das tut, antwortet er, die Ohren seien kalt, was aber nicht der Fall ist. Wozu könnte dieser Tic dienen? Reguliert er sich damit selbst, beruhigt ihn das oder geht es schon in Richtung "Zwangshandlung"? Im Voraus vielen Dank
Guten Tag, Ihr Sohn ist in einem Alter, in dem das Gefahrenbewusstsein wächst und damit auch die Angst vor Gefahren, denen er sich ausgeliefert fühlt. Durch mehr Wissen wächst zudem die Kenntnis über die Gefährlichkeit von Phänomen. Sie können Ihrem Sohn helfen, die Ängste abzubauen, indem Sie ihm erklären, dass es bei Ihnen keine Vulkane gibt. Auch gibt es heute zuverlässige Warnsysteme vor Vulkanausbrüchen. Die informieren Menschen, die in der Nähe von Vulkanen leben. Sie können mit Ihrem Sohn eine Als-ob-Situation durchspielen. "Wenn wir in der Nähe von einem Vulkan (der möglichst weit weg ist) leben würden, würden wir auf Informationen achten. Hier, wo wir leben, kann das nicht passieren. Vermitteln Sie ihm, dass er sich nicht sorgen muss, solange Sie als Eltern das nicht tun. Sie würden auf so was achten, weil sie auf ihn aufpassen. Bei Kindern gibt es immer mal Phasen, in denen sie stärker unter Ängsten leiden, die sie verunsichern. Oft hängt das mit unbewussten Entwicklungsaufgaben zusammen, die gemeistert werden müssen. Dann verschwinden diese Ängste wieder. Kinder zeigen dann für eine Weile kleine Verhaltenswiederholungen, die sie beruhigen oder ablenken. Um Tics oder Zwangshandlungen handelt es sich in diesem Alter noch nicht. Nach der Bewältigung der jeweiligen Entwicklungsphase verschwinden diese Verhaltensweisen in der Regel von alleine wieder. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes
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