Sunshine1021
Unsicher-vermeidende Bindung oder sichere Bindung Mein Sohn ist 8 Monate alt. Wenn ich ihn auf dem Arm habe dreht er sich immer von mir und dem Papa weg. Er schaut gerne was seine große Schwester ( 4 Jahre) macht. Auch bei Schmerzen drückt er sich weg und dreht sich auf dem Arm weg. Er hatte ab 5 Monaten bereits etwas gefremdelt bei Großeltern/Freundin auf dem Arm oder bei einem Besuch als ich den Raum verlassen habe. Wir geben ihn selten ab, daher ist es schwer einzuschätzen, wie es aktuell mit fremdeln aussieht, manchmal lacht er fremde an, wenn sie ihm sympathisch sind. Er hat auch keine Vorliebe zur mir, bei Papa auf den Arm ist er auch zufrieden, er ist aber fast 100% im Home Office. Sonst ist es ihm Zuhause egal wo ich bin, er krabbelt auch in das Zimmer seiner Schwester ohne nach mir zu schauen. Wenn ich zurückkomme beachtet er mich nicht. ZLetztens beim Sportkurs ist er nach kurzer Zeit in die Raummitte gekrabbelt und hat dort Spielsachen angeschaut, er hat freudenlaute gemacht weil so viele bunte Bälle im Raum waren und hat mit anderen Babys kommuniziert. Er hat beim entfernen von mir zwei mal zu mir zurück geschaut. Dann hat er wieder einen neuen Ball fokussiert und ist einige Meter weiter weg bei einer anderen Frau auf der Matte stehen geblieben. Das fand er anscheinend auch noch nicht beängstigend. Er hatte zwischendurch nochmal durch den Raum geschaut und mich auch noch kurz angeschaut. Dann haben wir uns auf den Boden gelegt und er ist wieder woanders hin gekrabbelt. Dann konnte ich ihn im liegen nur noch schwer sehen, habe immer wieder hoch geschaut. Aufeinmal hat er ganz plötzlich angefangen zu schreien, bin sofort hin gerannt und habe ihn getröstet, bin dann aus dem Raum , da er nicht mit weinen aufgehört hat. Er ließ sich nur schwer beruhigen. Es hat einige Zeit gedauert. Denken sie er hat sich erschrocken, weil er mich nicht mehr gesehen hat? Warum bleibt er nicht in meiner Nähe in einem fremden Raum, wie andere Babys in dem Alter auch oder sucht meine Nähe, also krabbelt wieder zurück wenn er sich unsicher fühlt und will von mir hochgenommen werden. Ist er vermeidend, weil er ganz lange seine Gefühle aufgestaut hatte und es dann irgendwann aus ihm rausgeplatzt ist? An seiner Taufe mit 5,5 Monaten war er gut drauf lies sich von Paten tragen, den er selten sieht bis er irgendwann im Restaurant anfing loszuschreien, ich konnte ihn gar nicht beruhigen. Als ob er such da seine Gefühle unterdrückt hatte und dann aufeinmal alles rausgebrochene ist. Er ist auch nie anhänglich, fordert nicht ein hochgenommen zu werden? Ist es dafür noch zu früh? Meine Tochter ( offen, pflegeleicht, Sonnenschein) wollte als Baby und Kleinkind nie auf meinem Schoß sitzen, gerade auch in Krabbelgruppen etc. Sie hat nie zwischendurch Nähe getankt, nie geweint, wenn ich bei uns daheim bei den Großeltern etc. den Raum verlassen habe. Eher mal, wenn ich von Zuhause weg bin und Sie beim Papa bleiben sollte. Das Stillen war immer die einzige Kuscheleinheit die ich mit ihr hatte, habe mich damals auch immer gefragt, ob was mit der Bindung nicht stimmt. Habe Angst es wiederholt sich jetzt, was kann ich anders machen bei meinem Sohn? Manchmal gehe ich nicht sofort auf seine Bedürfnisse insbesondere Stillen ein, da ich dann erst Heim gehe. Er trinkt unterwegs oft sehr schlecht (das fing mit ca. 3 Monaten an) und drückt sich immer weg, wenn ich ihn anlegen will. Ich tröste ihn sofort, habe ihn auch immer mal wieder getragen, aber nicht rund um die Uhr, da er sich wenn er schläft auch gut ablegen lässt. Er schläft im Familienbett. Manchmal bin ich etwas launisch, gerade wenn ich wenig Schlaf abbekomme oder meine Tochter ihn weckt oder auch noch sehr fordernd/launisch/unvorsichtig ist, muss ich in letzter Zeit vermehrt mit ihr schimpfen, was mir dann immer Leid tut, weil ich als sie noch Einzelkind war immer viel besser auf sie eingehen konnte. Ich habe selber eine sehr schwierige Kindheit und möchte eigentlich nur alles richtig machen ertappe mich aber manchmal bei gewissen Verhaltensmustern (nicht so feinfühlig mit Baby, Kind am Arm packen) meiner Eltern, die ich eigentlich nicht beibehalten wollte. Dann entschuldige ich mich bei der Tochter oder habe ein schlechtes Gewissen gegenüber meinem Sohn. Mit dem Papa habe ich öfters mal Diskussionen/Streit wg. Haushalt und Erziehung, könnte sich dies auf die Bindung auswirken? Können Sie mir sagen, welches Bindungsmuster dies sein könnte? Wie ich eine unsicher-vermeidende Bindung in eine sichere verwandeln kann. Vielen Dank!
Guten Tag, ich denke nicht, dass Sie sich wegen der sicheren Bindung Ihres Sohnes Sorgen machen müssen. Ich gehe davon aus, dass Sie seine Bedürfnisse umfassend zu befriedigen suchen und liebevoll auf ihn eingehen. Dann gelingt eine sichere Bindung. Sie müssen nicht alles richtigmachen (wer kann das schon?). Wichtig ist, dass Sie sich Mühe geben, es so gut wie möglich zu machen. Sie scheinen einen sehr munteren und neugierigen Sohn zu haben. Daher erkundet er bereits jetzt seine Umgebung sehr intensiv. Dabei macht er die wichtige Erfahrung, dass Sie ihn nicht alleine lassen. Wenn er Sie nicht mehr sieht, reagiert er mit Weinen, damit er wieder in Ihrer Nähe sein kann. Acht Monate alte Babys können Ihre Gefühle noch nicht unterdrücken oder zurückhalten. Sie leben noch ganz im hier und jetzt. Sie weinen, wenn in der aktuellen Situation etwas für sie nicht in Ordnung ist. Das muss nicht unbedingt in Erwachsenenaugen etwas Schlimmes sein. Es genügt, wenn es für das Baby schlimm ist. Eltern mit einer schwierigen Kindheit haben oft sehr hohe erzieherische Ansprüche an sich selbst, weil sie mit dem eigenen Kind alles richtigmachen wollen, um die eigene Kindheit nicht zu wiederholen. Von diesen Ansprüchen dürfen Sie sich lösen. Sie machen sicher bereits alles viel besser, als Sie es in der Kindheit erlebt haben. Sie dürfen sicherlich mehr Zutrauen in Ihre mütterlichen Fähigkeiten haben. Elterliche Auseinandersetzungen verunsichern Kinder jeden Alters. Eine gute Bindung kann trotzdem gelingen. Versuchen Sie, möglichst nicht vor den Kindern zu streiten. Das ängstigt Kinder unnötig. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes
Sunshine1021
Ich war gestern mal wieder bei dem besagten Sportkurs. Hatte den Eindruck dass mein Sohn mit der Zeit sichtlich gestresst war, ist auch etwas in seine Schlafenszeit reingefallen. Er hat dann einmal angefangen zu weinen dann bin ich zu ihm hin und habe ihn genommen und dann wollte er danach wieder runter. Er hat auch immer meinen Blick gesucht daraufhin habe ich ihn immer angelächelt. Er wurde dann nochmal etwas weinerlicher hatte fast geweint den Mund wie einen Schmollmund gemacht, aber wieder kam er nicht zu mir gekrabbelt sondern saß weiter entfernt da und schaute nur. Auch zuhause kommt er mit seinen Bedürfnissen nie zu mir gekrabbelt und will hoch genommen werden, außer ein zwei Tage wo er letztens mal Fieber hatte. Auch ist es ihm nach wie vor egal ob ich den Raum verlasse und wenn fremde ihn anlächeln dann lächelt er zurück bei den Großeltern hat er letztens schamhaft geschaut und seinen Kopf an meine Schulter gelehnt. Ich mache mir Sorgen über sein distanziertes Verhalten und darüber warum mit 9 Monaten kein verstärktes Fremdeln auftritt trotz der eher von Geburt an ängstlichen Art meines Sohnes. Können Sie mir bitte nochmal ihre Einschätzung geben?
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