Sylvia Ubbens

Kind (7) unausgeglichen, zornig und wütend. Zu nichts mehr zu motivieren.

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Mein Kind diskutiert schon immer gerne und brauchte auch jeher Zeit für sich- lange Zeit war sie ein Einzelkind. Seit den Beschränkungen wird die Situation wöchentlich schwieriger: Statt sprechen schreit sie, sie ist unausgeglichen, zornig und schnell wütend. läuft der Tag nach ihren Vorgaben, ist sie zufriedener. Jede kleine Anforderung (Hausaufgaben, Tisch decken, eine Antwort geben oä) ist jedoch schon zu viel.
Sie wirft mir vor, dass ich nicht mit ihr spiele, will aber auch nicht mit mir spielen. Keine Lust, jetzt nicht, lieber Hörbücher oder TV.
Bekommt sie ihren Willen nicht, indem ich zB fordere, dass zunächst die Hausaufgaben erledigt werden müssen, ehe der TV eingeschalten wird bekommt sie Kopfschmerzen.

Der Zusammenhang mit den Beschränkungen ist mir bewusst, gleichzeitig muss doch ein "normaler" Alltag möglich sein. Sobald die Schule wieder beginnen sollte, muss sie auch wieder Anforderungen erfüllen. Ich ertrage die tägliche Streiterei von morgens bis abends auch nicht viel länger. Wir hatten eine sehr gute Bindung, die ich so langsam schwinden sehe, das macht mich sehr traurig.
Ich weiß nun nicht, was ich noch tun könnte und merke gleichzeitig, dass meine Geduld immer fragiler wird. Wir schaukeln uns inzwischen schnell hoch und schreien dann beide.

Haben Sie einen Rat?

von Irish83 am 25.05.2020, 14:17 Uhr

 

Antwort auf:

Kind (7) unausgeglichen, zornig und wütend. Zu nichts mehr zu motivieren.

Liebe Irish83,

auch ich empfehle eine Art "Stundenplan" zu erstellen. Der kann in der Weise meiner Vorrednerin gestaltet werden oder in der Form, dass nach dem Frühstück die Schulaufgaben anstehen, dann Pause nach freier Verfügung, Mittagessen, gemeinsam Sport usw.. Am sinnvollsten wäre es, wenn die Schulaufgaben am Anfang des Tages stehen, damit der "Druck" nicht über den Tag bleibt, sondern schnell abgearbeitet ist. Legen Sie in dem Plan auch Zeiten für das Fernsehen oder andere Medien fest. Somit ist klar, dass diese genutzt werden dürfen, aber eben nur zu einer bestimmten Zeit. Schreiben Sie mit Ihrer Tochter gemeinsam einen Plan, der dann für die nächsten Wochen gilt.

Schaffen Sie einen Ausgleich zur "Isolation" zu Hause. Gehen Sie mit ihr in den Wald, machen Fahrradtouren, fahren gemeinsam Inliner o.ä.. Bewegung außer Haus wird ihr gut tun und einen Ausgleich zu den Zeiten zu Hause bilden.

Versuchen Sie selbst nicht laut zu werden, damit sie sich nicht gegenseitig hochschaukeln und sich Ihre Ruhe auf Ihre Tochter übertragen kann.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 26.05.2020

Antwort:

Gegenfrage:

wie reagierst du, wenn sie dann "Kopfschmerzen" bekommt? Gibst du nach? Bedauerst du sie, bekommt sie in irgendeiner Form dann doch das, was sie will?
Das sollte natürlich nicht passieren. Die Kopfschmerzen sind ja offenbar ihr Druckmittel gegen dich, ihren Willen durchzusetzen.
Sie will nicht mit dir spielen - ok. Sie darf doch dann lieber CD hören - TV eher nicht.
Schreien statt sprechen - ich sag dann immer, dass ich so gar nichts verstehe und erst zuhören kann, wenn normal gesprochen wird. Und dann schalte ich die Ohren auf Durchzug.
Du schreibst "lange Einzelkind" - wie alt ist denn das Geschwisterchen? Kann es auch sein, dass sie sich benachteiligt fühlt, weil du mit der/dem Kleinen mehr machst bzw. kümmern musst?

von cube am 25.05.2020

Antwort auf:

Kind (7) unausgeglichen, zornig und wütend. Zu nichts mehr zu motivieren.

Hallo Irish,
bei uns, Kind ist 8 Jahre, hat es sehr viel gebracht, einen Plan zu machen, gleich morgens beim Frühstück. Es gab alltägliche Arbeiten im Haushalt und Garten, die auf meine Seite kamen, und mein Kind hat überlegt, was ihre Pflichten sind (3 x 30 Minuten Arbeitsteit - was will sie in jeder Arbeitszeit an Schulsachen bearbeiten, soll eine Arbeitszeit mal Basteln oder Sport sein und was dann usw.), außerdem ggf. irgendwas aufräumen.

Und danach schauen wir, was wir tun WOLLEN. Was ist mir wichtig? Was will sie gerne machen? Wir diskutieren kurz was machbar und was ggf. auf Tag x verschoben werden muss (Kalendereintrag), und dann steht der Plan.

Meine Tochter macht seitdem selbst bereitwillig HA, ich bin immer in der Nähe und helfe über aufkommende Hütden hinweg, ich mache Hausarbeit, gehe eine Runde mit dem Hund (manchmal ist das auch ein gemeinsamer Punkt ). Dazwischen kommen immer die Wünsche hier und da.

Mittlerweile nimmt sie ihre Wäsche ab, legt sie zusammen und ordnet sie in ihren Schrank, hängt sie auch selbst gerne auf, bringt den Müll raus, weil sie mir ein paar Minuten damit freischaufelt, die wir dann noch ein schnelles Spiel spielen können.

Irgendwie hat sie dadurch eine Vorstellung von Tagesablauf und Arbeitsteilung bekommen, was ursprünglich gar nicht meine Intention mit dem Plan war.

Sie selbst sagt, so fällt es ihr viel leichter, sich auf alles, auch die Pflichten, einzulassen.

Vielleicht wäre das was für Euch?

Viel Erfolg und gute Nerven!

VG Sileick

von Schniesenase am 26.05.2020

Antwort:

@cube

Vielen Dank für deine Antwort.

Ich habe unterschiedlich auf ihre Kopfschmerzen reagiert. Ich habe sie zur Kenntnis genommen, ich habe sie bezweifelt, ich habe es auf den TV geschoben (und somit eine Woche TV getsrichen), ich habe es mit Wetter/Müdigkeit/zu wenig trinken erklärt und ich habe ihr mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Letzteres führt dazu, dass das abendliche Kopfweh ausbleibt. Wobei die Aufmerksamkeit nur für sie tatsächlich die letzten Wochen etwas zu kurz kam.
"
Schreien statt sprechen - ich sag dann immer, dass ich so gar nichts verstehe und erst zuhören kann, wenn normal gesprochen wird. Und dann schalte ich die Ohren auf Durchzug."
Ja, das war auch meine Haltung, aber seit knapp 2 Wochen schaffe ich das einfach nicht mehr. Ich bin zu müde, innerlich einfach auch völlig erschöpft.

Das Geschwisterchen ist ein Säugling, die Geburt, der lockdown: Für die Große kam alles auf einmal. Dafür hat sie erstaunlich gut durchgehalten. Aber wir müsse auch jetzt wieder einen guten Weg miteinander finden.

von Irish83 am 28.05.2020

Antwort:

@Schniesenase

Vielen Dank auch dir für deine Antwort :-)

Leider bringt ein Plan nichts. Wir hatten immer einen Plan, da die große sehr strukturiert ist. Ich hatte den Eindruck unser Plan bringt zeitlichen Stress, so dass ich als erstes versucht habe diesen Plan zu lockern. Die Situation mit und ohne Plan ist in etwa gleich, nur muss über die zeitlichen Parameter nicht mehr diskutiert werden.
Pflichten im Haushalt ist leider auch keine Alternative.

von Irish83 am 28.05.2020

Antwort:

@Schniesenase

Hallo Irish,

schön, dass Du noch mal geantwortet hast.

Das ist schwierig. Nein, so meinte ich das auch nicht mit den Pflichten. Das macht sie auf einmal freiwillig, weil sie mitbekommen hat, dass irgendwie ich ganz viele Pflichten habe, und wenn das weniger sind, kann ich ihr mehr Zeit widmen.

Was Du schreibst, klingt wirklich so, als müsstet Ihr mal ein ausführliches "Bettkantengespräch" führen. Du ihr mal erzählen, dass es Dich bedrückt, wie fies die Stimmung gerade ist und Du Dir Gedanken machst, woran das liegt und wie Ihr es ändern könnt. Vielleicht gibt es ein paar Dinge, über die Du Dich GEFREUT hast, die Du erst mal anbringen könntest? Vielleicht kommt dann von ihr auch was. Oft ist das ja abends so beim Insbettbringen.

Vielleicht kann der Papa mal das Baby abends übernehmen, und Du schenkst ihr etwas von dieser wertvollen Exklusivzeit?

Das würde mir noch einfallen.

Ich wünsche Euch, dass das bald besser wird. Es sind ja meist so Phasen, aber sie sind so mühsam und machen auch bisweilen ziemlich traurig, weil irgendwie das Gefühl ist, die Beziehung ginge verloren...Aber es sind dennoch auch Phasen.

Ansonsten musst Du vielleicht auch noch mal schauen, wann und wo DU Deine Exklusivzeit bekommen kannst. Mindestens an den Wochenenden mal hier oder da ein Stündchen. Damit du ein bisschen verschnaufen und Energie tanken kannst. Wie auch immer das für Dich gut geht. Ich gehe mit dem Hund spazieren. Das gibt mir Energie, oder in den Garten. Manchmal will ich mich auch einfach verziehen und ein Buch lesen. Das entspannt mich bisweilen auch sehr. Oder eine Freundin trinkt mit mir draußen einen gemütlichen Tee.

Alles Liebe und Gute für Euch! Halte durch!

VG Sileick

von Schniesenase am 28.05.2020

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