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Martina Höfel

   

 

Schwanger in der Stillzeit - zu wenig Milch?

Liebes Expertenteam!

Meine Tochter ist jetzt knapp sechs Monate alt. Bis vor sechs Wochen habe ich ausschließlich gestillt und nun Mittag- und Abendbrei eingeführt. Sie isst allerdings max. 100 Gramm, also ersetze ich bisher keine Mahlzeit. Die hauptsächliche Ernährung findet weiterhin über das Stillen statt.

Ich bin nun wieder schwanger und habe gelesen, dass dadurch die Milch zurück gehen kann.

Seit einer Woche schläft meine Süße nun auch nicht mehr durch. Ich stille sie nachts im 2-Stunden-Takt.

Allerdings zahnt sie gerade auch und ist möglicherweise deshalb nachts auch unruhiger.

Kann ich meine Milchproduktion irgendwie positiv beeinflussen? Muss ich jetzt zufüttern oder gar abstillen? Wie kann ich sicher gegen, dass sie satt wird und lediglich die Zähnchen das Problem sind? Oder sollte ich ihr abends einfach zusätzlich ein Fläschchen machen?

von Kethry am 09.01.2016, 16:43 Uhr

 

Antwort:

Schwanger in der Stillzeit - zu wenig Milch?

Liebe Kethry,

wenn die Gewichtsentwicklung in Ordnung ist, müssen Sie gar nichts unternehmen.

Es KANN sein, dass die Milch weniger wird und es KANN sein, dass sich das Kind abstillt, weil die Milch sich verändert. Das heißt aber nicht, dass es sein MUSS!

Außerdem: Schlaf ist abhängig von der Gehirnreife. Allerdings müssen dafür viele Rädchen ineinandergreifen, bis das funktioniert. Fachmännisch ausgedrückt: Der Tag-Nachtrhythmus oder der circadiane Rhythmus wird im Gehirn festgelegt und zwar nach der individuellen Uhr im Nucleus suprachiasmaticus. Der bedient die Zirbeldrüse und löst dort die Ausschüttung von Melatonin aus. Und dann kann man schlafen. Dieses Schlafverhalten ändert sich häufig!

In diesem Alter muss ein Kind noch nicht durchschlafen.

Kinder werden nachts wach - manchmal bis weit ins zweite Lebensjahr hinein! Ob Sie es jetzt Hunger (nach Nahrung oder Körperkontakt) oder Nähebedürfnis (Überprüfen, ob kind sich in Sicherheit wiegen kann- DA hat Ihr Kinderarzt Recht!) nennen, ist dabei belanglos. Wichtig ist, dass Mama – oder Papa (mit Nahrung, Geruch, Stimme) da ist und Sicherheit vermittelt.

Es gibt KEINEN festen Zeitpunkt ab dem ein Baby durchschläft - auch wenn es schon so war und andere Mütter oder Bücher es immer verkaufen wollen!

"Studien und die Erfahrung von unzähligen Eltern haben eindeutig gezeigt, dass das nächtliche Aufwachen, das ab etwa vier bis sechs Monaten nachts wieder vermehrt auftritt, entwicklungsbedingt ist.

Die Kinder beginnen um diesen Zeitraum die Welt sehr konkret zu erleben. Sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen (!), dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und ... Es gibt jedenfalls genügend Gründe dafür, dass das Kind unausgeglichen ist und nachts häufiger aufwacht.

Bleiben Sie gelassen und sorgen Sie zügig für Beruhigung/Nahrung - umso schneller schlafen alle wieder!

Lesen Sie bitte dazu das "Emotionale Bewusstsein" bei Dr. Posth hier bei RuB.

Vielleicht hilft auch ein Schnullertraining. Ein Schnullertraining ist vielleicht die Lösung - aber nicht wenn der Schatz müde ist, sondern wenn er gute Laune hat. Jeden Tag nur ein paar Minuten. Dann kann er nachts vielleicht damit beruhigt werden.

Liebe Grüße
Martina Höfel

von Martina Höfel am 10.01.2016

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