Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

selbstgekochter Mittagsbrei und Abendbrei mit Muttermilch

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Liebe Birgit,

ich muss dir mal wieder ein paar Fragen stellen.
Meine Kleine (ca. 6 1/2 Monate) bekommt zurzeit mittags einen Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei (Kürbis 100 g, Kartoffel 50 g, Rindfleisch ca. 20-25 g, etwas Öl und Apfeldirektsaft). Bis auf das Fleisch koche ich alles selber (Fleisch aus Gläschen). Ansonsten wird sie noch gestillt. Nun schafft sie von dem Brei gerade einmal zwischen 60 und 80 g, wobei sich die gegessene Menge glücklicherweise derzeit steigert. Soll ich ihr nun weniger Gemüse-Kartoffel-Brei bei 20-25 g Fleisch anmischen? Da ja 100-125 g Fleisch pro Woche gegessen werden sollten (ca. 20 g täglich).

Ich würde gern demnächst den Abendbrei einführen. Habe einmal gelesen, dass der Abendbrei (Milch-Getreide-Brei) der 2. Schritt bei der Beikosteinführung ist und der 3. Schritt der Nachmittagsbrei (Getreide-Obst-Brei).

Nun stand ich vor dem Regal und hab erstmal wie wild eingekauft, weil ich nicht wusste, was ich für den Abendbrei alles gebrauchen kann... Ich habe Dinkel-Zwieback (für Babys), Getreidebrei Dreikorn für Babys (Hafer-, Dinkel- und Gerstenvollkornmehl), Schmelzflocken (von Kölln; aus Vollkorn-Hafer) und einen "Schlaf gut Milchbrei Hafer Apfel" (Instantbrei zum Anrühren mit Wasser) gekauft.
Nun hab ich mir aber überlegt, dass es doch eigentlich ganz schön wäre, wenn der Abendbrei statt mit H-Milch mit Muttermilch angerührt werden könnte. Da hab ich aber schonmal bei den Schmelzflocken das Problem, dass diese mit H-Milch und Wasser zusammen aufgekocht werden müssen und dies kann ich ja schlecht mit Muttermilch machen.
Gibt es Möglichkeiten, den Getreidebrei und den Zwieback mit Muttermilch zuzubereiten? Hättest du vielleicht Rezeptvorschläge für mich? Denn ich würde gern noch ein wenig mit der H-Milch warten.
Wenn ich dann H-Milch verwende, auf was muss ich da achten? Reicht ganz einfache Milch im Tetrapack mit 3,5 % Fett aus und sollte diese auch als Bio-Produkt gekauft werden?

Zum Schluss habe ich noch eine etwas trottelige Frage. Ich habe spezielles Beikostöl gekauft (bestehend aus Rapsöl, Sonnenblumenöl, Leindotteröl, Fischöl und Weizenkeimöl). Als Dosierung ist pro Mahlzeit (190 g) 1 Teelöffel (5 g) angegeben und empfohlen werden 2 TL täglich.
Ich habe mir mal ein Buch gekauft, in dem ein paar Rezepte drin sind. Hier wird bei meinem selbstgekochten Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei (ca. 170 g) 1 EL (ca. 10 g) Rapsöl (ersatzweise Maiskeimöl) empfohlen. Soll ich mich an die Dosierungsempfehlung des Beikostöls halten und einen knappen Teelöffel (nicht ganz 5 g) an meinen selbsgekochten Brei machen?

Ich möchte mich jetzt schonmal für deine Antworten bedanken!!!

Viele Grüße!

von Mama-2013 am 29.10.2013, 09:10 Uhr

 

Antwort auf:

selbstgekochter Mittagsbrei und Abendbrei mit Muttermilch

Hallo Mama-2013
die Breizutaten sollten am besten im richtigen Mengenverhältnis zueinander stehen. Wenn dein Baby die Hälfte gemüse/Kartoffelbrei isst, reicht es, die Hälfte der empfohlenen Menge Brei aus dem Fleischgläschen dazu zu mischen. Üblicherweise kommt ca 1/2 Gläschen zu einer Portion GK-Brei.

Damit nach dem Mittagsbrei nicht gleich wieder ein Brei folgt, sollte zunächst der Abendbrei eingeführt werden und dann erst der Brei am Nachmittag. Morgens entbehren die meisten Babies am allerseltensten ihre Milchflasche oder Mama´s Milch.
Ist ein anderer Zeitpunkt oder eine andere Breisorte für die zweite Löffelkost für euch besser, dann wähle diese Uhrzeit und den passenden Brei.

eine Art Fahrplan für die Beikost.

klassische Variante:
Morgens: Milch (1-2 Flaschen- je nach Packungsanweisung, bzw Stillen nach Bedarf)

Mittags: Gemüse-Kartoffel-(Fleisch)-Brei
= milchfrei, zur besseren Eisenresorption

Nachmittags: milchfreier Getreide-Obstbrei
= milchfrei, zur besseren Eisenresorption, und zur Unterstützung der Nährstoffaufnahme aus dem Mittagsbrei

Abdends: Milchbrei
Milch fördert einen guten Schlaf und der Brei ist insgesamt leichter verdaulich als ein Gemüse-Kartoffel-Fleischbrei

Die Reihenfolge hat ansonsten insofern eine Bewandtnis, dass durch die bestimmten Lebensmittelkombinationen die Nährstoffe ideal ergänzt werden.
Als Stillmama hast du einen großen Handlungsspielraum und kannst die Mahlzeitengestaltung etwas anders vornehmen.

Es gibt unzählige Babyflocken-Produkte im Sortiment der Drogerien und Discounter, so dass man häufig aus so vielen Produkten wählen kann, dass man keinen Überblick haben kann, was überhaupt alles angeboten wird. Einzige Orientierung ist häufig die vom Hersteller angegebene Altersvorgabe.
Es gibt ganz einfache Baby-Instantgetreideflocken (zu den beliebtesten Produkten zählen Baby-Instanthirseflocken bzw Hafer- oder Reisflocken, da schnell zubereitet und gut verdaulich. Auch die Konsistenz ist gut.

Getreide-BREI-produkte gibt es so in folgenden Varianten zu kaufen:
pur (=Baby-Instantgetreideflocken),
als Mischungen (7KornBrei)
oder als komplette Instantbreie (Getreide, Fruchtpulver, Milchpulver) zum Anrühren
und GuteNacht-Gläschen (verzehrsfertig)

Statt der Baby-Instantflocken (Reis, Hirse, Hafer, Grieß, Dinkel etc) kannst du den Brei auch aus gewöhnlichem Grieß kochen oder Zwieback zum Zubereiten nehmen.
Für den Getreidebrei (GOB /Milchbrei) haben sich Baby-InstantGetreideFlocken bewährt, weil sie eine gute homogene Konsistenz ergeben und sehr schnell zubereitet sind, da kochen entfällt.

Spezielle Babyprodukte aus Getreide haben einen Zusatz Vit B1, der gesetzlich vorgeschrieben ist. Gewöhnliche Produkte haben das nicht, sind trotzdem möglich. Auch sind die Babyprodukte schadstoffkontrolliert, was ebenfalls von Vorteil ist.

Als Stillmama kannst du den Brei entweder mit Mumi anrühren - der Brei bleibt wegen enthaltener Enzyme allerdings flüssig. Oder du kannst die Flocken mit Wasser anrühren bzw kochen und anschliessend stillen. Oder Getreideflocken/Grieß in Wasser kochen und die Mumi danach zugeben.
Möglich wäre auch, dass du statt dem Abendbrei zunächst nachmittags einen ohnehin milchfreien Getreidebrei gibst.

Zwiebackbrei:
ca 200ml Wasser
1,5- 2 (Baby-)zwiebäcke zerbröselt bzw mit der warmen (bei Kuhmilch noch heissen) Flüssigkeit übergiessen
20g Obstmus
abkühlen lassen, Mumi zugeben und anschliessend stillen.

Beim Öl solltest du dich nach den Vorgaben des Herstellers richten, zusammen mit Mumi sollte das ausreichen. Die Angaben in deinem Buch sind korrekt.
Kuhmilch fürs Baby sollte 3,5% Fett enthalten. Für Kleinkinder ab 1 Jahr ist auch 1,5% Fett i.O. H-Milch gilt als besser verträglich fürs Baby. Biomilch enthält i.d.R. mehr wertvolle Nährstoffe als konventionell erzeugte Milch.*

Grüße
B.Neumann


* bei Interesse kannst du hier nachlesen:
http://www.rund-ums-baby.de/kochen-fuer-kinder/beitrag.htm?id=38116&suche1=homogenisiert&seite=1

von Birgit Neumann am 30.10.2013

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