Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Milch/Wasser 18 Monate

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Hallo,

Mein Kind ist fast 18 Monate. Da sie leider sehr wenig Wasser trinkt und Saft und Tee genauso wenig mag, bekommt sie nach Empfehlung unseres Kinderarztes verdünnte Baby-Milch, 1 mal am Tag ca. 150 ml nach dem Essen und einmal normale Milch (50ml) mit 100 ml Wasser. Wasser pur trinkt sie vielleicht 50ml. Ich biete es zu jedem Essen und zwischendrin an. Zum schlafen bekommt sie noch eine meist normal dicke Babymilch (wenn sie abends sehr viel schon gegessen hat und wenig getrunken, mach ich die auch leicht dünner, damit sie genug trinkt) Dann bekommt sie maximal noch einmal am Tag ein Milchprodukt (Joghurt oder Hipp Babymilchbrei zum Anrühren). Käse, Quark oder Grieß, Milchreis, etc. biete ich manchmal an, mag sie aber bislang nicht. Sonst isst sie normal bei uns mit und in der Kita, also viel Obst, Gemüse, etwas Fleisch und Wurst, Nudeln, Brot etc. und einmal pro Woche Fisch. Das schmeckt ihr alles sehr gut. Sie ist insgesamt ein kleines Kind (wie ihre Eltern). Ich frage mich, ob das genug Wasser und genug Milch ist? Also sie isst insgesamt daher, dass sie eher klein ist, natürlicherweise weniger. Die Ernährungspläne (zB. von Hipp) sind daher in der Menge schwer anzuwenden, denn das würde sie nicht schaffen. Ist das vor dem Hintergrund in Ordnung so?

von Juliana86 am 22.02.2021, 22:09 Uhr

 

Antwort auf:

Milch/Wasser 18 Monate

Hallo Juliana
obwohl in den üblichen Verzehrsmengenempfehlungen und auch in der Ernährungspyramide steht, dass (gesunde) Kinder viel trinken müssten oder sollten, gilt es diese Empfehlungen an die individuellen Bedürfnisse und an die individuellen Ernährungsgewohnheiten zu adaptieren. Lass dich von diesen allgemeinen Empfehlungen nicht irritieren.
Deine gesunde Tochter muss nur so viel trinken, wie sie durstig ist.

Je salzhaltiger und eiweißreicher die Kost, je fester die Kost ist, desto mehr zusätzliches Wasser (Getränk) benötigen Kinder. Sie merken das und trinken. Biete ein geeignetes Getränk an und überlasse deiner Tochter die Trinkmengenportion. Vorrausetzung ist: deine Tochter muss die Technik des Trinkens kennen. Es wird dazu geraten, offene und kleine Trinkgefäße zu benutzen. Das Durstempfinden steigt auch durch Bewegung, bei sehr heißen Aussentemperaturen oder sehr trockener Heizungsluft.
Je mehr Flüssigkeit (Milch) und wässrige Speisen (Obst, Gemüse, Suppen, etc) deine Tochter zu sich nimmt, je mehr breiige Speisen (Milchreis und Co), desto weniger zusätzliche Flüssigkeit benötigt deine gesunde Tochter vielleicht.
Schau doch einmal, ob deine Erwartungen ans Trinken vielleicht einfach zu hoch sind.
Sieht der KiA hier auch ein Problem, dass deine Tochter zu wenig trinkt?
Meine Antwort ist eine sehr Allgemeine. Sie zielt auf das Trinkverhalten und Trinkmengen bei rundum gesund, reif geborenen und altersentsprechend entwickelten Kindern.
Wenn all das bei euch nicht zutrifft, müsstest du alles Weitere mit eurem KiA besprechen.

Im zweiten Lebensjahr werden etwa 300 ml Kuhmilch als Trinkmilch enpfohlen. Alternativ können Kinder anstatt Trinkmilch auch folgende Kuhmilchprodukte bekommen.
100 ml Kuhmilch kannst du wie folgt ersetzen - das entspricht bezüglich Eiweiß/Calciumgehalt der Trinkmilch :
- ca 100g Naturjogurt,
- ca 15 g Schnittkäse wie Gouda, Edamer (= ca 1/2 Scheibe)
- oder 30 g Weichkäse (pasteurisierter Brie etc)
- oder ca 30-40g Frischkäse

Wenn deine Tochter nun vermehrt und regelmäßig anstatt Milch zu trinken diese Milchprodukte wie bspw Schnittkäse essen würde, dann würde das Durstempfinden möglicherweise ansteigen. Denn hier würde die Flüssigkeit "fehlen", welche deine Tochter durch Trinklust kompensieren würde.
Dadurch dass deine Tochter wiederum sehr viel "Babymilch" trinkt, d.h. große Mengen Flüssigkeit über diese Milch zu sich nimmt, fehlt ihr der Durst auf Wasser. Das bedeutet im Umkehrschluß, dass deine Tochter große Mengen Flüssigkeit derzeit über Milch konsumiert.
Zusammenfassend heißt das: deine Tochter trinkt genug. Statt Wasser trinkt sie lieber (verdünnte) Milch.
Wenn du aus diesem Kreislauf aussteigen möchtest, um deine Tochter an das gewohnheitsmäßige Trinken von Wasser, aus einem kleinen Becher zu gewöhnen, dann könntest du so vorgehen:
Verdünne die Säuglingsmilch immer weiter und aber stetig und kontinuierlich. Erhöhe dafür die Kuhmilchportion und reduziere hierbei das Wasser.
Biete deiner Tochter die nach und nach weniger verdünnte Kuhmilch als Trinkmilch zum Frühstück an.
Lass unbedingt die Milchflasche nach dem Mittagessen weg. Biete stattdessen Wasser zum Trinken an. Wenn deine Tochter das Wasser annimmt, dann ist es okay, wenn nicht dann ebenfalls.
Bitte beachte, dass diese Empfehlungen sehr allgemein gültig sind. Es sind nur altersentsprechende Empfehlungen zur Orientierung dafür, was als möglich gilt.
Finde euren individuell passenden Speiseplan, ggf in Absprache mit dem KiA, falls erforderlich.
Grüße
Birgit Neumann

von Birgit Neumann am 24.02.2021

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