Frage im Expertenforum Milch und Beikost - Ernährung von Babys und Kleinkindern an Luise Thun:

Abstillen, aber Kind verweigert Flaschenmilch

Luise Thun

 Luise Thun
Master der Ernährungswissenschaft
Frage: Abstillen, aber Kind verweigert Flaschenmilch

Sandraw

Hallo. Ich habe ein Problem mit dem Abstillen. Mein Sohn ist jetzt fast 5 Monate alt (allerdings 4 wochen zu früh geboren). Er wurde von Beginn an gestillt. Seit zwei Wochen isst er mittags Brei, er ist ganz gierig und kann kaum genug bekommen. Begonnen habe ich damit, weil er die letzten Wochen wohl recht wenig zugenommen hat. Da er wenn wir zu Abend essen immer genau beobachtet, was wir machen und mitkaut und großes Interesse am Essen zeigt, habe ich nun auch abends mit einem halben Gläschen Brei begonnen. Auch den isst er gern und ohne Probleme. Ich denke, dass meine Milch evtl nicht mehr reicht. Dazu kommt, dass ich aufgrund gesundheitlicher Beschwerden eigentlich abstillen müsste. Mein Problem ist nun, dass mein Kind die Flaschenmilch komplett verweigert. Er beginnt zu saugen, und wenn er merkt, dass es nicht meine Milch ist, verzieht er den Mund als wäre es total eklig und dann war es das. Ich weiß nicht, was ich machen kann. Ich denke, es liegt nicht an der Flasche, sondern an der Milch. Habe aber schon verschiedene Sorten ausprobiert. Habe auch probiert, meinen Mann füttern zu lassen. Aber auch hier führt kein Weg rein. Was kann ich machen?


Liebe „Sandraw“, Ihr Sohn hat Gefallen am „Löffeln“ gefunden – das hört sich doch gut an. Ein kleiner Tipp: Bleiben Sie erst einmal beim herzhaften Brei zum Mittag und bauen Sie dieses zum Menü aus, bevor Sie abends den süßlichen Milch-Getreide-Brei einführen. Der Milchbrei kommt der angeborenen Geschmacksvorliebe „süß“ mehr entgegen als der ungewohnte Geschmack des Gemüses und des Fleisches. Durch ein Vorziehen kann es passieren, dass dies die Einführung und Steigerung des Mittagsbreies schwieriger macht. Zur eigentlichen Frage: Es kommt häufig vor, dass Kinder sich erst mal schwer tun sich an eine „andere Milch“ zu gewöhnen. Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Es ist nicht nur der Geschmack, es ist ja auch das Abschied nehmen von einer so geliebten Gewohnheit wie dem Nuckeln an Mamas Brust. Das Stillen ist etwas, das Ihr Kleiner von Geburt an kennt. Es ist verständlich, dass er nicht versteht, warum es jetzt die Fasche und eine andere Milch geben muss. Bieten Sie weiterhin die Milchnahrung mit einer Selbstverständlichkeit und positiven Überzeugung an. Gehen Sie nicht zögerlich ans Füttern. Mit etwas Übung klappt das bald. Am Anfang müssen es auch nicht gleich Riesenmengen sein, das baut sich auf. Ein paar Schlückchen sind schon super! Am besten ist: Sie nehmen jeglichen Druck von sich und damit auch Ihrem kleinen Söhnchen. Achten Sie auch darauf, dass Ihr Kleiner beim Trinken bequem liegt. Beobachten Sie ob Ihr Baby in sitzender oder liegender Position besser trinkt. Es muss nicht die Stillposition sein. Im Gegenteil. Manchmal ist es sogar besser, wenn eine andere Füttersituation geboten wird als beim Stillen: anderer Raum, andere Person, abdunkeln und ohne Störungen…. Bieten Sie Ihrem Kleinen ohne Erfolgsdruck, aber mit viel Geduld immer wieder die Milch an. Ich bin mir sicher, wenn Sie mit Ruhe und einer gewissen Selbstverständlichkeit dran bleiben, wird sich Ihr Sohn bald auch an die „andere“ Milch gewöhnen. Einige Babys verweigern auch einfach das Fläschchen an sich. Säuglingsnahrungen müssen Sie nicht unbedingt im Fläschchen reichen. Reichen Sie die Milch mal aus der Tasse/dem Becher. Das kann schon gleich interessanter sein, wenn die Kleinen trinken dürfen wie die Großen. Mit etwas Übung klappt das bald recht gut. Hierbei kann es hilfreich sein, den Becher bis zum Rand mit Flüssigkeit zu füllen, damit die Lippen beim Trinken gleich benetzt werden und sich das Mündlein so automatisch öffnet. Bleiben Sie erst einmal bei einer Milchnahrung und bieten Sie diese kontinuierlich an – es bedarf oft einige Versuche bis sich die Kleinen an die neue Milch gewöhnen. Ich wünschen Ihnen weiterhin alles Gute. Herzliche Grüße Luise Thun


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