Mitglied inaktiv
Guten Morgen Dr. Posth! Als ich klein war hatte ich immer unwahrscheinliche Angst, wenn meine Eltern abends mal ins Theater etc. gingen oder wenn sie alleine in den Urlaub fuhren. Das ging bestimmt bis zur 9. oder 10. Klasse! Obwohl ich dann nie ganz alleine war (habe einen 2 1/2 Jahre jüngeren Bruder und wenn die Eltern wegfuhren, was sie sowieso erst taten, als wir älter waren, haben sie immer jemaden organisiert, der bei uns blieb Oma etc.)! Tagelang vorher konnte ich an nichts anderes denken und als sie wegwaren habe ich immer die Tage bzw. Stunden gezählt, bis sie wieder kommten!! Jetzt bin ich 28 und habe einen 10monatigen Sohn. Kann ich dieser Angst irgendwie vorbeugen? Gibt es Situationen, die ich vermeiden sollte? Ich möchte nicht, daß es ihm später so geht, wie mir!! Momentan arbeite ich an 2 Tagen in der Woche und der Kleine ist einen Tag mit seinem Vater und einen Tag mit seinen Omas zu Hause, was auch relativ gut klappt! Vielleicht war das Problem bei mir, daß meine Eltern erst relativ spät wieder mit dem weggehen und fortfahren anfingen, so daß ich es einfach nicht gewöhnt war. Kann das sein? Vielen Dank für Ihre Hilfe!
Hallo, es ist sehr nützlich, wenn man sich an seine eigenen Kindheitsgefühle erinnert, wenn man zu entscheiden hat, wie man bei den eigenen Kindern nun vorgeht. Wollte man jedoch alles besser machen, als es einem selbst ergangen ist, brauchte man vorher und vielleicht sogar begleitend fachkundige Hilfe. Manches kann man über Bücher klären, manches über solche Foren oder im Gespräch mit erfahrenen Freunden oder Bekannten. Aber die eigenen Ängste dabei aufzuarbeiten, das gelingt auf diese Weise nicht. Da müßte man schon richtig Therapie machen. Wenn Sie jetzt noch starke Ängst haben, die Ihre Lebensentfaltung beeinträchtigen, dann sollte Sie darüber nachdenken. Ansonsten können Sie nur das anwenden, von dem sie intuitiv überzeugt sind, daß es auch Ihnen damals in der Kindheit geholfen hätte. Viele Grüße
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