Caro1980
Hallo Dr. Nohr, unser Sohn wird bald fünf Jahre und ist eher ein Einzelgänger. Er wird in seiner Kita-Kind akzeptiert. Also nicht geärgert oder ausgeschlossen. Ebenso geht er zum Turnen und hat dort regelmäßig Kinder im sich herum. Dennoch schließt er keine Freundschaften oder nimmt von sich Kontakt auf zu anderen Kindern. Haben wir zu Hause Besuch mit Kindern, spielt er mit diesen kurzfristig oder wenn ein Erwachsener mitspielt. Er spielt aber nach wie vor lieber neben anderen Kindern her als mit diesen. Er ist weder unglücklich noch extrem zurückgezogen. Eher im Gegenteil: er ist zufrieden mit der Situation und bezeichnet manche Kinder auch als Freunde, obwohl er mit diesen aus objektiver Sicht nicht wirkliche eine Freundschaft führt. Wir bieten ihm neben der Kita regelmäßig Kontakt zu anderen Kindern, was dann für ihn okay ist. Aber von sich aus fordert er dies gar nicht ein. Ist es nicht "schlecht" für seine weitere Entwicklung, wenn er zwar selbst damit zufrieden ist, ihm aber ja dennoch diese Erfahrung "Freundschaft" fehlt? Braucht er nicht enge gleichaltrige soziale Kontakte? Wenn ja, was können wir denn tun? Außer es ihm regelmäßig zu ermöglichen? Vielen Dank für Ihre Hilfe! Caro
Dr. med. Ludger Nohr
Liebe Caro, wir haben ja als Eltern oft eine sehr subjektive Vorstellung davon, was für unsere Kinder richtig sei. Dies ist wichtig und stimmt auch oft. Aber es gibt Bereiche, da muß man das Temperament oder Naturell eines Kindes so akzeptieren. Es ist gut, dass Sie ihm Kontaktmöglichkeiten bieten, aber engere Beziehungen können Sie nicht forcieren (Freundschaften sind ist diesem Alter doch oft sehr kurzlebig). Möglicherweise ist er einer der selten aber dann eng in Kontakt geht. Wird sich zeigen. Sorgen müssen Sie um die soziale Kompetenz jetzt nicht machen und sie werden ja auch zukünftig sehen, in welche Richtung es sich entwickelt und wie es ihm dabei geht. Ihn in seiner Einzigartigkeit wahrnehmen und akzeptieren, ausser es entwickelt sich Leid. Dr.Ludger Nohr
ayla.auel
Hallo, ich hoffe, es ist ok, wenn ich Dir antworte. Mein Sohn war in diesem Alter ähnlich. Er war in seiner KiGa-Gruppe integriert, bekam regelmäßig Geburtstagseinladungen, hatte oft Besuch (auf mein Bestreben) usw. Nichtsdestotrotz hat er nichts vermisst, wenn er allein spielte, er war zufrieden und glücklich. Auch heute, er ist mittlerweile 12, wird er in seiner Klasse akzeptiert, sogar oft als Schlichter eingesetzt oder nach seiner Meinung gefragt und doch ist er immer noch keiner, der auf andere zugeht und ist zufrieden, daheim zu sein. Es gibt diese Menschen und wenn Dein Sohn so glücklich ist, dann lass ihn.
Dr. med. Ludger Nohr
PS: Und "Etiketten" wie Einzelgänger auch innerlich möglichst vermeiden. L.N.
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