Christiane Schuster

Verhalten von 3 jährigem Kind (langer Text)

Antwort von Christiane Schuster

Frage:

Liebe Frau Schuster,

ich habe eine dreijährige Tochter welche im Moment total von der "Rolle"
ist.
In vier Wochen soll unser 2. Baby geboren werden und seit ca. 2 Wochen benimmt sich unsere Große unmöglich.
Z. B. Es gibt jetzt immer Theater beim Schlafengehen ("Mama, Du bleibst aber da- du gehst aber nicht weg"). Wir haben sie noch nie abends (auch nicht am Tag) alleingelassen. Dann schämt sie sich sogar vor Oma und Opa, welche sie fast jeden Tag sieht. Sie möchte sie nicht ansehen bzw. "Guten Tag sagen"... .
Jetzt hat die Kindergärtnerin bzw. die Erzieherin vom Kindergarten auch gesagt, dass sich unsere Tochter im Kindergarten auffällig verhält. Sie schreit z.B. wenn die Erzieherin auf Toilette geht und es kommt auch der Spruch "Du gehst aber nicht weg!", sie läßt der Erzieherin auch keinen Freiraum, weicht ihr nicht 2 m von der Seite. Was natürlich für die Erzieherin, die noch 13 andere Kinder zu betreuen hat, nicht so einfach ist. Und unsere Tochter wäre sehr ängstlich geworden.
So wie unsere Tochter jetzt ist, kennen wir sie kaum wieder.

Ist das jetzt eine normale Phase für dreijährige oder liegt es an dem zu erwartenden Baby?

Sie freut sich eigentlich total auf das Baby und fragt auch ob es jetzt bald kommt, streichelt den Bauch, singt und spricht mit dem Baby... .

Wir behandeln sie auch nicht anders als vorher bzw. es ist in den letzten Wochen nichts passiert was dieses Verhalten hätte begünstigen können.

Vielen Dank im Voraus!

Liebe Grüße

DianaE.

von DianaE. am 21.07.2000, 19:06 Uhr

 

Antwort auf:

Verhalten von 3 jährigem Kind (langer Text)

Hallo Diana
Was im Moment innerhalb Ihrer Familie geschieht, ist ja selbst für uns Erwachsene kaum fassbar! Ihre Tochter merkt, dass Ihnen Allen eine grosse Veränderung bevorsteht. Auch wenn Sie sie noch so sehr in die neuen Lebensumstände mit einbeziehen, ist etwas Unbegreifliches anders.
Zeigen Sie Verständnis für Ihre Tochter. Auch von der Erzieherin müsste diese besondere Situation für einen kurzen Zeitraum zu bewältigen sein. Erklären Sie Ihrer Tochter immer wieder, dass Sie ja nicht ganz weggehen. Sie kann Sie ja besuchen, und sie kann ja evtl. auch mit Ihnen telefonieren, während Sie im Krankenhaus sind.
Diese Angst um den Verlust der vertrautesten Bezugsperson wird bestimmt wieder verschwinden, sobald das Baby da ist. Geben Sie Ihrer Tochter kleine Aufgaben, wie Bettchen und Zimmer herrichten, Staub wischen, Geschirr wegräumen, usw. So fühlt sie sich als Partner akzeptiert, und die Freude über den Neuankömmling wird die Angst ein wenig verdrängen.

Etwas Geduld und: alles Gute!

von Christiane Schuster am 24.07.2000

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