Sylvia Ubbens

Machtkampf beim Rausgehen außerhalb der Routine - 7 jähriger

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Hallo,
ich habe einen 7jährigen und einen 3,5 jährigen Sohn. Der 7 jährige ist in der ersten Klasse und macht die allseits bekannten Phasen eines 7 jährigen Erstklässlers durch. Was mir am aber am meisten zu schaffen macht, ist der Machtkampf ums aus dem Haus gehen. Schon immer ging der Große am Wochenende ungerne aus dem Haus, er will halt spielen.

Trotzdem braucht er natürlich frische Luft und Bewegung und ich möchte auch mal raus. In den Ferien ist es noch schwieriger. Er brüllt und schreit und weigert sich komplett. Ich versuche, es zu ignorieren und ziehe mich und den kleinen Bruder an und gehe raus. Das Schreien und Brüllen belastet mich schon sehr und nun ist der kleine Bruder in der Autonomiephase und weigert sich auch rauszugehen.

Jetzt ist es noch schwieriger geworden, den Großen rauszukriegen. Ich habe schon mehrfach versucht, mit ihm das vorab vernünftig zu klären. Frische Luft und Sonnenschein ist wichtig, du brauchst Bewegung und Ablenkung, du bist doch gerne draußen und auch, dass ohne Einkaufen keine Lebensmittel zum Essen haben. Doch wenn es dann heißt, wir gehen raus (egal ob mit rechtzeitiger Ankündigung oder nicht), wird gebrüllt "ich gehe nicht raus! ich hasse rausgehen!". Habe ich es dann geschafft, ist er draußen gut gelaunt und fröhlich. Und ich bin völlig am Ende und möchte auf der nächsten Spielplatzbank am liebesten mich erstmal hinlegen.

Manchmal versperrt er mir den Weg, damit ich zum Schuhschrank komme. Ich denke, es ist ein Machtkampf und nicht, dass er wirklich nicht rauswill. Als er 3,5/4 war, hatten wir die Phase auch, die wurde aber besser. Damals haben wir es einfach ignoriert und mit ihm auch darüber geredet, wenn wir etwas tolles gemacht haben (z.B. im Freibad waren).

Zur Schule geht er meistens ohne Probleme. Auch morgens zur Kita gab es nicht große Schwierigkeiten, weil das alles innerhalb der Routine abläuft.

von Missy1234 am 08.01.2020, 09:12 Uhr

 

Antwort auf:

Machtkampf beim Rausgehen außerhalb der Routine - 7 jähriger

Liebe Missy1234,

Erklärungen, dass man frische Luft braucht usw. möchten Kinder nicht hören. Es ist für sie keine Motivation nach draußen zu gehen. Vielmehr dürfen Sie festlegen, dass rausgegangen wird. Klären Sie dies z.B. schon beim Mittagessen: "Am späten Nachmittag gehen wir gemeinsam einkaufen." oder "Wenn die Hausaufgaben fertig sind, machen wir zusammen eine Fahrradtour in den Wald." Usw.. Auf diese Weise kann sich Ihr Sohn auf das Rausgehen vorbereiten. Sie können ihm anbieten, dass er sich für danach etwas aussuchen darf, was sie dann gemeinsam zu Hause oder draußen machen. Kommt Ihr Sohn mit dem Argument, dass er lieber spielen möchte als rauszugehen, können Sie vereinbaren, dass er noch eine halbe Stunde spielen kann und sie dann losgehen. Ihr Sohn findet sicherlich toll, wenn sie einen Kompromiss schließen.

Vielleicht mag er sich auch gerne mit Freunden verabreden. Mit einem gleichaltrigen Kind macht der Aufenthalt draußen gleich viel mehr Spaß.

Planen Sie genügend Zeit am Tag für freies Spielen für Ihren Sohn ein. Vielleicht geht er ja zu Fuß zur Schule oder fährt mit dem Fahrrad, dann hat er schon ein wenig Zeit draußen verbracht.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 09.01.2020

Antwort:

Gegen/Rückfrage

ist das nur bzgl. des Rausgehens so oder gibt es andere Situationen, in denen er sich so massiv wehrt/verweigert?

von cube am 08.01.2020

Antwort auf:

Machtkampf beim Rausgehen außerhalb der Routine - 7 jähriger

Es gibt schon noch andere Machtkämpfe, manchmal Zähneputzen, manchmal was das Abendessen oder aufräumen angeht, aber nicht so heftig oder so, dass mir jetzt konkrete Beispiele oder Situationen einfallen.

Er hat schon sehr mit Umgebungswechsel zu tun und braucht auch seine Zeiten, in denen er Ruhe hat. Die bekommt er auch.

von Missy1234 am 08.01.2020

Antwort auf:

Machtkampf beim Rausgehen außerhalb der Routine - 7 jähriger

Ich hätte zwei Varianten im Angebot ;-)
Wenn es ihm wirklich darum geht, drinnen sein Lego oder was auch immer weiter zu spielen (nicht IPad oder TV), dann könntest du überlegen, ob er denn nicht auch tatsächlich jedes 2. Mal? alleine daheim bleiben kann.
Unser 7-jähriger findet Einkaufen inzwischen auch doof - hat er eine vernünftige Beschäftigung, darf er gerne zu Hause bleiben.
Etwas anderes ist es natürlich, wenn wir einen Ausflug machen wollen.
Dann muss er mit.
Allerdings argumentiere ich nicht damit, dass es für ihn ganz sicher toll wird/gesund ist oder so - nein, WIR haben auch Wünsche und die hat er eben auch mit zu tragen/zu respektieren. Genau so, wie wir ja auch ihm entgegenkommen und Dinge tun, auf die wir eigentlich gerade nicht so 100% Lust haben.
Und ich glaube, genau darum geht es hier. Das DU deine Grenzen und/oder Wünsche deutlich machst und er darauf auch in gewissem Maße Rücksicht nehmen muss. Keinesfalls würde ich mir von meinem Kind den Weg versperren lassen, mich also zwingen lassen wollen, zu tun, was er sagt. Umgekehrt tue ich so etwas ja auch nicht.

Vielleicht kannst du es mischen - also ihm anbieten, dass er gerne auch mal daheim bleiben kann, du aber im Gegenzug erwartest, dass er eben auch eure Wünsche respektiert und aufhört, diesbezüglich nur seinen Willen gelten zu lassen.

Hast du ihn eigentlich mal gefragt, warum das rausgehen für ihn so schlimm ist? Ist er möglicherweise von der Schule gestresst und will tatsächlich einfach mal seine Ruhe haben und nicht am WE auch noch Regeln befolgen müssen und seine Ruhezone verlassen müssen? Dann könnte das mit dem Kompromiss "auch mal alleine daheim bleiben" ja durchaus klappen. Er sieht, dass ihr sein Bedürfnis nach Ruhe ernst nehmet und dann ist er evt,. auch eher bereit, mal ohne Aufstand mit zu kommen.

von cube am 08.01.2020

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