Sylvia Ubbens

Eingewöhnung in Corona-Zeiten

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Liebe Frau Ubbens,

noch einmal möchte ich Ihre Hilfe/Meinung in Anspruch nehmen.
Mein Sohn ist inzwischen 13 Monate alt und geht seit 4 Tagen in die Krippe, bzw. haben wir vor 4 Tagen mit der Eingewöhnung begonnen.
Mein Chef erwartet mich Ende April wieder in der Klinik.
Das sind also 3 Wochen, die uns für die Eingewöhnung bleiben.
Die ersten beiden Tage in der Krippe gestalteten sich so, dass mein Sohn und ich für knapp 45 Minuten da waren und an der Spielzeit teilgenommen haben. Die Erzieherin versuchte auch immer wieder Kontakt zu ihm aufzunehmen, auf den er sich jedoch wenig eingelassen hat. In der Zeit, in der ich dabei war, gab es auch kein Geschrei und er hat sich bereits erste Spielzeuge angesehen, ich habe mich zurück gehalten und ihn sich umsehen lassen.
Am 3. Tag, also gestern, hieß es dann, ich solle ihn bringen und für eine halbe Stunde weggehen-für mich ist das ehrlich gesagt viel zu früh?!
Gesagt und getan und das Geschrei war natürlich riesengroß und das eigentlich auch fast die ganze Zeit. Die Erzieherin hat natürlich versucht ihn zu beruhigen, das hat natürlich nicht geklappt. Bei dem Versuch ihn auf den Schoß oder Arm zu nehmen, wurde er nur noch hysterischer, sodass er dann irgendwann sich selbst überlassen wurde.
Heute war es dann wieder so geplant, ihn für 30 Minuten dort zu lassen, allerdings waren, zu allem Übel, auch noch ganz andere Erzieherinnen da, die Dame, die er die ersten Tage "kennengelernt "hat war natürlich nicht dabei.
Ich bin dann wieder los- das hat er wieder nicht mitbekommen, weil sich gleich eine Erzieherin mit ihm "beschäftigt " hat...jedoch dauerte es nicht lange bis das Geschrei wieder los ging...und es war wieder nicht möglich ihn zu beruhigen.
Ich habe Mäuschen gespielt und beobachtet wie dort darauf reagiert wurde, und er wurde wieder alleine stehen gelassen und von der Entfernung gerufen, dass doch alles gut sei...
Nach etwa 20 Minuten hat sich eine Erzieherin mit in den Sandkasten gesetzt und dort gespielt...nach einiger Zeit hat er dann mit dem Schreien aufgehört und ihr zugesehen...ich vermute, dass er aber auch einfach erschöpft vom schreien war..
Nun ja...ich kam dann dazu und da fielen dann so Sachen wie "er müsste da jetzt eben durch " oder er muss sich ja eh an alle gewöhnen...obwohl es dort schon eine Gruppeneinteilung gibt.
Nun soll es nach den Osterfeiertagen mit einer Trennung von 45 Minuten weitergehen...
Ich habe inzwischen echt ein mulmiges Gefühl und mein Verstand sagt mir eigentlich, dass es nicht viel Sinn macht, die Zeiten zu verlängern, wenn noch in keinster Weise irgendwie ansatzweise ein Vertrauensverhältnis aufgebaut wurde...oder bin ich da zu zimperlich?!

Wie ist denn da Ihre Meinung?
Eine erste Trennung bereits nach 2 Tagen in fremden Umfeld und bei fremden Leuten und die Zeiten dann so schnell ausdehnen..?!
Er wurde in dem Jahr Elternzeit auch nur von meinem Mann und mir betreut...wir haben oft an Krabbelgruppen und Delfi-Kursen teilgenommen, das Treffen auf andere Kinder stört ihn also nicht...was mir auch versucht wurde weiszumachen...

Liebe Grüße
Jana

von Jana0319 am 09.04.2020, 12:03 Uhr

 

Antwort auf:

Eingewöhnung in Corona-Zeiten

Liebe Jana,

bleiben Sie in der kommenden Woche wieder über einen längeren Zeitraum in der Krippe dabei. Setzen Sie sich an den Rand des Raumes und spielen nicht mit. Ihr Sohn darf mehrere Tage die Krippe und das Außengelände erkunden, mit Ihnen als Sicherheit im Hintergrund. In der Woche darauf, bestenfalls erst am zweiten Tag, verabschieden Sie sich von Ihrem Sohn. "Mama geht zur Toilette und kommt gleich wieder." Bleiben Sie 10 Minuten außer Sicht und gehen dann wieder in den Gruppenraum. Nach zwei Tagen können Sie die Zeiten ausweiten. Sicherlich wird Ihr Sohn immer noch kurz weinen, aber schon viel mehr Sicherheit gewonnen haben und sich schneller beruhigen lassen. Sie müssen nichts überstürzen, auch wenn die Eingewöhnung eher schnell verlaufen soll/muss.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 09.04.2020

Antwort auf:

Eingewöhnung in Corona-Zeiten

off topic - hey, cool, irgendwo gibt es offene Krippen :-).

Im Ernst, ich finde auch, dass sich das nicht optimal anhört. Zum einen ist allgemein der Rat, sich nicht davonzuschleichen, sondern sich zu verabschieden, z.B. so wie von Frau Ubbens vorgeschlagen. Zum anderen wäre doch wenigstens zu erwarten, dass sich die Erzieherin sofort kümmert, wenn das Kind weint? Auf der positiven Seite: das Kümmern hat dann zumindest geholfen. Vielleicht kann man darauf ja aufbauen.
Ich würde aber auch darauf Wert legen, dass es möglichst eine immer anwesende Bezugserzieherin gibt - vielleicht auch zwei, wenn das nicht möglich ist, aber nicht einfach irgendwer!

von zweizwerge am 14.04.2020

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